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Brüssel - Zum wachsenden Interesse der Verbraucher an biologisch erzeugten Lebensmitteln erklärt der Europaabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA, Martin Häusling:

„Es ist erfreulich, dass auch im vergangenen Jahr die Verbraucher erneut mehr zu Bio-Lebensmitteln gegriffen haben. Zwar reicht die Zuwachsrate von knapp fünf Prozent nicht mehr an die Steigerungen vergangener Jahre heran. Doch es zeigt sich auch jetzt, dass das Vertrauen der Kunden in die Qualität von Bio-Lebensmitteln ungebrochen ist.

Allerdings können die deutschen Bio-Bauern den Appetit auf regional erzeugte Öko-Waren immer weniger stillen. Die Schere zwischen heimischen und importierten Produkten geht immer mehr auseinander. Der Branche fehlt der Nachwuchs, weil viele Landwirte zum Beispiel in den profitablen Ackerbauregionen oder den Hochburgen der Fleischproduktion  mit konventionellen Produkten oder mit der Erzeugung von Biogas leichter Geld verdienen können. Diese Produktion aber geht auf Kosten der Umwelt und der Gesellschaft. Die angerichteten Umweltschäden fließen nicht in den Preis der Produkte ein. Wir zahlen sie an anderer Stelle. Nur so können herkömmliche Lebensmittel so billig sein, wie sie sind. Zu billig eben!

Aber auch Bio-Kost ist oft zu billig. Es ist zwar erfreulich, das man Bio inzwischen in jedem gut sortierten Supermarkt bekommen kann. Bio bei Aldi und Lidl als Discounterware zu verramschen erweist sich aber für die Erzeuger letztendlich als äußerst problematisch. Die Preise werden insgesamt nach unten gezogen und der Verbraucher erwartet mehr und mehr, dass nun auch Bio billig sein muss. Statt auf Niedrigpreise zu setzen, sollte die ökologische Landwirtschaft in Deutschland viel stärker herausstellen, worin die Vorteile einer regionalen Bio-Produktion liegen und dass diese auch ihren Preis haben muss.

Wir brauchen mehr regionale Bioproduktion und Verarbeitung. Dies allerdings vorzuschreiben, bevor sich die Strukturen dafür entwickelt haben, so wie der Kommissionsvorschlag zur Ökoverordnung es zum Teil fordert, ist der falsche Weg. Zunächst müssen die Strukturen gefördert und entwickelt werden.“


Weitere Informationen:
Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament - Martin Häusling
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