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Gesunde Süßwasserökosysteme sind wichtig für die Natur, die Gesellschaft und die Volkswirtschaften. Sie sind eine Quelle für (über-)lebenswichtiges Süßwasser. Darüber hinaus erbringen sie viele wichtige Ökosystemleistungen wie Hochwasserschutz, Kohlenstoffbindung, Grundwasseranreicherung, Wasserreinigung, Trinkwasserversorgung, Nahrungsmittelversorgung und Uferbefestigung. Doch verfügbares Wasser wird immer knapper, da die menschliche Bevölkerung wächst und die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserkreislauf stärker werden. Die Situation in der EU ist ernst. Süßwasserökosysteme sind zahlreichen Belastungen ausgesetzt: Verschmutzung durch Landwirtschaft und Industrie sowie Haushalte, übermäßige Entnahme aus Grundwasserleitern und Flüssen, Veränderungen der natürlichen und physikalischen Bedingungen von Flüssen und anderen Süßwasserkörpern durch Wasserkraft, Schifffahrt, Landwirtschaft und Hochwasserschutz.

Infolgedessen gilt nicht einmal die Hälfte aller europäischen Gewässer als gesund. Die jüngste Bewertung der Europäischen Umweltagentur (EUA) zeigt auf, dass nur etwa 40 Prozent der europäischen Oberflächengewässer einen guten ökologischen Zustand erreichen. Beim Grundwasser erreichen immerhin 74 Prozent einen guten chemischen Zustand und 89 Prozent einen guten quantitativen Zustand 1. Doch werden bei der Beurteilung etliche chemische Parameter übersehen und die Probleme durch den Klimawandel verstärkt. Schädliche menschliche Aktivitäten wie die Verschmutzung durch Landwirtschaft und Industrie, die übermäßige Entnahme von Wasser und die Veränderung des Wasserflusses für Wasserkraft und Schifffahrt haben die meisten Flüsse, Seen und Küstengewässer in Europa so stark geschädigt und verschmutzt, dass sie nicht mehr in der Lage sind, die Tier- und Pflanzenwelt angemessen zu unterstützen und die für unsere Gesundheit und unseren Lebensunterhalt so wichtigen Leistungen zu erbringen.

Die gute Nachricht ist, dass wir in Europa ein ehrgeiziges Gesetz haben, das unsere Flüsse, Seen, Feuchtgebiete, Bäche, Küstengewässer und das Grundwasser schützt - die EU Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Dieses Gesetz schreibt auch vor, dass geschädigte Gewässer bis spätestens 2027 wieder in einen ökologisch gesunden Zustand versetzt und nachhaltig bewirtschaftet werden müssen. Sie muss aber auch umgesetzt werden und daran hapert es. Was die Landwirtschaft dabei für eine Rolle spielt und welche Potentiale es für Lösungen gibt, das lest Ihr hier.

 

 

Juli 2023