Grüne Europagruppe Grüne EFA

Ökolandbau und ländliche Räume

03.02.2014

FAZ - Biobauern fürchten Auflagen „Jeder zweite Bergbauer müsste schließen“

FAZ - Die Europäische Kommission will sicherstellen, dass auch „Bio“ drin ist, wo „Bio“ drauf steht. Deswegen sollen die Auflagen schärfer werden. Die Biolandwirte protestieren.
Von Hendrick Kafsack, Jan Grossarth, Henrike Roßbach

Kaum ein Wirtschaftssektor hat sich in den vergangenen zehn Jahren derart dynamisch entwickelt wie die Bio-Lebensmittelbranche. Seit 1999 hat sich der Weltmarkt für Biogemüse, -obst und -fleisch vervierfacht. Die von Biolandwirten in der EU bewirtschaftete Fläche hat sich verdoppelt. Der Umsatz ist allein in Deutschland von 2 Milliarden Euro auf zuletzt 7 Milliarden Euro gestiegen. Hand in Hand mit dem Bioboom geht eine zunehmende Zahl von Betrugsfällen und andere Fehlentwicklungen. Die aus der Gründerzeit der Biobewegung stammenden EU-Regeln passen schlicht nicht mehr zum heutigen Geschäft. Die Europäische Kommission fordert deshalb eine Neuausrichtung und stößt damit ausgerechnet unter den Biolandwirten auf heftigen Widerstand.

Zwei Dinge will die Kommission mit ihren noch internen Vorschlägen, die EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos wohl im März vorlegen wird, erreichen: Sie will Bioprodukte besser kontrollieren, nicht zuletzt Importe, und sicherstellen, dass Bioprodukte auch tatsächlich „Bio“ sind.

Gegen bessere Kontrollen hat zumindest in Deutschland auch niemand etwas einzuwenden. Heute gibt es hier 63 verschiedene „Importstandards“. Die zu vereinheitlichen, lehnt öffentlich niemand ab. Das gilt auch für die Kontrollen in der EU, die die Staaten innerhalb bisher sehr unterschiedlich handhaben, wie das deutsche Thünen-Institut in einer vor wenigen Tagen für die EU-Kommission fertiggestellten Studie festgestellt hat.
„Weniger Auswahl, weniger Ökoprodukte für die Verbraucher.“

Für Aufregung in der Ökobranche sorgen hingegen die Überlegungen, die Vorgaben für Bioprodukte zu verschärfen. Die Europäische Kommission will die Zahl der Ausnahmen – etwa für den Einsatz von konventionellem Futter, Saatgut, Jungtieren – stark reduzieren. Die Rahmenbedingungen für Biobauern hätten sich inzwischen derart verbessert, dass die EU von ihnen auch mehr verlangen dürfe, heißt es in der Kommission. Das stoße natürlich insbesondere bei den Geschäftsleuten unter den Biolandwirten auf Widerstand. „Echte“ Biobauern hätten damit aber keine Schwierigkeiten.

Wenn all das Realität würde, hätte der Verbraucher „weniger Auswahl, weniger Ökoprodukte, weniger Bioläden und die Sachen wären teurer“, sagt hingegen Jan Plagge, Präsident des Anbauverbands Bioland und Vorstand im Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Vor allem kleine Biobauern würden getroffen, kritisiert der Europaabgeordnete Martin Häusling (Grüne). Das Europaparlament, das den Plänen ebenso wie der EU-Ministerrat zustimmen muss, werde die Vorschläge so nicht passieren lassen.

Die Liste der Kritikpunkte ist lang. So bemängeln Verbände und Grüne, dass die Kommission die Anbindehaltung von Rindern verbieten will. In Bergregionen gebe es in den Dörfern aber oft nicht genug Platz für moderne Laufställe, in denen Kühe und Rinder sich frei bewegen können, sagt Plagge. Andererseits seien diese Tiere im Sommer ohnehin auf der Alm, und viele kleine Ökobauern hätten für den Rest des Jahres zumindest in einen Laufhof investiert, auf dem die Tiere tagsüber herumlaufen können. Nur nachts würden sie teilweise angebunden. Obwohl ein Nein zur Anbindehaltung dem Tierwohl dient – dem sich die Ökoverbände verschrieben haben – ist der Verband gegen eine Verschärfung der Spielregeln. Kleinen Betrieben würde der Zugang zum Ökolandbau versperrt, sagt Alexander Beck vom BÖLW. 50 Prozent der Biobetriebe im Alpenraum müssten schließen, schätzt Häusling.

