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Umweltgifte

11.01.2018

Herber Rückschlag für den Verbraucherschutz: Mehrheit des EU-Umweltausschuss ist gegen Totalverbot von Bisphenol A in Lebensmittelverpackungen

Der Umwelt- und Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments hat heute über eine Gesetzesvorlage zur Regelung der Chemikalie Bisphenol A (BPA) in Lebensmittelkontaktmaterialien abgestimmt. Martin Häusling, Mitglied des Umweltausschusses, der den Einspruch gegen die Gesetzesvorlage initiiert hat, kommentiert:

Das ist ein herber Rückschlag für den vorsorgenden Verbraucherschutz. Der  Europäischen Kommission und der Lebensmittelindustrie ist es gelungen, die Abgeordneten des Europäischen Parlaments mit falschen Versprechungen in trügerischer Sicherheit zu wiegen.
Ich bedauere zutiefst, dass die Mehrheit der Abgeordneten des Umwelt- und Gesundheitsausschusses ihrer Verantwortung zum Schutz der Bevölkerung nicht gerecht worden ist. Bisphenol A muss aus Lebensmittelverpackungen verbannt werden. Nur dann kann sichergestellt werden, dass die Chemikalie nicht von der Verpackung in das Lebensmittel und von diesem in unseren Körper übergeht. Eine Reduzierung der Grenzwerte reicht nicht. Selbst kleinste Mengen des Stoffes können in unser empfindliches Hormonsystem eingreifen und dort zu dauerhaften Veränderungen führen. Eine Fülle wissenschaftlicher Studien zeigt die Gefährlichkeit von Bisphenol A seit Jahren auf und wurde 2017 im Ergebnis von der Europäischen Chemikalienagentur ECHA als ‚besonders besorgniserregender Stoff‘ klassifiziert. Einen solchen nicht komplett zu verbieten, ist unverantwortlich gegenüber den Schwächsten unserer Gesellschaft: Föten, Babys und Kleinkindern, deren gesundheitliche Unbeschwertheit durch eine Dosis Bisphenol A in einem wichtigen Entwicklungsstadium unwiderruflich beeinträchtigt werden kann.
Wir Grüne werden nicht aufgeben, uns für chemiefreie Lebensmittel einzusetzen. Die Fakten sprechen für sich und werden hoffentlich auch bald von den Sozialisten und Konservativen zur Kenntnis genommen werden“.

Weitere Informationen finden Sie in meinem Briefingdazu.

Hintergrund:
Ein aktueller Gesetzesvorschlag der Europäischen Kommission sieht vor, die momentanen Migrationsgrenzwerte für Bisphenol A in Lebensmittelkontaktmaterialien zu senken: von 0.6 mg auf 0.05mg/kg Lebensmittel. Martin Häusling und Abgeordnete anderer politischer Fraktionen haben dagegen Einsprucherhoben: sie sprechen sich dafür aus, BPA komplett aus Lebensmittelkontaktmaterialien zu verbannen.
Die Chemikalie Bisphenol A (BPA) wird in der Lebensmittelindustrie für die Innenbeschichtung von Konservendosen und Deckeldichtungen sowie für Plastikverpackungen verwendet.
BPA wurde kürzlich von der ECHA als endokriner Disruptor (wirkt also auf das Hormonsystem) und als ‚besonders besorgniserregender Stoff‘ klassifiziert. Allerlei gesundheitliche Auswirkungen werden mit BPA in Verbindung gebracht (Unfruchtbarkeit, hormonell bedingte Krebsarten wie Hoden-, Brust-, Prostatakrebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Lern- und Verhaltensstörungen bei Kindern...).
Dabei macht nicht die Dosis das Gift wie bei gewöhnlichen Giften, sondern das Zeitfenster der Exposition ist entscheidend. Besonders gefährdet sind die schwangere Frauen, Babies, Kleinkinder und Teenager. Die Migrationsgrenzwerte abzusenken, wie die Kommission es in ihrem Verordnungs-Vorschlag tut, bringt also gar nichts, auch weil es zu ‚Cocktail-Effekten‘ kommen kann, d.h. chemische Reaktionen im Körper, die eintreten, wenn verschiedene Chemikalien aufeinander treffen.
In Frankreich ist Bisphenol A seit 2015 komplett verboten in Lebensmittelkontaktmaterialien - was beweist, dass man auch Lebensmittelverpackungen ohne diese Chemikalie herstellen kann.

11.01.2018

Grüne bleiben dran: Bisphenol A hat in Lebensmitteln nichts zu suchen!

