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Artenschutz & Pestizide

Skandalös: Pestizidverbote durch Ausnahmegenehmigungen ausgehebelt?

Es ist zum Aus-der-Haut-Fahren: Da werden Pestizide, deren Zulassung regulär erneut kritisch geprüft werden muss, am Markt gehalten - und landen auf unseren Äckern und Feldern - weil die Prüfung des Verlängerungsantrages nicht abgeschlossen ist. Eine Prüfung, die ja möglicherweise ergeben würde, dass das Produkt nicht sicher ist und dieses dann keine weitere Zulassung erhielte. Die rechtliche Grundlage dieser sogenannten technischen Verlängerungen ist Artikel 17 der Pflanzenschutz-Verordnung.

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Transparente Zulassungsverfahren bei Pestiziden und Co in greifbare Nähe gerückt!

WissenschaftAm 11. Dezember 2018 hat das Europäische Parlament über die zukünftige EU-Verordnung ‚Transparenz und Nachhaltigkeit der EU-Risikobewertung im Bereich der Lebensmittelkette‘ abgestimmt. Nun können im Januar die Trilogverhandlungen mit dem Europäischen Rat und der Europäischen Kommission für die Endversion des neuen Gesetzes beginnen. Es stand auf Messers Schneide, wie die Abstimmung im Europaparlament ausgehen würde.

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'Transparenz in der Lebensmittelkette'- Briefing zur zukünftigen EU-Verordnung

Die Zulassungsverlängerung des Unkrautvernichters Glyphosat hat Europa bewegt. Mehr als eine Million Bürgerinnen und Bürger in ganz Europa haben die Bürgerinitiative 'Stop Glyphosat' genutzt um ihre Unzufriedenheit über das aktuelle Zulassungssystem von Pestiziden und ihre Forderung nach giftfreier Landwirtschaft auszudrücken.

Die Europäische Kommission kam im April 2018 mit einem neuen Verordnungsvorschlag heraus, der als Antwort auf die Bürgerinitiative bezeichnet wird und die Sorgen der Bevölkerung aufgreifen und zerstreuen soll: der neuen EU-Verordnung über Transparenz und Nachhaltigkeit der EU-Risikobewertung im Bereich der Lebensmittelkette‘. Dieser wird aktuell im Europäischen Parlament und im Europäischen Rat unter die Lupe genommen und ausgestaltet. Für die Grünen bin ich der zuständige Verhandlungspartner im federführenden Umwelt- und Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments.

Wir Grüne finden es grundsätzlich gut, dass die Kommission die Risikobewertung der EFSA transparenter gestalten möchte. Jedoch gibt es einige Schlupflöcher, die dazu führen könnten, dass genau das Gegenteil erreicht wird. Entscheidend ist nun, den Kommissionsvorschlag so abzuändern, dass er tatsächlich eine höhere Transparenz bei der Zulassung von Pestiziden schafft.

Mehr Informationen zum Verordnungsverschlag sowie meine Positionen dazu finden Sie in meinem Briefing.

Sonderausschuss-Glyphosat des Europäischen Parlaments stellt Abschlussbericht vor

agriculture 1359862 960 720Der Sonderausschuss ‚EU-Zulassung von Pestizide‘ (PEST), der sich im Europäischen Parlament nach der umstrittenen Verlängerung von Glyphosat gebildet hat, hat seine sieben-monatige Arbeit abgeschlossen. Am 6.12. stimmte der Ausschuss über seinen Abschlussbericht ab. Dieser fordert die EU-Regierungen und die Europäische Kommission auf, Pestizide und Pestizidwirkstoffe strenger auf Schäden für Umwelt und Gesundheit zu prüfen, die Risikobewertung transparent zu machen und sicher zu stellen, dass keine Interessenskonflikte das Zulassungsverfahren beeinflussen. In der zweiten Januarwoche wird das Europäische Parlament über den Abschlussbericht abstimmen.

Weitere Infos im Berichtsentwurf des Sonderausschusses.

Pestizid-Einsatz - Es gibt viel zu verbessern

FeldwegIn meiner täglichen Arbeit setze ich mich für eine Ökologisierung der Landwirtschaft ein. Viele Studien beweisen, dass Agrarökologische Anbaumethoden Gifteinsätze überflüssig machen. Solange die Mehrheit der Landwirte jedoch noch mit sogenannten „Pflanzenschutzmitteln“ arbeitet, sollten diese zumindest in einem transparenten Verfahren und auf Basis öffentlich einsehbarer wissenschaftlicher Studien zugelassen worden sein. Darüber hinaus müssen Minderungsstrategien in den Nationalen Aktionsplänen zum nachhaltigen Pflanzenschutz in den Mitgliedstaaten konsequent umgesetzt werden.

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Das Wichtigste über Neonikotinoide (Kapitel aus Studie: "Gift auf dem Acker?...)

NEONIKOTINOIDE
tipsy beeParallel  zum  Gentechnik-Ansatz  wurden  in  den  90er  Jahren  weitere  Wirkstoffe  entwickelt,  u.a.  die  Neonikotinoide,  die  mittlerweile  eine  wichtige  Insektizidklasse  in  Europa  und  die  wichtigste  in  Deutschland  darstellen.  Neonikotinoide  werden  häufig  als  Beize,  d.h. präventiv eingesetzt. Sie weisen keine sehr hohe direkte Toxizität auf, sind dafür aber relativ  persistent und  wirken  als  systemische  Nervengifte.  Die  Gifte  akkumulieren  in  Insekten  über  einen  langen  Zeitraum  und  üben  im  Nervensystem  einen  Dauerreiz  aus.  Dieser führt bei Insekten zu Gedächtnisausfall, so dass Bienen nicht mehr zu ihrem Stock zurückfinden. Inzwischen gibt es darüber hinaus Belege dafür, dass Neonikotinoide eine allgemeine Immunschwächung bei Bienen und Fischen verursachen.

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