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BiomarktInfo - Um Müll zu vermeiden, sollen Konsumenten beim Einkaufen bald weniger Plastiktüten benutzen. Dies hat das EU-Parlament in Straßburg nun endgültig beschlossen. Die EU-Staaten hatten bereits im März zugestimmt.

"Milliarden Plastiktüten landen direkt als unbehandelter Müll in der Natur", zitiert Spiegel Online die dänische Abgeordnete Margrete Auken (Grüne), die die Gesetzgebung im Parlament betreut hatte. Künftig sollen sich die EU-Staaten nationale Ziele zur Verminderung setzen. Demnach sollen bis Ende 2019 EU-weit nur noch halb so viele leichte Plastiktüten verwendet werden wie 2010.

Damals habe jeder EU-Bürger laut einer Statistik des Europaparlaments im Durchschnitt etwa 200 Tüten genutzt, davon knapp 180 Einwegtüten, in Deutschland seien es im Mittel 71 Tüten gewesen, davon 64 Einwegtaschen. Bis zum Jahr 2025 soll der Wert in Deutschland auf höchstens 40 Tüten pro Jahr sinken, schreibt das Blatt weiter.

Der umweltpolitische Sprecher der Grünen, Martin Häusling, nennt die Entscheidung einen „Meilenstein für den Umweltschutz“. Jährlich würden in der EU 100 Milliarden Plastiktüten verbraucht. Fast 90 Prozent landeten schon nach einmaliger Verwendung im Müll. "Und damit nicht genug: Etwa acht Milliarden Tüten werden achtlos weggeworfen und landen dann in der Umwelt, vor unserer Haustür, in unseren Wäldern und Meeren", so Häusling weiter.

Der Beschluss erlaube außerdem allen Staaten in der EU, eine feste Gebühr für Plastiktüten einzuführen. "Ein weiterer wichtiger Schritt zur Reduzierung von Plastikmüll", macht Martin Häusling deutlich.

Besonders gefährlich seien die so genannten "Oxo-Tüten". Sie zersetzen sich in langlebige Kleinstteile und landeten oftmals in den Mägen von Tieren und Fischen. Die Umweltverträglichkeit dieser Tüten müsse nun von der Europäischen Kommission untersucht werden, fordert Häusling. Im Anschluss soll es auch für die Oxo-Tüten eine gesetzliche Regelung geben. "Das ist zumindest ein Teilerfolg. Leider gab es keine Mehrheit für unseren Vorschlag, die Tüten in den kommenden Jahren komplett abzuschaffen", erläutert der Europaabgeordnete. "Die Auseinandersetzung in Brüssel war nicht einfach. Wir mussten für unsere Ziele kämpfen". Der ursprüngliche Vorschlag der EU-Kommission sei in allen Bereichen deutlich schwächer gewesen.

"Das war heute ein Erfolg für den Schutz der Umwelt. In Europa und bei uns vor Ort. Aber klar ist auch: Wir stehen noch am Anfang. Wenn schon eine Wegwerftüte, dann sollte es zukünftig eine biologisch abbaubare oder kompostierbare sein", so die Häuslings Forderung.

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