Mit diesem Argument werben die Kommissionskritiker auch für andere Ausnahmen. Momentan dürfen beispielsweise ökologische Betriebe konventionelles Saatgut oder Jungtiere verwenden, so es kein entsprechendes Bioangebot gibt. „Bei Gemüse und Obst gibt es teilweise einfach keine ökologischen Saatgutvermehrer“, sagt Plagge. Häusling bemängelt, dass der Futteranteil vom eigenen Hof oder aus der Region steigen soll, auf mindestens 60 Prozent für Schweine und Geflügel. Das sei kaum einzuhalten. Tatsächlich würde es auf Inseln wie Zypern wahrscheinlich keine Bio-Tierhaltung mehr geben, würde das umgesetzt.

Biobauern fürchten Zunahme der Bürokratie

Auch strengere Grenzwerte für den Anteil gentechnisch veränderter Produkte oder von Pestiziden lehnt Häusling ab, weil es nicht sein könne, dass der Ökolandbau für Verunreinigungen durch nicht nachhaltig bewirtschaftete Nachbarfelder büßen müsse. Mehr Bürokratie fürchtet der BÖLW bei der Vergabe der offiziellen EU-Bio-Siegel, weil diese künftig für jedes Produkt einzeln beantragt werden müssen; bislang können einmal zertifizierte Biobetriebe sie selbständig verwenden. Positiv sieht die Ökobranche allenfalls, dass Bauern in einem Betrieb künftig nicht mehr parallel konventionell und ökologisch wirtschaften dürfen und kleine Landwirte nicht mehr so intensiv kontrolliert werden sollen.

Kritisch sei der Vorstoß der Kommission nicht zuletzt deshalb, da in Deutschland die Nachfrage nach Bioprodukten die heimische Produktion stark übersteige, argumentiert die Ökobranche. Der Rest muss importiert werden. „Das ist das größte Problem der Branche“, sagt BÖLW-Vorstand Beck. „Denn wenn es Ärger wegen der Authentizität von Bioprodukten gibt, dann fast immer bei Importen“, fügt er mit Blick auf die jüngsten Skandale von falsch deklarierten Bio-Lebensmitteln hinzu. Besonders fehleranfällig seien Importe aus Nicht-EU-Staaten. „Wenn nun Bauern aus der Bioproduktion herausgedrängt werden, müssen wir noch mehr importieren“, warnt Beck.

Tatsächlich haben die deutschen Bio-Lebensmittel in einer vom Thünen-Institut in ihrer Studie zitierten Stichprobe auf verbotene Pestizide gut abgeschnitten. Nur 2 Prozent fielen negativ auf. Allerdings lag auch bei Bio-Lebensmitteln aus Israel der Anteil nur bei 2,3 Prozent. Die meisten Unregelmäßigkeiten gab es bei Produkten aus Italien (9,6 Prozent der untersuchten Lebensmittel), Ägypten (9,1 Prozent) und Griechenland (8,9 Prozent). Die südlichen EU-Staaten schneiden auch nach Einschätzung der Kommission nicht besser ab als Nicht-EU-Staaten. Dort ist offenbar bis zu jedes zehnte als „Bio“ deklarierte Lebensmittel in Wahrheit kein solches.

30.01.2014

Briefing Revision EU-Öko-Verordnung Januar 2014

Im März 2014 will die EU-Kommission einen Revisionsentwurf für die EU-Ökoverordnung vorstellen. Sie strebt eine „prinzipiengelenkte“ Neufassung der Verordnung an und will damit die Regeln für den ökologischen Landbau deutlich verschärfen. Die bisher bekannt gewordenen Entwürfe enthalten zwar ein paar positive Verbesserungen, sie enthalten zum Teil aber auch paraxisferne Neuerungen, die sich für den Ökologischen Landbau in Europa kontraproduktiv auswirken würden.

Komplettes Briefing mit Zusammenfassung der bisherigen Abläufe, Themen, Kritikpunkten und Ausblick.

29.01.2014

Konzentration der Marktmacht auf dem europäischen Saatgut-Markt

140129 Saatgutmarkt Studieim Auftrag der Grünen/EFA im Europäischen Parlament
AUTHOR: IVAN MAMMANA

Im Zuge der Diskussion über den Vorschlag der Kommission für eine Verordnung über die Erzeugung von Pflanzenvermehrungsmaterial und dessen Bereitstellung auf dem Markt (Saatgutverordnung) wurde mehrfach auch von Seiten der Kommission, General Direktion für Umwelt und Gesundheit, angeführt, dass die Erzeugung und Bereitstellung über in der EU über etwa 7000 Saatguterzeuger, überwiegend kleine oder mittlere Züchter, erfolgt.

