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Lulucf,

13.09.2017

Abstimmung des Europäischen Parlaments zu LULUCF: Landnutzung in der Pflicht beim Klimaschutz

Das Europäische Parlament hat heute über die Einbeziehung von Treibhausgasen aus Land-und Forstwirtschaft in die europäische Klimapolitik abgestimmt: Uneinigkeit herrschte bis zuletzt darüber, wie genau die Klimawirkungen der Forstwirtschaft erfasst werden sollen; der EP-Beschluss stimmt darin nicht mit der Position der Grünen überein[1]. Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen und Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments kommentiert:

"Klimaschutz geht uns alle an, alle Produktionszweige müssen dazu beitragen, klimaschädigende Gase zu vermeiden bzw. zu verringern. Von daher ist es richtig, dass mit dem heute abgestimmten Verordnungsentwurf auch die Treibhausgasemissionen aus Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) in die Europäische Klima- und Energiepolitik einbezogen werden. Die Landwirtschaft ist für etwa 10% aller in der EU ausgestoßenen Klimagase verantwortlich. Nur wenn die Emissionen, die durch Landnutzung entstehen erfasst und in der Folge reduziert werden, ist es möglich, unseren Teil des Pariser Klimaabkommens zu erfüllen.
Die Art der Landnutzung entscheidet darüber, ob das Klima geschädigt oder geschützt wird: mit der richtigen Grasland- und ökologischen Landbewirtschaftung kann Kohlenstoff im Boden gespeichert werden, statt in die Atmosphäre abgegeben zu werden. Die zukünftige Marschrichtung sollte also klar sein: mehr Unterstützung für ökologische und klimaschonend arbeitende land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Auch Moore müssen aufgrund ihrer besonderen Bedeutung als CO2-Speicher geschützt und erhalten werden."

Weitere Informationen:
Redebeitrag von Martin Häusling in der Debatte im Europäischen Parlament
Briefing und Hintergrundpapier zu Landwirtschaft und Klimawandel (LULUCF) 

[1] Die Mehrheit des Europäischen Parlaments sprach sich - entgegen der Meinung der Grünen - dafür aus, dass nicht explizit eine Reduzierung der Holzschlag-Intensität in die Verordnung aufgenommen wird. Im Kern geht es darum, dass nachhaltige Forstwirtschaft einen höheren Beitrag zur CO2-Speicherung leistet als Baumplantagen, die z.B. für die Papierindustrie genutzt werden.

30.03.2017

Klimaschutz: Briefing und Hintergrundpapier zu Landwirtschaft und Klimawandel (LULUCF)

serveimageParis verpflichtet: Im Juli 2016 hatte die EU-Kommission Vorschläge unterbreitet, bisher nicht beteiligte Sektoren wie die Land- und Forstwirtschaft in die CO2-Minderungsziele einzubeziehen. Wir setzen uns auf europäischer Ebene dafür ein, dass der sogenannte LULUCF-Sektor (Landnutzung, Landnutzungsänderungen und der Forstwirtschaft) nicht als Verrechnungsstelle missbraucht wird, um Emmissions-Minderungsziele zu schwächen. Die Land- und Forstwirtschaft hat durchaus Klimaschutz-Potential, ist als Emittent aber zugleich verpflichtet, Sektoren-eigene Einsparziele zu erbringen.

Als Schattenberichterstatter meiner Fraktion setze ich mich im Agrarausschuss in den derzeitigen LULUCF-Beratungen vor allem gegen Flexibilisierungsmechanismen ein, mit denen sich andere Sektoren mittels Maßnahmen in der Land- und Forstwirtschaft freikaufen können.
Briefing zum parlamentarischen Bericht

Die Entscheidung über konkrete Maßnahmen im Bereich Land- und Forstwirtschaft überlässt die Kommission in ihrem Vorschlag den Mitgliedsländern. Dazu habe ich dieses Hintergrundpapierverfasst.

15.03.2017

LULUCF: Opfer oder Täter? Welchen Beitrag leistet die Landwirtschaft zur Einsparung von CO2-Emissionen?

170316 co2Paris verpflichtet: Im Juli 2016 hatte die EU-Kommission Vorschläge unterbreitet, bisher nicht am Emissionshandel beteiligte Bereiche, wie den LULUCF-Sektor (Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft) in die CO2-Minderungsziele einzubeziehen. Die Land- und Forstwirtschaft hat durchaus Klimaschutz-Potential, ist als Emittent aber zugleich verpflichtet, Sektoren-eigene Einsparziele zu erbringen.
Als Schattenberichterstatter meiner Fraktion setze ich mich im Agrarausschuss dafür ein, dass der LULUCF-Sektor nicht durch Flexibilisierungsmechanismen als Verrechnungsstelle missbraucht wird, um Emissions-Minderungsziele in anderen Bereichen schönzurechnen und zu schwächen. Die Entscheidung über konkrete Maßnahmen überlässt die Kommission in ihrem Vorschlag den Mitgliedsländern. Dazu habe ich ein Hintergrundpapier verfasst.
mehr Informationen:
•    Briefing zu den parl. LULUCF-Beratungen im Europäischen Parlament, März 2017 (folgt)
•    Hintergrundpapier zu „Klimawandel und Landwirtschaft (LULUCF)“, März 2017
•   Klimaschutz-Gutachten des Wiss. Beirates des BMEL, November 2017