Grüne Europagruppe Grüne EFA

Lebens- & Futtermittel

05.01.2015

Also doch: Lebensmittelqualität auf dem Freihandelsaltar geopfert!

Zur Ankündigung von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), ohne Not und im vorauseilenden Gehorsam beim Freihandelsabkommen mit den USA die europäischen Qualitätssysteme für  regionale Produkte als Verhandlungsmasse anzubieten, erklärt Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA:

„Es gab selten einen Bundeslandwirtschaftsminister, der derart unsensibel und gedankenlos mit deutschen und anderen europäischen Qualitätssystemen umgegangen ist wie Christian Schmidt. Mit einem Achselzucken bietet der Unionspolitiker all die Anstrengungen und Bemühungen  vieler Landwirte und Hersteller regionaler wie traditioneller Produkte, die mit einem besonderen Anspruch an Qualität und Handwerk typische Produkte erzeugen, auf dem Freihandelsaltar an“, kritisiert Häusling.
„Die europäischen Qualitätsprogramme ermöglichen es den Herstellern ihre Lebensmittel aus der Masse des Einheitsbreis herauszuheben und regionale kulturelle Besonderheiten am Leben zu erhalten.
Sie sollen aber nicht nur bei TTIP laut Schmid geopfert werden. Schon im fertig verhandelten Abkommen mit Kanada, CETA, werden diese Qualitätskriterien ausgehöhlt. Es ist vorgesehen, dass am Markt "etablierte" kanadische Produkte (das heißt alle, die es vor dem CETA-Abkommen schon gab) auch weiterhin Feta, Gorgonzola, Fontina, Asiago sowie französischer Munster heißen dürfen. Auch die Bezeichnungen "Black Forest Ham" und "Bayerisches Bier" sollen für in Kanada produzierte Lebensmittel weiterhin erlaubt sein. Bei einer solchen unklaren Kennzeichnung kanadischer Produkte haben die europäischen Qualitätsbezeichnungen auch dann keinen Zusatznutzen mehr für die europäischen Produzenten, wenn sie noch erlaubt sind.
Nachdem Schmidt den deutschen Verbrauchern monatelang Sand in die Augen gestreut hat, indem er tönte, unsere Lebensmittelqualität in jedem Fall zu verteidigen, bietet er nun einige der wichtigsten davon ohne Not als Begrüßungsgeschenk für TTIP an!
Die Förderung nachhaltiger Produktionsmethoden, des Handwerks und der Verarbeitung in den Regionen, alles wichtige Standbeine im ländlichen Raum, Schmidt ist das alles nichts Wert!
Dieser Landwirtschaftsminister will uns Europäer mit uniformen Lebensmitteln abspeisen – da machen wir nicht mit!“, so Häusling.
Hintergrund: Geschützte geographische Angaben, geschützte Ursprungsangaben sowie garantierte traditionelle Spezialitäten sind drei Qualitätssiegel, mit denen die EU seit langem versucht,  eine Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion zu fördern. Zugleich sollen Produktbezeichnungen gegen Missbrauch und Nachahmung geschützt und die Verbraucher über die besonderen Merkmale der Erzeugnisse informiert werden.

12.12.2014

Startschuss für neue EU-Vorgaben zur Lebensmittel-Kennzeichnung

EuractivEuractiv - In ganz Europa gelten ab Samstag (13. Dezember) neue Regeln zur Kennzeichnung von Lebensmitteln – sie bieten mehr Schutz für Allergiker und sagen Lebensmittel-Imitaten den Kampf an. Verbraucherschützer halten die Vorschriften jedoch für einen faulen Kompromiss.

26.11.2014

WDR Bericht aus Brüssel - Melken ohne Ende

141126 wdr bericht aus Brüssel milch WDR-Bericht
O-Ton ab 2:20 und 3:25 min.

25.11.2014

Informationsdienst Gentechnik - EU-Parlament will Nanotechnologie und Klonen regulieren

Informationsdienst Gentechnik - Lebensmittel, die mittels Nanotechnologie hergestellt wurden oder von geklonten Tieren stammen, sollen strenger reguliert werden. Auf diese Forderungen einigte sich der Umweltausschuss des EU-Parlaments gestern Abend. Nun geht es in die Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten.

