Kürzungen beim Ökolandbau sind angesichts von Dürre und Klimakrise ein fatales Signal, dazu erklärt Martin Häusling, Mitglied der Grünen in den Ausschüssen Landwirtschaft, Umwelt und Gesundheit:
"Ausgerechnet im Jubiläumsjahr des deutschen Bio-Siegels setzt Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer den Rotstift beim Ökolandbau an.
Die Mittel für das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) sollen um rund 31 Prozent gekürzt werden. Auch bei der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) drohen erhebliche Einschnitte bei der Förderung umweltgerechter Landwirtschaft.
Das ist nicht nur ein falsches Signal an die Landwirtinnen und Landwirte, sondern ein politischer Widerspruch ersten Ranges. Minister Rainer muss erklären, wie er die Landwirtschaft klimafest machen und gleichzeitig die Programme kürzen will, die genau dafür Wissen und Innovation liefern:
Seit 25 Jahren steht das Bio-Siegel für verlässliche Standards, Transparenz und eine erfolgreiche Entwicklung des ökologischen Landbaus. Heute bewirtschaftet die deutsche Landwirtschaft bereits rund 1,93 Millionen Hektar ökologisch – doch der Weg zum politischen Ziel von 30 Prozent Ökolandbau bis 2030 ist noch weit.
Und ausgerechnet jetzt wird gekürzt. Dieser Sommer führt uns mit Dürre und Ernteausfällen drastisch vor Augen, wie verletzlich unsere Landwirtschaft gegenüber den Folgen der Klimakrise ist. Minister Rainer verteilt zusätzliche Mittel nach dem Gießkannenprinzip, statt konsequent in die Widerstandsfähigkeit unserer Landwirtschaft zu investieren.
Der Ökolandbau ist dabei kein Nischenprojekt, sondern ein Projekt für die Landwirtschaft der Zukunft: vielfältige Fruchtfolgen, weniger Abhängigkeit von fossilen Betriebsmitteln und chemisch-synthetischen Düngern, Schutz von Böden und Wasser und eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber Wetterextremen. Gerade deshalb brauchen wir mehr Forschung, Wissenstransfer und Investitionen in alternative Anbaumethoden – nicht weniger.
Wer angesichts der Dürre die Forschung für resiliente Anbausysteme kürzt, hat den Ernst der Lage nicht verstanden.
Das 25-jährige Jubiläum des Bio-Siegels sollte Anlass sein, die Erfolge des Programmes zu feiern und nächste Schritte zu gehen. Stattdessen will die Bundesregierung die Grundlagen für die weitere Entwicklung des Ökolandbaus schwächen.
Wir brauchen eine Agrarpolitik, die aus der Klimakrise lernt – und nicht eine, die bei der Zukunftsförderung den Rotstift ansetzt. Minister Rainer sollte die Kürzungen beim BÖL zurücknehmen und die Forschung und den Umbau hin zu einer klimaresilienten Landwirtschaft endlich zur Priorität machen."