Grüne Europagruppe Grüne EFA

Nahrungsmittel

23.09.2019

Mittel zum Zweck, nicht gegen den Hunger: Schluss mit fehlgesteuerter europäischer Agrar- und Exportpolitik!

Anlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober 2016 erklärt Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Fraktion Die Grünen/EFA und Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments:

„Seit Jahren reißen wirtschaftspolitische Interessen und eine fehlgesteuerte Agrarpolitik ein, was in der Entwicklungspolitik – ebenso mit Steuergeldern - im Kampf gegen den Hunger aufgebaut wird.
Während in Afrika der Aufbau von Molkereien finanziert wird, um regionale Erzeuger, Verarbeitung und Strukturen zu unterstützen, überschwemmt Europa mit Milchpulver aus seiner Überproduktion den dortigen Markt zu Spottpreisen und beraubt tausende afrikanische Kleinbauern ihrer Existenz. Für dessen Erzeugung wiederum wurden tausende südamerikanische Kleinbauern ihres Landes beraubt, um europäische Milchkühe mit genverändertem Sojafutter zu füttern, damit sie – zuviel – Milch produzieren.

Den Preis zahlen wir alle: Allen voran die Ärmsten der Armen, die vom Verlust ihrer Ressourcen und Perspektiven am härtesten betroffen sind. Aber auch der europäische Steuerzahler, der eine solche Politik gleich mehrfach über Entwicklungshilfe, fehlgesteuerte Agrarsubventionen und Sonderhilfen zur Folgenbeseitigung mitfinanziert.

Mit einer solchen Politik muss endlich Schluss sein. Als Grundbedingung für eine glaubwürdige und politisch kohärente Politik gilt die Achtung des Rechts eines jeden Menschen auf Nahrung bzw. eines jeden Landes auf Ernährungssouveränität.

Ebenso gilt: Eine wachsende Weltbevölkerung lässt sich nicht im Wettlauf gegen die Natur ernähren. Der Schutz der natürlichen Ressourcen ist die Grundbedingung jeglicher Lebensmittelerzeugung. Seit Tausenden von Jahren haben die Anbaumethoden der Agrarökologie der Menschheit das Überleben gesichert, nicht Gentechnik und Ackergifte. Deren umweltschädigende Folgen sind in ihrer kurzen Geschichte jedoch bereits deutlich bewiesen.“

23.09.2019

Mittel zum Zweck, nicht gegen den Hunger: Schluss mit fehlgesteuerter europäischer Agrar- und Exportpolitik!

person 1245789 640 Welternährungstages 2016: „Seit Jahren reißen wirtschaftspolitische Interessen und eine fehlgesteuerte Agrarpolitik ein, was in der Entwicklungspolitik – ebenso mit Steuergeldern - im Kampf gegen den Hunger aufgebaut wird.
Während in Afrika der Aufbau von Molkereien finanziert wird, um regionale Erzeuger, Verarbeitung und Strukturen zu unterstützen, überschwemmt Europa mit Milchpulver aus seiner Überproduktion den dortigen Markt zu Spottpreisen und beraubt tausende afrikanische Kleinbauern ihrer Existenz. Für dessen Erzeugung wiederum wurden tausende südamerikanische Kleinbauern ihres Landes beraubt, um europäische Milchkühe mit genverändertem Sojafutter zu füttern, damit sie – zuviel – Milch produzieren. Den Preis zahlen wir alle.