 Ein Entwurf des nordirischen Abgeordneten James Nicholson zur Regulierung von „Neuartigen Lebensmitteln“ wurde laut Pressestelle des Umweltausschusses mit 57 zu 4 Stimmen angenommen. Es gab 2 Enthaltungen.

 Der grüne EU-Parlamentarier Martin Häusling begrüßte das Ergebnis. Er sprach von einem „Moratorium für Nano-Lebensmittel“. Solche Produkte sollen nach dem Willen des Parlaments „erst nach einer entsprechenden Unbedenklichkeitsüberprüfung in Umlauf gebracht werden dürfen.“ Auch Verpackungen, die Nanomaterialien enthalten, sollen demnach nur genutzt werden dürfen, wenn „nachweislich keine schädlichen Wirkungen“ zu befürchten sind. Nanopartikel sind mikroskopisch kleine Teilchen, die auch durch Schutzbarrieren des Körpers schlüpfen könnten.

 Auch beim Klonen sieht Häusling das Parlament auf dem richtigen Weg. „Solange es keine eigene Gesetzgebung zu Lebensmitteln aus geklonten Tieren gibt, müssen nun alle Lebensmittel, die von Klontieren oder deren Nachkommen stammen, dementsprechend gekennzeichnet sein“, so der Grüne.

 Er sieht in den Beschlüssen einen Wegweiser für die EU: „Neuartige Lebensmittel erfordern allerhöchste Umsicht in der Handhabung und Gesetzgebung. Ihre Auswirkung auf die menschliche Gesundheit sowie die Gesundheit von Tieren und auf die Umwelt sind noch zu wenig bekannt. Wir sollten deshalb Vorsicht walten lassen, um nicht später mit möglichen unerwünschten Auswirkungen konfrontiert zu werden.

 Laut Pressestelle des Ausschusses stimmten 61 Mitglieder dafür, nun die Verhandlungen über die Regulierung der „novel foods“ mit der EU-Ratspräsidentschaft, die derzeit Italien inne hat, aufzunehmen. [dh]

25.11.2014

Neuartige Lebensmittel - Umweltausschuss stellt Gesundheit vor Konzerninteressen

Straßburg - Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat am Montagabend über den Berichtsentwurf zu 'Neuartigen Lebensmittel' abgestimmt. Dazu erklärt Martin Häusling, Mitglied des Umweltausschusses:
 
“Dem EU-Parlament ist ein großer Wurf für mehr Lebensmittelsicherheit gelungen: Mit dem beschlossenen Moratorium für Nano-Lebensmittel wird gewährleistet, dass Lebensmittel, die mit Hilfe von Nanotechnologie hergestellt worden sind, erst nach einer entsprechenden Unbedenklichkeitsüberprüfung in Umlauf gebracht werden dürfen. Für die Verpackung von Lebensmitteln dürfen nur noch Nanomaterialien verwendet werden, die nachweislich keine schädlichen Wirkungen haben. Es ist ein großer Erfolg der Grünen-Fraktion, dass die neue Gesetzgebung ganz klar die Gesundheit der Verbraucher vor Konzerninteressen stellt.
 
Der Umweltausschuss hat zudem erreicht, dass die Kommissionsvorschläge zu Lebensmitteln, die mit Hilfe von geklonten Tieren oder deren Nachfahren hergestellt worden sind, grundlegend verbessert worden sind: Solange es keine eigene Gesetzgebung zu Lebensmitteln aus geklonten Tieren gibt, müssen nun alle Lebensmittel, die von Klontieren oder deren Nachkommen stammen, dementsprechend gekennzeichnet sein.

Die Abstimmungsergebnisse gehen in die richtige Richtung. Sie zeigen, wie die EU- Institutionen mit neuartigen Lebensmitteln umgehen müssen. Neuartige Lebensmittel erfordern allerhöchste Umsicht in der Handhabung und Gesetzgebung. Ihre Auswirkung auf die menschliche Gesundheit sowie die Gesundheit von Tieren und auf die Umwelt sind noch zu wenig bekannt. Wir sollten deshalb Vorsicht walten lassen, um nicht später mit möglichen unerwünschten Auswirkungen konfrontiert zu werden."

