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Quelle: https://www.agrarheute.com/wochenblatt/politik/leyen-schreibt-briefe-558398

Autorin: Alexandra Königer, Bay. Landwirtschaftliches Wochenblatt vom 12. Sept 2019

 

Ursula von der Leyen hat ihr Personaltableau vorgelegt und keiner meckert.

Da kann die künftige EU-Kommissionspräsidentin erst einmal aufatmen. Der Vorschlag besteht nahezu paritätisch aus Männern und Frauen, das hatte sie dem Parlament angekündigt. Einen Klimakommissar gibt es auch, die Länder fühlen sich angemessen vertreten.

Aus fachlicher Sicht gibt es warme Worte für den nominierten EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski. Für den Polen gab es Vorschusslorbeeren vom Generalsekretär der EU-Ausschüsse der Bauernverbände und ländlichen Genossenschaften, Pekka Pesonen. Der Kandidat verfüge über Erfahrung in Agrarfragen und der Arbeitsweise von EU-Institutionen. Sogar vom Agrarsprecher der Grünen, Martin Häusling, kam leises Lob. Er hege die Hoffnung, dass Wojciechowski die Vorschläge zur GAP-Reform noch in bessere Bahnen lenken werde, gerade was kleinere Betriebe angeht. Das ist bemerkenswert: Bauernverbände und Grüne sehen eine Chance in der Nominierung.

Von der Leyen hat am Tag der Vorstellung der Kandidatenliste gleich weitergearbeitet. Sie hat Briefe geschrieben. Einer ging an den nominierten EU-Agrarkommissar. Darin fordert die Chefin den Polen dazu auf, in der EU für eine Verringerung des Einsatzes von „Pflanzenschutzmitteln, Kunstdüngern und Chemikalien“ zu sorgen.

Hoppla! Das lässt aufhorchen, zumal von der Leyen in ihrer Bewerbungsrede vor dem EU-Parlament mit keiner Silbe die Agrarpolitik erwähnt hat. Über den Klimaschutz hat sie dagegen ausgiebig gesprochen. Die 60-Jährige gilt als – freundlich gesagt – durchsetzungsstark. Für Ozeane und die Umwelt soll künftig der 28-jährige Virginijus Sinkevicius aus Litauen zuständig sein. Seine Partei steht den Grünen nahe, ist aber eher in der politischen Mitte angesiedelt. Das könnte noch spannend werden.

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