23.09.2019

NAHRUNGSMITTEL-SPEKULATIONEN: Das Geschäft mit dem Hunger geht weiter

Parlamentsmehrheit verhindert harte Regeln gegen Lebensmittel-Spekulanten

GewürzmarktAm 15. Februar 2017 hat das Europäische Parlament über strengere Regeln gegen Nahrungsmittelspekulationen abgestimmt. Hätte die absolute Mehrheit des Europaparlaments die Resolutionen der Fraktionen S&D, GUE/NGL und Greens/EFA angenommen, wäre die EU-Kommission gezwungen gewesen, die Regeln zur Eindämmung der Nahrungsmittelspekulation zu überarbeiten, bevor sie im Januar 2018 in Kraft treten. Diese Chance zur Eindämmung eines Geschäftsmodells, dass in den letzten Jahren durch starke Preissprünge Hunger und globale Nahrungsmittelkrisen verursacht hat, wurde durch das Stimmverhalten von Konservativen und Liberalen vertan (Foto: Bundeszentrale für politische Bildung).
Nahrungsmittel gehören per se nicht in die Hände von Börsenspekulanten. Trotz zahlreicher Resolutionen und Petitionen kann das Geschäft mit dem Hunger damit weitergehen und verschärft so die Lage der Hungernden, aber auch vieler Kleinbauern weltweit.
mehr Informationen:
•    Resolution der Fraktion die Grünen/EFA und Abstimmungsergebnis
•    Oxfam zu Mechanismen von Nahrungsmittelspektulationen und ihren Folgen

23.09.2019

Süddeutsche Ztg. - Bisphenol A: Außenrum weniger Gift

Süddeutsche Zeitung- Chemikalien im Essen will niemand. Die EU-Kommission versucht deswegen, für die Chemikalie Bisphenol A (BPA) einen strengeren Grenzwert vorzuschreiben/ Von Thomas Kirchner, Brüssel

Die EU-Kommission trifft auf Widerstand mit ihrem Plan, für die Verwendung der Chemikalie Bisphenol A (BPA) in Lebensmittelverpackungen lediglich einen strengeren Grenzwert vorzuschreiben. Ein parteiübergreifende Gruppe im Europäischen Parlament fordert, den Stoff für Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, komplett zu verbieten. Die Abgeordneten haben gegen den Vorschlag der Kommission einen Einspruch eingelegt, über den an diesem Donnerstag der Umweltausschuss des Parlaments abstimmt. Wird er angenommen und erhält auch im Plenum die Zustimmung von zwei Dritteln der Abgeordneten, muss die Kommission ihren Plan überarbeiten.
Über Lebensmittel kann der Stoff in den Körper gelangen

BPA wird genutzt, um Kunststoffe wie Polycarbonate oder Epoxidharz herzustellen. Daraus werden Verpackungen, Trinkflaschen, Spielzeug, Brillengläser, Thermopapiere, und auch bei der Innenbeschichtung von Konservendosen kommt BPA zum Einsatz. Über die Lebensmittel kann der Stoff in den menschlichen Körper gelangen und der Gesundheit schaden. BPA gilt als "endokriner Disruptor", der auf das Hormonsystem einwirkt. Er wird mit Herz- und Kreislauferkrankungen, Unfruchtbarkeit oder Fettleibigkeit in Verbindung gebracht. Der deutsche Hersteller Covestro (früher Bayer) hält die Verwendung von BPA im Lebensmittelbereich für unbedenklich. Weltweit werden jährlich etwa sechs Millionen Tonnen BPA produziert.

In Babyflaschen ist BPA seit 2011 verboten. Dies soll nun auch für Schnabeltassen gelten. Außerdem will die EU-Kommission die Menge, die höchstens in ein Lebensmittel gelangen darf, unter Hinweis auf neuere Erkenntnisse zu möglichen Gefahren stark begrenzen. Der Wert soll von 0,6 Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel auf 0,05 Milligramm sinken.

Risikofreies Essen könne es aber nur bei einem BPA-Verbot geben, meint der EU-Abgeordnete Martin Häusling (Grüne). Gefährdet seien auch Schwangere und Teenager. Der chemischen Industrie stünden genügend Ersatzstoffe zur Verfügung, wie Frankreich zeige, das Bisphenol A 2015 aus der Lebensmittelproduktion verbannte. "Dass die Industrie Betriebsabläufe umstellen muss, rechtfertigt keine Gesundheitsrisiken."

23.09.2019

WLZ: "Agrarwende" - Wege zu einer anderen Landwirtschaft im Wildunger Weltladen diskutiert

 

Debatte mit Tiefgang zu umstrittenem Thema

"Agrarwende": Wege zu einer anderen  Landwirtschaft im Wildunger Weltladen diskutiert

 

Im Wildunger Weltladen diskutierten zwei biologisch und zwei konventionell wirtschaftende heimische Landwirte mit dem Publikum und dem Grünen-Europaabgeordneten und Bio-Bauern Martin Häusling. Thema: die „Agrarwende“.

Woher stammt die politische Forderung nach einer „Agrarwende“?milchkuehe auf einer weide zwischen mehlen und giflitz