Wir Grünen/EFA schätzten die Datenlage anders ein und haben daher die Studie „Konzentrationen von Marktmacht auf dem EU-Saatgutmarkt“ in Auftrag gegeben.

29.01.2014

Study: Concentration of market power in the EU seed market

140129 Saatgutmarkt StudieCommissioned by The Greens/EFA group
AUTHOR: IVAN MAMMANA

Seed market regulation
New study highlights concentration in seed market and implications for draft EU rules

The Greens/EFA group today presented a new study highlighting the concentration of the European seed market (1). In contrast with claims by the European Commission that market concentration is not a problem, the study revealed five companies (also producing agrochemical products) control more than 50% of the seed market, with major consequences for farmers, agro-biodiversity, innovation and food security. The Greens are calling for draft EU legislation on seeds and plant reproductive products to be rejected by the European Parliament and argue this study underlines the need for the European Commission’s competition authorities to launch an antitrust investigation into the concentration of the seed market.

23.01.2014

Cyberkrieg auf dem Acker – was blüht uns da?

Kritische Bestandsaufnahme neuer gentechnischer Konstruktionen
Studienvorstellung in Berlin

Zur Vorstellung der Studieüber neue gentechnische Verfahren erklärt Martin Häusling, Agrarexperte der Grünen/EFA im Europäischen Parlament und Auftraggeber der Arbeit:

„Nach dem jahrelangen Einsatz von gentechnischen Pflanzen und den dazu passenden Totalherbiziden kämpfen die USA aktuell gegen resistente Superunkräuter, die die Ernten bedrohen. Aber noch wurde daraus nichts gelernt, im Gegenteil! Eine neue Generation von Gentec-Pflanzen steckt in der Pipeline und kommt auf die EU zu. Viele dieser Pflanzen sind in den USA schon im Einsatz und sind in der EU bereits im Zulassungsverfahren.

Für die neu entwickelten Gentec-Pflanzen, die der Autor Christoph Then in unserer heute vorgestellten Studie beschreibt, werden zunehmend sogenannte „Stacked Events“ gekreuzt. Das Ergebnis sind Pflanzen, die gegen vier Unkrautvernichtungsmittel gleichzeitig resistent sind und die ein halbes Dutzend Insektengifte auf dem Acker produzieren – 24 Stunden lang, jeden Tag. Das kann man getrost als Dauervergiftung von Ökosystemen und als Turbobeschleunigung für die Bildung resistenter Unkräuter bezeichnen.

Aber nicht nur das. Auch bei Bäumen und Insekten gibt es inzwischen gentechnische Konstruktionen, die in naher Zukunft in der Forst- oder Landwirtschaft genutzt werden sollen.

Entwickelt wurden diese mit Methoden, die einen radikalen künstlichen Umbau des Erbguts ermöglichen, sogenannte ‘Synthetic Genome Technologies’.

Diese Monster-Kreationen sind außerhalb von Europa zum Teil bereits in der kommerziellen Anwendung, ohne eine angemessene Risikoprüfung durchlaufen zu haben.

Das ist Cyberkrieg auf dem Acker! Ein technologischer Machbarkeitswahn, der jegliche Regeln für eine nachhaltige Produktion missachtet. Die Unkrautproblematik in den USA ist nur EIN trauriges Beispiel dafür!

Schon jetzt kämpfen auch in Großbritannien Bauern gegen resistente Unkräuter aufgrund des massenhaften Einsatzes von Totalherbiziden. Wir dürfen in Europa diesem falschen Modell einer Landwirtschaft, die gegen die Natur Krieg führt und nur wenigen Chemiekonzernen Profite bringt, auf keinen Fall folgen!

Der Ökolandbau sollte unser Leitbild für Europa sein! Denn dieses System arbeitet MIT der Natur anstatt gegen sie. Und es profitieren nicht nur Natur, Klima und Tiere, sondern auch Landwirte und Verbraucher!“

 

Studie zur chemischen Aufrüstung auf dem Acker, 2013
Then C. 2013: Cyberkrieg auf dem Acker - Was blüht uns da? Kritische Bestandsaufnahme einer neuen Dimenson der Gentechnik.
http://www.martin-haeusling.eu/images/attachments/140113_Broschuere_Gentechnik2_Web.pdf


Weitere Informationen:
Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament - Martin Häusling
Tel. +32-2-284-5820, Fax +32-2-284-9820 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

23.01.2014

Milchbauern kämpfen ums Überleben

1140118 arte Milchbauern kämpfen ums ÜberlebenArte Journal

O-Ton ab 1:30 min.

