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Undifferenzierte Werbung für mehr Rindfleischverzehr ist in der heutigen Zeit ein Irrweg

Mitten im Klimawandel unterstützt die EU-Kommission eine Werbe-Kampagne zum Rindfleischverzehr. „Das ist völlig aus der Zeit gefallen“, kommentiert Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament und Mitglied im Umweltausschuss:

„Die Kampagne mit dem Slogan ‚Become a Beefeatarian’ (sinngemäß: Werde ein Rindfleischesser) stammt aus Spanien und Belgien. Sie wurde von der dortigen Rindfleischindustrie auf den Weg gebracht und wird nun weitgehend von der EU finanziert werden: 3,6 Millionen Euro der 4,5 Millionen Euro teuren Kampagne, die auch den Rindfleischabsatz in Deutschland, Portugal und Frankreich ankurbeln soll, kommen aus Brüssel.
Wenn wir in der heutigen Zeit für den Verzehr landwirtschaftlicher Produkte in der EU werben, dann muss diese Werbung ausschließlich auf Qualität, auf ökologischen Landbau und / oder auf regionale Erzeugung abstellen. Nur dann deckt sich eine derartige Aktion mit den Zielen einer Agrarpolitik, die aus Gründen des Klimaschutzes und einer gesunden Ernährung die Ökologisierung der europäischen Landwirtschaft in den Fokus stellen muss.
Nichts gegen Werbung für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Aber diese Kampagne, die auch noch mit zweifelhaften gesundheitlichen Argumenten einer auf Rindfleisch basierenden Ernährung daherkommt, führt völlig in die Irre. Sie setzt aufs falsche Pferd. Ich fordere die EU-Kommission auf, die Finanzierung dieser PR-Aktion sofort zu stoppen!
Wir können nicht in einer Zeit, in der jegliche Anstrengung für den Klimawandel auch von der Landwirtschaft gefordert wird, das vermehrte Essen von Fleisch bewerben. Hinzukommen gesundheitliche Aspekte, die einen vermehrten Fleischkonsum äußerst fraglich erscheinen lassen.“

 

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