Grüne Europagruppe Grüne EFA

Vor einer Ausweitung der Massentierhaltung auch in Hessen warnt der Europaabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA, Martin Häusling:

„Aktuelle Zahlen über den Anstieg vor allem bei den Mastplätzen für Hühner und dem enormen Zuwachs der nach Übersee ausgelagerten Flächen für den Futteranbau zeigen, dass die Entwicklung der deutschen und auch der hessischen Landwirtschaft in eine komplett falsche Richtung läuft. 1,3 Millionen neue Mastplätze in Hessen binnen nur drei Jahren bedeutet eine Zunahmen um satte 239 Prozent.

Die meisten dieser Mastplätze wurden in Nordhessen gebaut. Offenbar haben die hinter dieser Entwicklung stehenden Fleischkonzerne die Flucht nach Hessen angetreten, weil sie in anderen Bundesländern mit völlig nachvollziehbaren Umweltauflagen konfrontiert sind, denen sie nun aus dem Weg gehen wollen.
Striktere Emissionsauflagen, mehr kommunale Mitsprache bei Stallneubauten sowie konsequente Brandschutzauflagen, damit die Tiere im Falle eines Feuers lebend geborgen werden können, sind in meinen Augen absolut zwingend und logisch.  
Die Folgen eines Produktionsanstiegs in einem von gerade zwei oder drei Konzernen beherrschten Markt wird unweigerlich zu einem Verdrängungsprozess in der Landwirtschaft – weg von gut und nah, hin zu billig und fern - führen. Zudem führt dieser Prozess automatisch in eine Form der Landwirtschaft, die von der Fläche unabhängig produziert, weil sie ihren hohen Futterbedarf zu nicht unbeträchtlichen Anteilen aus Übersee deckt. Diese Produktion ist nicht nur mit Energieverlust und höheren Treibhaugasen verbunden, sie birgt aufgrund des hohen Antibiotikaeinsatzes auch hohe Risiken für den Verbraucher. Wir wollen in Hessen kein zweites Vechta.“

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