161006 bpa free deAm 11. Januar 2018 hat der Umwelt- und Gesundheitsausschuss des Europaparlaments (ENVI) über ein mögliches Verbot von Bisphenol A in Lebensmittelverpackungen /z.B. Dosen oder Plastikflaschen) abgestimmt. Obwohl die Chemikalie als 'besonders besorgniserregende Substanz' klassifiziert worden ist, haben Konservative und Sozialdemokraten ein Verbot abgelehnt und lediglich für geringere Grenzwerte votiert. Das reicht nicht, um Ungeborene, Kinder, Schwangere und Kranke ausreichend zu schützen.

Mehr Informationen:
•    Briefing mit Hintergrundinformationen zur Initiative, Verwendung und Regelung von Bisphenol A
•    Süddeutsche Zeitung „Außenrum weniger Gift“ vom 11.1.2018

10.01.2018

Parlamentsinitiative im morgigen EU-Umweltausschuss: Bisphenol A hat in Lebensmittelverpackungen nichts zu suchen!

Am Donnerstag wird der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments über eine Gesetzesvorlage zur Regelung der Chemikalie Bisphenol A (BPA) in Lebensmittelkontaktmaterialien abstimmen. Martin Häusling, Mitglied des Umweltausschusses, der den Einspruch gegen die Gesetzesvorlage initiiert hat, kommentiert:

„Bisphenol A muss aus Lebensmittelverpackungen draußen bleiben. Nur dann kann sichergestellt werden, dass die Chemikalie nicht von der Verpackung in das Lebensmittel und von diesem in unseren Körper übergeht. Selbst kleinste Mengen des Stoffes können in unser empfindliches Hormonsystem eingreifen und dort zu dauerhaften Veränderungen führen.
Bisphenol A ist nicht unverzichtbar - in Frankreich zum Beispiel ist Bisphenol A seit 2015 komplett verboten in Lebensmittelkontaktmaterialien. Warum sollten wir uns also dem Gesundheitsrisiko aussetzen, wenn es auch anders geht?
Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat am Donnerstag die Chance, einen bedeutenden Schritt für die Gesundheit der europäischen Bürger zu machen. Ich hoffe, die Parlamentarier sind sich der Tragweite ihrer Entscheidung bewusst und stimmen gegen die Gesetzesvorlage.“


Weitere Informationen finden Sie in meinem Briefingdazu.

Hintergrund:
Ein aktueller Gesetzesvorschlag der Europäischen Kommission sieht vor, die momentanen Migrationsgrenzwerte für Bisphenol A in Lebensmittelkontaktmaterialien zu senken: von 0.6 mg auf 0.05mg/kg Lebensmittel. Martin Häusling und Abgeordnete anderer politischer Fraktionen haben dagegen Einsprucherhoben: sie sprechen sich dafür aus, BPA komplett aus Lebensmittelkontaktmaterialien zu verbannen.
Die Chemikalie Bisphenol A (BPA) wird in der Lebensmittelindustrie für die Innenbeschichtung von Konservendosen und Deckeldichtungen sowie für Plastikverpackungen verwendet.
BPA wurde kürzlich von der ECHA als endokriner Disruptor (wirkt also auf das Hormonsystem) und als ‚besonders besorgniserregender Stoff‘ klassifiziert. Allerlei gesundheitliche Auswirkungen werden mit BPA in Verbindung gebracht (Unfruchtbarkeit, hormonell bedingte Krebsarten wie Hoden-, Brust-, Prostatakrebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Lern- und Verhaltensstörungen bei Kindern...).
Dabei macht nicht die Dosis das Gift wie bei gewöhnlichen Giften, sondern das Zeitfenster der Exposition ist entscheidend. Besonders gefährdet sind die schwangere Frauen, Babies, Kleinkinder und Teenager. Die Migrationsgrenzwerte abzusenken, wie die Kommission es in ihrem Verordnungs-Vorschlag tut, bringt also gar nichts, auch weil es zu ‚Cocktail-Effekten‘ kommen kann, d.h. chemische Reaktionen im Körper, die eintreten, wenn verschiedene Chemikalien aufeinander treffen.

04.10.2017

Endokrine Disruptoren: Was sind Umwelthormone?

Was sind Umwelthormone?
Als endokrine Disruptoren (EDs) wird eine Gruppe von Chemikalien bezeichnet, die in den Hormonhaushalt eingreifen kann: Dabei imitieren sie natürliche Hormone, wirken störend auf sie ein oder blockieren sie sogar. Kleinste Mengen dieser Chemikalien genügen, um schlimme und unumkehrbare Hormonveränderungen auszulösen, die u.a. zu Krebs (Prostata, Hoden, Brust), Unfruchtbarkeit und Diabetes führen können. Betroffen sind sowohl Menschen als auch Tiere.

Beispiele für Anwendungsbereiche von EDs
Es ist nahezu unmöglich, nicht mit EDs in Kontakt zu kommen. Sie sind in unserem Essen, unserer Kleidung, Kosmetika und Spielzeug.

Weiterlesen im Briefing zu endokrine Diskruptoren