19.11.2014

Milchkrise: Mit Phil Hogan unter Volldampf zurück in die 70er Jahre

Brüssel - Zur Ankündigung des neuen EU-Agrarkommissars Phil Hogan, Überschüsse bei der Milcherzeugung mit einer Exportförderung zu neutralisieren, erklärt Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament:

„Was Phil Hogan bei seinem Deutschlandbesuch den Milchbauern beschert, ist nichts anderes als eine Rückkehr zu den Instrumenten der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Er fährt die europäische Landwirtschaftspolitik mit Volldampf in die Vergangenheit.  

Er setzt auf eine Überschuss-Produktion, für die am Ende der Steuerzahler, die hiesigen Bauern und die Menschen der Entwicklungsländer in Haftung genommen werden. Der hiesige Steuerzahler muss blechen, weil er die Folgen einer Politik gestriger Methoden ausgleichen muss. Die hiesigen Bauern gehen leer aus, weil sie mit ins Bodenlose fallenden Preisen nicht leben können. Und die Hoffnungen der Menschen in den armen Ländern werden ignoriert, weil ihnen mit europäischer „Hilfe“ der Aufbau lokaler Erzeugung dank der Exportförderung vermasselt wird.

Die Übersättigung der Märkte war absehbar, die Blockade des russischen Markts war dafür nicht ursächlich, sondern verschärft die Lage lediglich. Wenn Hogan flott behauptet, sich für eine Öffnung der asiatischen Märkte zu bemühen, dann verkennt er die tatsächliche Situation etwa in China. Denn wohin mit der Milch? Der deutsche Inlandsmarkt ist gesättigt, der EU-Markt ebenfalls. China ist kein Ausweg. Die Exporte ins Reich der Mitte sind mit jährlich 120.000 Tonnen lächerlich klein angesichts der deutschen Milchmenge von 30 Millionen Tonnen.

Statt die Flucht in den Export anzutreten, sollten Hogan und Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) alles dafür tun, die Produktion dem Bedarf anzupassen. Dies würde automatisch auch wieder für annehmbare Erzeugerpreise sorgen."

Weitere Informationen:
Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament - Martin Häusling
Tel. +32-2-284-5820, Fax +32-2-284-9820 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

11.11.2014

NZZ - Opt-out für Gentech-Anbau rückt näher

NZZ - Ht. Brüssel EU-Staaten werden wohl bald selbst bestimmen können, ob ein von der EU zugelassener gentechnisch veränderter Organismus (GVO), zum Beispiel eine neue Maissorte, auf ihrem Gebiet angebaut werden darf oder nicht. Der Umweltausschuss des EU-Parlaments hat am Dienstag in zweiter Lesung einem einschlägigen Gesetzesvorhaben mit grosser Mehrheit zugestimmt . Zugleich erteilte er seinen Unterhändlern ein Mandat für Verhandlungen mit dem Ministerrat (Gremium der Mitgliedstaaten). Diese haben noch am Dienstag begonnen und sollen bis Ende Jahr abgeschlossen werden. Damit biegt das zähe Gesetzgebungsverfahren in die Zielgerade ein. Definitiv beschlossen werden kann die Neuerung erst, wenn sich Parlament und Rat auf eine gemeinsame Version einigen.
Parlament geht weiter als Rat

Über das Prinzip ist man sich bereits einig: Über Anträge von Unternehmen auf die Zulassung von GVO zum Anbau soll zwar weiterhin auf EU-Ebene entschieden werden. Doch jeder Mitgliedstaat soll das Recht haben, den Anbau eines GVO auf seinem Territorium oder Teilen davon einzuschränken oder ganz zu unterbinden. Unterschiedliche Positionen gibt es zum genauen Vorgehen. Vereinfacht ausgedrückt will der Parlamentsausschuss den Staaten die Verhängung nationaler Verbote erleichtern. Ein Staat soll schon während des Genehmigungsverfahrens eine Anpassung des geografischen Anwendungsbereichs der Zulassung (durch Ausschluss seines Territoriums) verlangen können. Nach der Zulassung könnte er den Anbau auf seinem Gebiet rechtlich bindend einschränken oder verbieten.

