Grüne Europagruppe Grüne EFA

Brüssel - Zu dem enormen Anstieg beim Verbrauch von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland erklärt der Europaabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA, Martin Häusling:
„Die jüngsten Zahlen der Industrievereinigung Agrar sind keineswegs so erfreulich, wie deren scheidender Präsident Hans Theo Jachmann verkündete. Vielmehr bedeuten Umsatzsteigerungen in 2012 bei Herbiziden um 13,5 Prozent, im Rübenanbau sogar um 20 Prozent, bei Insektiziden um 9,2 Prozent und bei Fungiziden um mehr als vier Prozent, dass die Intensivierung der Landwirtschaft munter voranschreitet.
Statt auf Nachhaltigkeit zu setzen, provoziert die Industrialisierung der Landwirtschaft den ungebremsten Artenschwund.

Diesen Trend bestätigten bereits die Zahlen des vergangenen Jahres mit einem Absatzzuwachs von drei Prozent.
Der ungezügelt kletternde Verbrauch von Pestiziden geschieht mit voller Rückendeckung der schwarz-gelben Bundesregierung. Sie verwässert alle Bemühungen der EU, die Agrarpolitik in Richtung zu mehr Nachhaltigkeit zu führen. Dies drückt sich etwa in den Vorschlägen für ein „Greening“ der EU-Agrarpolitik deutlich aus.
Die Bundesregierung tut auch nichts, um in der Agro-Energiepolitik wegzukommen von der einseitigen Förderung von Mais für Biogasanlagen. Die Quittung kann man im Bericht der Industrievereinigung nachlesen: Dort wird  als „treibende Kraft“ für den binnen eines Jahres um fünf Prozent gewachsenen Markt für Mais-Herbizide die Inbetriebnahme weiterer Biogasanlagen genannt.
Der deutschen Agrarchemie-Industrie scheint entgangen zu sein, dass die Landwirtschaft Hauptverursacher des  Artenrückgangs ist. Werden mehr Pestizide eingesetzt, spiegelt sich das unmittelbar im Rückgang  gefährdeten Arten wider. Ein Drittel der Ackerwildpflanzenarten gelten als bedroht, sind jedoch unentbehrliche Glieder der Nahrungskette. Diese ökologischen Kreisläufe werden durch die Intensivierung und den massiven Verbrauch der Pestizide zerstört.“

Weitere Informationen:
Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament - Martin Häusling
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