Grüne Europagruppe Grüne EFA

Blei ist nicht nur ein Risiko für Wild, sondern auch für Menschen, die Wildfleisch und -wurst essen: Denn sie enthält sehr oft nennenswerte Bleireste. Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament und Mitglied im Umweltausschuss, kommentiert die erschreckenden Ergebnisse:

„Die desaströsen Ergebnisse des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittel-sicherheit (BVL) zeigen, wie überfällig die Umsetzung der EU-Vorgaben für den Verzicht auf bleifhaltige Munition sind. Denn in stattlichen drei von vier Proben mit Wild hergestellter Lebensmittel sind nennenswerte, der Gesundheit abträgliche Blei-Reste enthalten. Sie stammen aus der Munition, die Jäger immer noch verwenden.
Zwar gilt seit einem Jahr EU-weit, dass nach einer Übergangsfrist von zwei Jahren über und in Feuchtgebieten keine bleihaltige Munition mehr verwendet werden darf. Doch die Umsetzung verläuft nicht konsequent und ist auf Gewässer begrenzt, wenn auch in vielen Staatswäldern Blei längst ausgemustert wurde.
Die Zahlen des Bundesamtes belegen nun, wie dringlich ein konsequentes Verbot dieser an sich völlig überflüssigen Munition ist.
Bei der Untersuchung wurden 75 Wurstwaren mit Wild auf ihren Bleigehalt untersucht. Bei 54 Proben (das sind 72 Prozent) wurde Blei nachgewiesen. Insgesamt wurden sieben Proben beanstandet, sechs davon wurden als „nicht zum Verzehr geeignet“ und eine Probe sogar als gesundheitsschädlich eingestuft. Generell wiesen Wurstwaren mit höherem Wildfleischanteil auch höhere Bleigehalte auf. Erzeugnisse mit Wildschwein waren tendenziell stärker mit Blei belastet als Erzeugnissen mit Reh oder Hirsch.
Blei ist schon bei geringen Gehalten gesundheitsschädlich. Nicht ohne Grund sagen die Behörden: Kinder, Schwangere und Frauen im gebärfähigen Alter sollten daher auf den Verzehr von mit Bleimunition geschossenem Wild verzichten.
Wir Grüne aber meinen: Blei hat generell in der Munition nichts verloren. Mögen die Jagdverbände Mehrkosten und ausgemusterte Flinten beklagen: Der Schutz der Gesundheit geht vor!
Überdies, und das war eines der ebenfalls wesentlichen Motive, die Jagd mit Blei EU-weit einzuschränken, bleibt jährlich mindestens eine Million von Wasservögeln der Strecke, weil sie die bleihaltige Munitionsreste beim Gründeln oder Picken aufnehmen und dann in einem qualvollen Kampf gegen das auch für den Menschen extrem gefährliche Gift verenden. Adler, die Enten- oder Gänse-Aas aufnehmen, sterben ebenfalls einen schrecklichen Tod. Das muss endlich beendet werden!“

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