Streichen wollen die Abgeordneten eine Vorgabe des Rats, wonach die Staaten in einer erste Phase mit dem Antragsteller (dem GVO-Unternehmen) über eine geografische Einschränkung seines Antrags verhandeln müssten. Auch will der Ausschuss die Liste der möglichen Verbotsgründe erweitern. Zu den möglichen Gründen würden die Umwelt- und die Agrarpolitik oder auch die Verhinderung von Pestizid-Resistenzen gehören. Der Ausschuss gehe deutlich über die Position des Rates hinaus, kommentierte der deutsche Grüne Martin Häusling. Auch Umweltorganisationen wie Greenpeace begrüssten das Abstimmungsergebnis.
Hoffnung auf Befreiungsschlag

Derzeit sind nationale Anbauverbote laut EU-Recht nur bei neuen Gesundheits- und Umweltgefahren unter Anrufung einer Schutzklausel möglich. In der Praxis haben sie einer Überprüfung durch die EU-Kommission oder den EU-Gerichtshof in der Regel nicht standgehalten. Allerdings wird derzeit nur ein GVO, die Maissorte Mon810 von Monsanto, in Teilen der EU angebaut. Weil die Mitgliedstaaten in der GVO-Frage tief gespalten sind, blockieren sich Gegner und Befürworter bei den Genehmigungsverfahren regelmässig gegenseitig, so dass am Ende die EU-Kommission entscheiden muss.

Deshalb hat die Kommission 2010 das Opt-out vorgeschlagen . Da es nationale Verbote erleichtert, könnte es die Zulassungsverfahren deblockieren, hofft man. Allerdings droht als Preis dafür ein Flickenteppich nationaler Regeln, was der Binnenmarktidee widerspricht. Umstritten ist auch, ob die Regelung WTO-konform ist. Während das Parlament die Neuerung schon 2011 in erster Lesung unterstützt hat, haben die Mitgliedstaaten erst im Juni 2014 eine gemeinsame Position gefunden.

10.11.2014

topagrar online - Kritik an Preissenkungen für Fleisch- und Milchprodukte

topagrar online - [...] Für den Agrarsprecher der Grünen im Europaparlament, Martin Häusling, sind hingegen die falsche Orientierung auf volatile Exportmärkte und fehlende Lenk- und Eingriffsmöglichkeiten am Milchmarkt mitverantwortlich für die sich abzeichnende Milchkrise. Unterstützung erhielt er dabei vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), die sich beide für eine Begrenzung der Milchproduktion in Krisenzeiten aussprachen.

06.11.2014

agrar heute - EU-Parlament heizt Debatte um Milchmarkt an

agrar heute - [...] Nach Meinung seines grünen Parteikollegen Martin Häusling müsse aus der Beobachtungsstellte der Europäischen Kommission für den EU-Milchmarkt eine Stelle zur Steuerung des Angebotes werden. Häusling kritisierte die Orientierung der EU-Kommission auf den Exportmarkt. Der erhoffte Absatz in Drittländern stellt sich nach seiner Meinung als falsches Versprechen heraus. [...]

06.11.2014

Bauernzeitung - Milchmarktentwicklung besorgt Europaparlament

www.bauernzeitung.ch - Vor allem sozialdemokratische und grüne Ausschussmitglieder bekräftigten Forderungen nach neuen Marktsteuerungsinstrumenten für die Zeit nach dem Quotenende. „Das muss unbedingt in den Bericht“, erklärte der agrarpolitische Sprecher der S&D-Fraktion, Paolo De Castro. Der Agrarsprecher der Grünen, Martin Häusling, kritisierte, die Probleme seien seit Monaten absehbar gewesen, aber heruntergespielt worden. - See more at: http://www.bauernzeitung.ch/news-archiv/2014/11/06/milchmarktentwicklung-besorgt-europaparlament.aspx#sthash.RZvsp8uQ.dpuf