Milchbauern vor trister Zukunft

Sie haben Milchseen vors Kanzleramt gekippt und Butterberge aufgestapelt. Immer wieder haben Deutschlands Milchbauern demonstriert und sich gegen viel zu niedrige Milchpreise gewehrt. Bis 2015 gibt es die Milchquote. Sie reguliert, wie viel weißes Gold produziert werden darf. Danach ist der Markt offen und schon jetzt wird in Deutschland viel zu viel Milch produziert. Die jüngste Agrarreform enthält keine neuen Hilfen für die Milchbauern. Jana Schulze berichtet aus dem hessischen Bad Arolsen über die nicht enden wollende Misere der deutschen Milchbauern.

09.11.2013

Vortrag bei FÖL Brandenburg

http://www.youtube.com/watch?v=VBnKR_txqBo

Wie nachhaltige Landwirtschaft aussehen könnte, und warum wir sie noch nicht praktizieren" (ca. 27 min.)

im Rahmen der Gründungsveranstaltung und Fachtagung des Aktionsbündnisses Agrarwende Berlin-Brandenburg

13.09.2013

Grüner, gerechter, gesünder!

 130907 Personenbroschüre

„Wir haben es satt“, unter diesem Motto machen seit 2011 jährlich zehntausende Menschen in  Demonstrationen ihrem Unmut Luft. Und Sie? Was haben Sie satt? Die geplante Mega-Mastanlage um die
Ecke, die fehlende Vielfalt auf unseren Feldern oder schon heute den nächsten Lebensmittelskandal? Es gibt viele gute Gründe und wenig Zweifel am Reformbedarf unserer Agrar- und Verbraucherschutzpolitik.
Als Biobauer setze ich mich seit 2009 im Europaparlament dafür ein, dass in Europa Klasse statt Masse gefördert, Gelder fairer und an Umweltleistungen gebunden verteilt sowie Regeln einfacher, demokratischer,
aber auch wirkungsvoller gestaltet werden. Es geht um Ihr gutes Recht. Mischen Sie sich ein. Kommen Sie mit mir ins Gespräch.

13.08.2013

DENN SIE WISSEN, WAS SIE TUN

"Wie nachhaltige Landwirtschaft aussehen könnte und warum wir sie noch nicht praktizieren"

14. August 2013 - Eine Studieim Auftrag von Martin Häusling, MdEP

Autoren: Dr. Andrea Beste und Stephan Börnecke

Weltweit nimmt der Druck auf die Fläche zu: Schon bald müssen Bauern neun Milliarden Menschen weltweit ernähren. Immer drängender werden die Fragen, welche Systeme der Land- und Bodennutzung dazu in der Lage sind, ohne die Grundlagen der Natur, auf der alle Ernährung beruht, zu zerstören.

Im Weltenretter-Gewand predigen Agrarfunktionäre seit Jahren das Wort von der Alternativlosigkeit zu maximierender Erträge, um dem Hunger in der Welt entgegen zu treten. Vielmehr sei zu hinterfragen, wie lange wir uns den Ökolandbau mit seinem angeblich unterlegenen Verhältnis von Flächenverbrauch zu Ertrag noch leisten können. In der Tat brauchen wir eine Intensivierung der Landwirtschaft, jedoch eine ökologische.

25.01.2013

DIE RACHE VON KÄFER & co.

Titelbild Rache der Käfer20 Jahre kommerzieller Anbau von Gen-Pflanzen in den USA

Januar 2013 - Eine Studie Im Auftrag Von Martin Häusling, MEP
Autor: Christoph Then 
Grüne Gentechnik schadet Umwelt und Landwirten
Gentech-Pflanzen brauchen teilweise mehr Spritzmittel als konventionelle Pflanzen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie zu sogenannter grüner Gentechnik. Die Folgen für die Umwelt sind demnach verheerend, auch die Landwirte gerieten durch das Gentech-Saatgut unter Druck.

01.02.13 Süddeutsche Zeitung - Bei der grünen Gentechnik - oder Pflanzen-Gentechnik, wie sie auch genannt wird - verhält es sich ähnlich wie bei Stuttgart 21: Eine sachliche Diskussion darüber zu führen ist fast unmöglich. Denn selbst das, was Kritiker und Befürworter jeweils als Fakten präsentieren, lässt sich in Wahrheit kaum belegen. Ob beispielsweise gentechnisch veränderter Mais die Gesundheit gefährdet oder nicht, wird wohl noch lange eher eine Frage des Glaubens, denn des Wissens sein. Zwar gibt es Studien, die Risiken nahelegen, doch sind sie alle umstritten und angreifbar.

