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Morgen wird in Straßburg über die neue EU-Waldstrategie abgestimmt.

Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament und Mitglied im Umweltausschuss, war Grüner Berichterstatter für die Stellungnahme des Umweltausschuss zur Waldstrategie. Er kommentiert die morgige Abstimmung:


Die neue EU-Waldstrategie hätte ein ganz großer Wurf werden können, ein echter Game Changer im Umgang mit unseren Wäldern. Der Vorschlag, den die EU-Kommission im Juli 2021 auf den Tisch gelegt hatte, hatte das Potential dafür. Erstmals ging es um mehr als nur die Holzproduktion; das ganze Ökosystem Wald sowie seine zentrale Bedeutung für die Biodiversität und den Klimaschutz wurden prominent abgebildet.
Der federführende Agrarausschuss des Europäischen Parlaments hat den Vorschlag aber nun dermaßen ausgehöhlt, dass morgen über einen – trotz einiger noch immer guten Elemente - unzureichenden Text abgestimmt wird. Das dringend benötigte Umsteuern für den europäischen Wald wird damit nicht angestoßen. Schuld daran trägt vor allem die Forst- und Holzindustrie, die ihren Umgang mit dem Wald per se als ‚nachhaltige Waldbewirtschaftung‘ einstuft und das Ernten und Verfeuern von Holz als nachhaltige Energieerzeugung sieht. Die Parlamentsposition läuft so darauf hinaus, dass wirklich naturnahe Waldbewirtschaftung ('close to nature forestry') zwar als Goldstandard bezeichnet wird, seine Umsetzung aber freiwillig bleiben soll und somit wohl weiterhin ein Nischendasein fristen wird. Die Grünen im Europäischen Parlament werden dieser Ausgestaltung der EU-Waldstrategie nicht zustimmen.


Weitere Informationen:
Link zur Plenums-Tagesordnung: https://www.europarl.europa.eu/doceo/document//OJQ-9-2022-09-13_DE.html#V-79
Link zum zur Abstimmung stehenden Bericht: https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/A-9-2022-0225_DE.html
PM zur Tagung „Waldzukunft/Zukunftswald am 9.9.22: Unsere Wälder stehen unter massivem Druck, dem sie nicht mehr gerecht werden können!

 

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