06.11.2014

AbL und Martin Häusling zur Milchkrise

BioMarkt info - Zur Diskussion über die Lage des Milchmarktes im Agrarausschuss des Europaparlaments, erklärt Martin Häusling (Bild links), Koordinator der Grünen/EFA im EU-Parlament:

„Dass das Auslaufen der Milchquote zu Mengenproblemen führen würde, konnten sich alle denken. Dennoch wurde diese absehbare Folge in den letzten Monaten heruntergespielt. Milchindustrie und Bauernverband schwärmten von lukrativen Exportmärkten, die jetzt zu erobern seien. Aber bei globalem Handel sind nicht nur Preise volatil, sondern auch Märkte. Zu sehr auf Export zu setzen, macht den Handel im Falle politischer Unwägbarkeiten extrem anfällig - wie sich beim Russlandembargo zeigt! Ohne jegliche Lenk- und Eingriffsmöglichkeit fährt nun der europäische Milchmarkt mal wieder an die Wand! Die Leidtragenden sind nun wieder die Produzenten. Auf sie wird der Preisverfall abgewälzt."´"Dass die Discounterketten Aldi Nord und Aldi Süd nun kräftig die Preise für Milch, Butter und Quark senken, ist in diesem Zusammenhang mehr als unlauter!“ kritisiert Häusling."

„Die auf EU-Ebene eingerichtete Monitoringstelle bringt nicht viel, weil sie nur Milchmengen erfasst und dokumentiert. Sie muss auch die Vollmacht und effiziente Instrumente für eine sinnvolle Marktsteuerung erhalten. Intervention und Lagerhaltung verursachen nur Kosten, helfen den Milchbauern aber wenig. Es kann nicht sein, dass Molkerei-Riesen bei jeder Marktlage Gewinne machen, während die Milchproduzenten von Krise zu Krise mehr und mehr von ihrem eigenen Kapital - wenn denn überhaupt noch vorhanden - dem eigenen Produkt hinterher werfen. Die Kommission hatte im Agrarausschuss keine Vorschläge für eine Lösung. Agrarkommissar Phil Hogan hat in seiner Anhörung stark auf das Exportmodell gesetzt, dabei wird er aber zukünftig nicht die Augen vor den existenzvernichtenden Folgen dieses Modells verschließen können.“

06.11.2014

Nano-Partikel gehören nicht in Lebensmittel

Brüssel - Die gesetzlichen Regelungen zu neuartigen Lebensmittel müssen dringend überarbeitet werden, erklärt der Europaabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA, Martin Häusling:

„Nano-Partikel haben nach Ansicht der Grünen in Lebensmitteln nichts zu suchen. Dies muss endlich auf europäischer Ebene auch so geregelt werden.

Forscher warnen seit langem, dass von Nano-Partikeln eine toxische Wirkung für den Konsumenten als auch für die Umwelt ausgeht. Von daher reicht eine einfache Kennzeichnung auf der Verpackung nach unserer Ansicht absolut nicht aus. Es ist bedauerlich, dass sich die Mehrheit der Mitglieder im EU-Agrarausschuss trotz aller Warnungen der Wissenschaft dieser Auffassung am Donnerstag nicht angeschlossen hat.

Positiv ist zwar, dass für die Zulassung neuartiger Lebensmittel ein unabhängiges Expertengutachten vorliegen muss und dabei sowohl Gesundheits- als auch Umweltaspekte berücksichtigt werden müssen. Es ist aber fraglich, ob diese Auflage in der Praxis noch von Wert ist, wenn noch nicht einmal allergene Stoffe gekennzeichnet werden müssen. Auch in diesem Punkt wollen wir Grüne im weiteren Verfahren dringend nacharbeiten.“


Weitere Informationen:
Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament - Martin Häusling
Tel. +32-2-284-5820, Fax +32-2-284-9820 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

05.11.2014

Milchkrise: Übermengen und Exportfiasko vernichten bäuerliche Existenzen!


Brüssel - Zur Diskussion über die Lage des Milchmarktes heute im Agrarausschuss des Europaparlaments, erklärt Martin Häusling, Koordinator der Grünen/EFA:

„Dass das Auslaufen der Milchquote zu Mengenproblemen führen würde, konnten sich alle denken. Dennoch wurde diese absehbare Folge in den letzten Monaten heruntergespielt. Milchindustrie und Bauernverband schwärmten von lukrativen Exportmärkten, die jetzt zu erobern seien.

