Grüne Europagruppe Grüne EFA

Wiesbaden - Zu den Erkenntnissen des Statistischen Bundesamtes, wonach Deutschland immer mehr Agrarflächen in Übersee beansprucht, erklärt der Europaabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA, Martin Häusling:
 
„Es ist erschreckend zu sehen, dass die deutsche Agrar- und Lebensmitteindustrie mit ihrer fatalen Exportorientierung immer stärker auf den Import von in Südamerika erzeugtem Futter angewiesen ist. Es hat keinen Sinn, mit Futter aus Übersee für eine auf Export ausgerichtete Industrie zu produzieren und dabei die Folgen für Mensch und Umwelt sowohl in Übersee als auch bei uns zu ignorieren.
Heute übersteigt die ins Ausland ausgelagerte landwirtschaftliche Fläche mit mehr als 18 Millionen Hektar die im Inland vorhandene Fläche um 3,5 Millionen Hektar.  Das sind fast 40 Prozent mehr als vor zehn Jahren.

Heute wird also weit mehr Land für Ernährungszwecke im Ausland beansprucht, als bei uns  - Wiesen und Äcker eingeschlossen – überhaupt zur Verfügung steht. Gleichzeitig sinkt der Flächenanteil im Inland, auf dem Pflanzen zur Ernährung von Mensch und Tier wachsen. Stattdessen werden dort Pflanzen zur Erzeugung von Sprit und Biogas angebaut.
Hinzukommt, dass allein die für den Export von Fleisch, Milch, Wurst und Eier benötigten Flächen innerhalb von zehn Jahren um sogar 80 Prozent gestiegen sind!  Allein für den Export von Lebensmitteln werden heute 12,7 Millionen Hektar benötigt  - das ist mehr, als es in Deutschland an Äckern gibt. Was für eine fatale Entwicklung! Wir müssen sie dringend umkehren.
Weniger Flächen für Biokraftstoffe und ein reduzierter Fleischverbrauch zusammen ergeben eine Landwirtschaft, die auch in Deutschland eine Eigenversorgung weitgehend ermöglicht und die zugleich in der Lage ist, die Artenvielfalt in der Landschaft zu bewahren.“

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