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Es ist richtig, dass die Einreise von Erntehelfern aus den Nachbarländern jetzt erlaubt werden muss, betont Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament und Mitglied im Umweltausschuss:

„Deutschland braucht für seine Gemüse- und Obsternte jedes Jahr 280.000 Arbeitskräfte aus dem Ausland – in den vergangenen Jahren vor allem aus Rumänien und Bulgarien. Ohne sie drohen Spargel – und später Erdbeeren - auf den Feldern zu verrotten und Zwiebeln, Lauch, Möhren, Zucchini und Brokkoli oder können gar nicht erst gepflanzt oder gesät werden.
Wenn wie von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner behauptet, die Versorgung kein Problem sein soll, dann müssen auch Saisonarbeiter aus Bulgarien und Rumänien kommen können. Wer glaubt, dass Äpfel aus Italien oder Tomaten aus Spanien bei anhaltender Krise so einfach weiter zu uns kommen, der geht fehl. Ob deutsche oder südeuropäische Gemüsebauern: Ohne Personal, insbesondere aus osteuropäischen Ländern geht bei uns gar nichts.
Wer im Sommer Tomaten, Gurken oder Salat u.v.m. essen will, der muss wissen, dass die Pflanzen jetzt in den Boden kommen müssen. Auch dafür braucht es Arbeitskräfte. Um Erzeugung und Ernte sicherzustellen, muss umgehend eine europäische Lösung her, die das freie Reisen der in der Landwirtschaft benötigten Menschen garantiert. Und zwar sofort.
Wir müssen aber auch kritisch sehen, dass es kurzsichtig war, die heimischen Gemüse- und Obsterzeugung aufgrund von niedrigeren Produktionskosten ins Ausland zu verlagern. Deutschland erzeugt nur noch 36 Prozent des hier verzehrten Gemüses und nur 22 Prozent des benötigten Obstes. Die Masse aber kommt aus anderen EU-Staaten oder aus Drittländern und setzt zusätzlich die noch hier produzierenden Erzeuger unter Druck. So werden deutsche Apfelbauern ihre heimischen Äpfel oft nicht los, weil die Discounter billiger im Ausland kaufen.
Wir sollten die Lehre aus der momentanen Krise ziehen und uns der regionalen Kreisläufe erinnern, die vor Ort Wertschöpfung generieren. Sie gilt es zu stärken, und deshalb sollten in diesen Bereich auch gezielt Agrarfördergelder gesteckt werden.“

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