Aber bei globalem Handel sind nicht nur Preise volatil, sondern auch Märkte. Zu sehr auf Export zu setzen, macht den Handel im Falle politischer Unwägbarkeiten extrem anfällig - wie sich  beim Russlandembargo zeigt! Ohne jegliche Lenk- und Eingriffsmöglichkeit fährt nun der europäische Milchmarkt mal wieder an die Wand! Die Leidtragenden sind nun wieder die Produzenten. Auf sie wird der Preisverfall abgewälzt.

Dass die Discounterketten Aldi Nord und Aldi Süd nun kräftig die Preise für Milch, Butter und Quark senken, ist in diesem Zusammenhang mehr als unlauter!“ kritisiert Häusling.

„Die auf EU-Ebene eingerichtete Monitoringstelle bringt nicht viel, weil sie nur Milchmengen erfasst und dokumentiert. Sie muss auch die Vollmacht und effiziente Instrumente für eine sinnvolle Marktsteuerung erhalten. Intervention und Lagerhaltung verursachen nur Kosten, helfen den Milchbauern aber wenig. Es kann nicht sein, dass Molkerei-Riesen bei jeder Marktlage Gewinne machen, während die Milchproduzenten von Krise zu Krise mehr und mehr von ihrem eigenen Kapital - wenn denn überhaupt noch vorhanden - dem eigenen Produkt hinterher werfen.

Die Kommission hatte heute im Agrarausschuss keine Vorschläge für eine Lösung. Agrarkommissar Phil Hogan hat in seiner Anhörung stark auf das Exportmodell gesetzt, dabei wird er aber zukünftig nicht die Augen vor den existenzvernichtenden Folgen dieses Modells verschließen können.“

29.10.2014

Grüne Inseln im Sojameer - Bericht der Südamerikareise 2013

Soja Feld ParaquayEine Reise durch Argentinien und Paraguay - von Dr. Andrea Beste

[Sept.2016] Update Südamerika: Wer wissen will, wie es aktuell in Südamerika mit dem Sojameer und der Glyphosatbelastung bestellt ist, wie Wissenschaftler die Schädlichkeit der Flugzeugspritzungen für ganze Landstriche belegen, aber auch wie sich dort mehr und mehr eine Gegenbewegung formiert, der kann das im aktuellen Heft "Soja" in der "ila", der Zeitschrift der Informationsstelle Lateinamerika nachlesen. Link: https://www.ila-web.de/ausgaben/398

Anfang 2013 hatte ich die Möglichkeit mir vor Ort in Südamerika eine Eindruck der landwirtschaftlichen Situation zu machen. Ich bin meinen verschiedenen GastgeberInnen dankbar für Ihre Bereitschaft mir ihre Betriebe zu zeigen. Eines solche Reise macht die Zahlen und Tabellen über die Landwirtschaft in Südamerika greifbarer und kann durch nichts ersetzt werden.

Zum Reisebericht Teil 1 und Teil 2

29.10.2014

Grüne Inseln im Sojameer - Bericht der Südamerikareise 2013

Soja Feld ParaquayEine Reise durch Argentinien und Paraguay - von Dr. Andrea Beste

[Sept.2016] Update Südamerika: Wer wissen will, wie es aktuell in Südamerika mit dem Sojameer und der Glyphosatbelastung bestellt ist, wie Wissenschaftler die Schädlichkeit der Flugzeugspritzungen für ganze Landstriche belegen, aber auch wie sich dort mehr und mehr eine Gegenbewegung formiert, der kann das im aktuellen Heft "Soja" in der "ila", der Zeitschrift der Informationsstelle Lateinamerika nachlesen. Link: https://www.ila-web.de/ausgaben/398

Anfang 2013 hatte ich die Möglichkeit mir vor Ort in Südamerika eine Eindruck der landwirtschaftlichen Situation zu machen. Ich bin meinen verschiedenen GastgeberInnen dankbar für Ihre Bereitschaft mir ihre Betriebe zu zeigen. Eines solche Reise macht die Zahlen und Tabellen über die Landwirtschaft in Südamerika greifbarer und kann durch nichts ersetzt werden.