Verfügbare Versionen
Deutsch / Englisch / Spanisch

20.03.2012

DIE ERNTE DER HEUSCHRECKEN

Titelbild Ernte der HeuschreckenDAS WELTWEITE LANDGRABBING UND DIE VERANTWORTUNG EUROPAS

Autoren: Stephan Börnecke & Andrea Beste
März 2012 - Eine Studie Im Auftrag Von Martin Häusling, MEP


Heuschrecken ernten, während Andere Hungern
Die hier von Stephan Börnecke verfasste Broschüre DIE ERNTE DER HEUSCHRECKEN gibt einen Überblick über Ausmaß, Auswirkungen, Akteure und treibende Kräfte des weltweiten Landgrabbings. Sie macht deutlich, dass es einerseits dringend notwendig ist, international gültige und verbindliche Leitlinien der Nachhaltigkeit für Landkäufe zu entwickeln. Es wird aber andererseits auch deutlich, dass die Auswirkungen politischer Entscheidungen die wir in Europa treffen, genauer auf die weltweiten direkten und indirekten Folgen überprüft und gegebenenfalls geändert werden müssen.

 

Deutsche Version:
Beste A,; Börnecke St. 2012: Die Ernte der Heuschrecken. Das weltweite Landgrabbing und die Verantwortung Europas
http://www.martin-haeusling.eu/images/attachments/BroschuereLandgrabbing_Download_.pdf

Englische Zusammenfassung:
Beste A,; Börnecke St. 2012: The Harvest of the Locusts. A Dossier about Landgrabbing und Europe's Responsibility.
http://www.gesunde-erde.net/pdf-dateien/Summary_Landgrab_Brosch%FCre.pdf

10.09.2011

ARTENVIELFALT STATT SOJAWAHN

Titelbild Artenvielfalt statt SojowahnDER EIWEISSMANGEL IN DER EU: Wie lässt sich das seit langem bestehende Problem lösen?

Autorinnen: Andrea Beste & Runa Boeddinghaus
September 2011 - Eine Studie Im Auftrag Von Martin Häusling, MDEP

Deutsche Version / English Version

siehe auch Kritischer Agrarbericht 2018: Wege aus der Eiweißlücke

 

WENN AUS VEREDELUNG NAHRUNGSMITTELVERNICHTUNG WIRD…

Die Fähigkeit von Wiederkäuern, Rindern, Schafen und Ziegen, gesundheitlich wertvolle und schmackhafte Lebensmittel wie Rindfleisch und Milch aus für die menschliche Ernährung wenig nutzbarem Weideland zu erzeugen, ist ein wesentlicher Grund für die Nutzung dieser Tiere und ihrer Produkte in der Geschichte der Menschheit gewesen. Sie erhöhen das Lebensmittelangebot und leisten einen wichtigen Beitrag zur Produktion: Sie liefern Dünger, tragen zur Bodenbearbeitung bei, arbeiten als Zug- und Transporttiere, verwerten Abfälle und stabilisieren als Rücklage die Ernährungssicherheit ihrer Besitzer. Viele Flächen – vor allem im subtropischen Klima – sind anders kaum für die menschliche Ernährung nutzbar. Hier macht der Begriff „Veredelung“ durchaus Sinn.

 

 

10.09.2011

BIODIVERSITY, NOT SOYA MADNESS!

110923 Soya report ENBIODIVERSITY, NOT SOYA MADNESS!
How to solve the long-standing problem of protein deficiency in the EU

Authors: Andrea Beste & Runa Boeddinghaus
September 2011 - A report commissioned by Martin Häusling, MDEP

WHEN MEAT PRODUCTION BECOMES COUNTER-PRODUCTIVE
The ability of ruminants (cattle, sheep and goats) to turn pastureland that is of little use for food production into tasty, nutritionally valuable products like beef and milk is one of the main reasons why people started using these animals and their products in the first place.
Not only do such animals extend the range of available human foodstuffs; they play an important part in the production process, producing manure, helping to work the soil, working as draught animals, providing transport, processing waste and stabilising their owners’ food security. Without them, vast expanses of land, especially in subtropical climates, would be virtually useless for human food production. In this respect they certainly enrich our lives.

... and here the english version