Zum Reisebericht Teil 1 und Teil 2

29.10.2014

Grüne Inseln im Sojameer - Bericht der Südamerikareise 2013

Soja Feld ParaquayEine Reise durch Argentinien und Paraguay - von Dr. Andrea Beste

[Sept.2016] Update Südamerika: Wer wissen will, wie es aktuell in Südamerika mit dem Sojameer und der Glyphosatbelastung bestellt ist, wie Wissenschaftler die Schädlichkeit der Flugzeugspritzungen für ganze Landstriche belegen, aber auch wie sich dort mehr und mehr eine Gegenbewegung formiert, der kann das im aktuellen Heft "Soja" in der "ila", der Zeitschrift der Informationsstelle Lateinamerika nachlesen. Link: https://www.ila-web.de/ausgaben/398

Anfang 2013 hatte ich die Möglichkeit mir vor Ort in Südamerika eine Eindruck der landwirtschaftlichen Situation zu machen. Ich bin meinen verschiedenen GastgeberInnen dankbar für Ihre Bereitschaft mir ihre Betriebe zu zeigen. Eines solche Reise macht die Zahlen und Tabellen über die Landwirtschaft in Südamerika greifbarer und kann durch nichts ersetzt werden.

Zum Reisebericht Teil 1 und Teil 2

25.07.2014

3sat - Gefährliche Geheimnisse: Wie USA und EU den Freihandel planen

140320 3sat Freihandel

Gefährliche Geheimnisse:
Wie USA und EU den Freihandel planen

3sat-Doku am 24.07.14, 44 min. (O-Ton u.a. 26:00, 31:00 min.)

17.06.2014

Positionspapier - Nein zu Chlorhuhn und Massentierhaltung

"Wer profitiert von der Angst vorm Chlorhuhn?" titelte Report Mainz am 10. Juni 2014 und bot gleich drei Experten auf, die dem Chlorhuhn seine gesundheitliche Unbedenklichkeit bescheinigten und für die Vorteile einer solchen Behandlungsweise warben.

Zahlreiche Medien griffen die Debatte auf und hinterfragten, ob der Verbraucher instrumentalisiert wurde, um entgegen der Tatsachen die Angst vorm Transatlantischen Freihandelsabkommen zu schüren.

In der vorliegenden Stellungnahme führe ich aus, worum es in dieser Debatte eigentlich geht und warum ein Nein der Verbraucher zum Chlorhuhn ein Nein zu noch mehr Massentierhaltung in Europa ist.

Denn richtiger müsste die Frage lauten: Wer profitiert vom Chlorhuhn und spielt dafür mit der Angst der Verbraucher?

Eine anregende und hilfreiche Lektüre

wünscht Martin Häusling

Positionspapier - Nein zu Chlorhuhn und Massentierhaltung

17.06.2014

Artikel in Ökologie&Landbau: Freihandelsabkommen - Für die Bürger?

erschienen Juni 2014 in Ökologie & Landbau 3/2014, 171/41-42

Mit Nachdruck werden von politischer Seite dies- und jenseits des Atlantiks die vermeintlich positiven Effekte des geplanten Transatlantischen Freihandelsabkommens TTIP gepriesen. Martin Häusling zeigt auf, welch tief greifende Interessenkonflikte im Bereich des gesamten Ernährungssystems bestehen, die hinter den Kulissen verhandelt werden.

Ganzer Artikel als pdf

17.06.2014

HNA - Von Ringelschwänzen und MRSA-Keimen

HNA/ Von Ulrike Lange-Michael

Podiumsgespräch zur Massentierhaltung: „Ende der Agrarindustrie“

Gudensberg. Wenn man künftig den Schweinen in den deutschen Mastställen wegen des EU-weiten Tierschutzgesetzes ihre Ringelschwänzchen nicht mehr abschneiden darf, dann wird das enorme Auswirkungen auf die Tierhaltung haben - und zwar zugunsten der Tiere:

Mit Schwänzen keine Stresshaltung mehr, als Folge weniger Tiere pro Stall, eine andere Haltung, damit weniger Fleisch auf dem Markt und bessere Preise.

Das prophezeite Agrarexperte Eckehard Niemann am Mittwochabend bei der Veranstaltung zur Massentierhaltung im Gudensberger Bürgerhaus. Eingeladen zu dem Podiumsgespräch hatte die Bürgerinitiative Chattengau gegen Massentierhaltung.

„Wir sind tatsächlich auf dem Weg, die Agrarindustrie mit ihren riesigen Mastställen abzuschaffen“, zeigte sich Niemann optimistisch. Voraussetzung sei, dass die Tierschutzvorgaben der EU auch durchgesetzt werden, wie das in Skandinavien der Fall sei.
Landwirte keine Gegner

„Wir haben den Kampf gegen Pharmaindustrie und Konzerne aufgenommen, die heute die Landwirtschaft weitgehend bestimmen“, sagte Andreas Grede als Einlader. Gegner seien nicht die Landwirte, sondern die Großinvestoren.
© Lange-Michael, UlrikeGeballte Kompetenz: Die Bürgerinitiative Chattengau gegen Massentierhaltung hatte zum Podiumsgespräch in Gudensberg einige Experten eingeladen, von links Martin Häusling (Europa-Abgeordneter der Grünen aus Bad Zwesten), Andreas Kampmann (Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten), Moderatorin Dr. Andreas Fink-Keßler, Mediziner Dr. Philipp Klapsing, Agrarexperte Eckehard Niemann und Landwirt Reinhard Nagel.

Auf dem Podium saßen Experten unterschiedlicher Bereiche: Dr. Philipp Klapsing als Intensivmediziner wies darauf hin, dass immer mehr multiresistente Keime (MRSA) und die teils massenhafte Gabe von Antibiotika in der Tierhaltung durchaus zusammenhängen. „85 Prozent der Landwirte und Tierärzte, die sich häufig in Mastställen aufhalten, sind MRSA-Träger“, sagte Klapsing. Sie würden in Kliniken schon als Hochrisiko-Patienten angesehen mit der Empfehlung, sie sofort zu isolieren. In Holland werde jeder Deutsche als potenzieller Keimträger angesehen und isoliert, damit er keinen ansteckt.

Eckehard Niemann wies darauf hin, dass sich bei der Hähnchenproduktion wenige Groß-Konzerne einen Verdrängungswettbewerb lieferten. Es gebe in Deutschland und Europa eine deutliche Überproduktion, da der Verbrauch inzwischen stagniere.
Nur wenig Geld für gefährliche Arbeit

Ernüchternd waren die Aussagen des Gewerkschaftsvertreters zum Thema Arbeitsplätze: Andreas Kampmann (NGG) berichtete, dass in der Gudensberger Hähnchenschlachterei die 160 festen Mitarbeiter etwa 1630 Euro brutto monatlich verdienen, die 90 Leiharbeiter noch 1470 Euro und die 80 per Werksvertrag Beschäftigten 1340 Euro - bei 40 Stunden pro Woche, für eine hochgradig gesundheitsgefährdende Arbeit.

Eine Landwirtschaft, die man 50 Jahre lang an Subventionen gewöhnt habe, könne man nicht von heute auf morgen ändern, sagte EU-Parlamentarier Martin Häusling. „Aber der Druck wird zunehmen, dass sich etwas ändert“, sagte er voraus, allein schon durch das Antibiotika-Problem. Ziel seien faire Preise für faire Produkte, betonte Häusling. Der aktuell wichtigste Kampf sei der gegen das geplante Freihandelsabkommen mit den USA: Dafür müsse man Menschen aktivieren.

Über alternative Methoden in der Landwirtschaft berichtete Reinhard Nagel. Der Milchbauer lässt seine Kühe weniger Milch, dafür mehr Kälbchen produzieren. „Die halten die Euter gesund“, sagte er, mit der Folge, dass er kaum einen Tierarzt und keine Antibiotika benötige.

Alle Referenten forderten dazu auf, lokal und überregional politischen Druck aufzubauen. Nur so könne man etwas ändern.