Grüne Europagruppe Grüne EFA

Lebens- & Futtermittel

23.01.2014

„CYBERKRIEG AUF DEM ACKER – WAS BLÜHT UNS DA?“

140123 Titel Cyberkrieg GVOKritische Bestandsaufnahme einer neuen Dimension der Gentechnik.

Eine Studieim Auftrag von Martin Häusling, MdEP

Autor: Christoph Then

Eine neue Generation von Gentec-Pflanzen steckt in der Pipeline. Viele davon sind in den USA schon im Einsatz. Nach wie vor sind die Eigenschaften Herbizidresistenz und Insektengiftproduktion vorherrschend, aber inzwischen auf einem ganz anderen Niveau: Diese gentechnisch eingebauten Eigenschaften werden zunehmend in sogenannten Stacked Events gekreuzt. Spitzenreiter unter diesen Kreuzungen sind Pflanzen, die gegen vier Unkrautvernichtungsmittel gleichzeitig resistent sind und ein halbes Dutzend Insektengifte auf dem Acker produzieren – 24 Stunden lang, jeden Tag.

23.01.2014

Cyberkrieg auf dem Acker – was blüht uns da?

Kritische Bestandsaufnahme neuer gentechnischer Konstruktionen
Studienvorstellung in Berlin

Zur Vorstellung der Studieüber neue gentechnische Verfahren erklärt Martin Häusling, Agrarexperte der Grünen/EFA im Europäischen Parlament und Auftraggeber der Arbeit:

„Nach dem jahrelangen Einsatz von gentechnischen Pflanzen und den dazu passenden Totalherbiziden kämpfen die USA aktuell gegen resistente Superunkräuter, die die Ernten bedrohen. Aber noch wurde daraus nichts gelernt, im Gegenteil! Eine neue Generation von Gentec-Pflanzen steckt in der Pipeline und kommt auf die EU zu. Viele dieser Pflanzen sind in den USA schon im Einsatz und sind in der EU bereits im Zulassungsverfahren.

Für die neu entwickelten Gentec-Pflanzen, die der Autor Christoph Then in unserer heute vorgestellten Studie beschreibt, werden zunehmend sogenannte „Stacked Events“ gekreuzt. Das Ergebnis sind Pflanzen, die gegen vier Unkrautvernichtungsmittel gleichzeitig resistent sind und die ein halbes Dutzend Insektengifte auf dem Acker produzieren – 24 Stunden lang, jeden Tag. Das kann man getrost als Dauervergiftung von Ökosystemen und als Turbobeschleunigung für die Bildung resistenter Unkräuter bezeichnen.

Aber nicht nur das. Auch bei Bäumen und Insekten gibt es inzwischen gentechnische Konstruktionen, die in naher Zukunft in der Forst- oder Landwirtschaft genutzt werden sollen.

Entwickelt wurden diese mit Methoden, die einen radikalen künstlichen Umbau des Erbguts ermöglichen, sogenannte ‘Synthetic Genome Technologies’.

Diese Monster-Kreationen sind außerhalb von Europa zum Teil bereits in der kommerziellen Anwendung, ohne eine angemessene Risikoprüfung durchlaufen zu haben.

Das ist Cyberkrieg auf dem Acker! Ein technologischer Machbarkeitswahn, der jegliche Regeln für eine nachhaltige Produktion missachtet. Die Unkrautproblematik in den USA ist nur EIN trauriges Beispiel dafür!

Schon jetzt kämpfen auch in Großbritannien Bauern gegen resistente Unkräuter aufgrund des massenhaften Einsatzes von Totalherbiziden. Wir dürfen in Europa diesem falschen Modell einer Landwirtschaft, die gegen die Natur Krieg führt und nur wenigen Chemiekonzernen Profite bringt, auf keinen Fall folgen!

Der Ökolandbau sollte unser Leitbild für Europa sein! Denn dieses System arbeitet MIT der Natur anstatt gegen sie. Und es profitieren nicht nur Natur, Klima und Tiere, sondern auch Landwirte und Verbraucher!“

 

Studie zur chemischen Aufrüstung auf dem Acker, 2013
Then C. 2013: Cyberkrieg auf dem Acker - Was blüht uns da? Kritische Bestandsaufnahme einer neuen Dimenson der Gentechnik.
http://www.martin-haeusling.eu/images/attachments/140113_Broschuere_Gentechnik2_Web.pdf


Weitere Informationen:
Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament - Martin Häusling
Tel. +32-2-284-5820, Fax +32-2-284-9820 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

23.01.2014

FR Gastbeitrag - Landwirtschaft braucht keinen Freihandel

FR Logo



In einem Gastbeitrag in der Frankfurter Rundschau vom 23. Januar 2014 geht Martin Häusling der Frage nach, welchen Preis Europa das transatlantische Freihandelsabkommen kosten könnte und fordert die Ablehnung des Geheimdeals.

23.01.2014

Milchbauern kämpfen ums Überleben

1140118 arte Milchbauern kämpfen ums ÜberlebenArte Journal

O-Ton ab 1:30 min.

Milchbauern vor trister Zukunft

Sie haben Milchseen vors Kanzleramt gekippt und Butterberge aufgestapelt. Immer wieder haben Deutschlands Milchbauern demonstriert und sich gegen viel zu niedrige Milchpreise gewehrt. Bis 2015 gibt es die Milchquote. Sie reguliert, wie viel weißes Gold produziert werden darf. Danach ist der Markt offen und schon jetzt wird in Deutschland viel zu viel Milch produziert. Die jüngste Agrarreform enthält keine neuen Hilfen für die Milchbauern. Jana Schulze berichtet aus dem hessischen Bad Arolsen über die nicht enden wollende Misere der deutschen Milchbauern.

22.01.2014

Erbfeind Zucker? Die Schlacht um die süße Versuchung

sugar-cube-258116 640HR2Radio Der Tag
O-Ton ab ca.21:00 min.

Die Weltgesundheitsorganisation rüstet sich für ihre nächste Schlacht. Sie will die Völker dazu bringen, täglich weniger Zucker zu essen. Die WHO macht ihre Waffen scharf: neue Richtwerte. Schon mobilisiert auch die Lebensmittelindustrie ihre Truppen. Lobbyisten schwärmen aus, die Pro-Zucker-Propaganda läuft wieder heiß. Wie in den großen Völkerschlachten geht es um Sieg oder Niederlage, um Befreiung oder Kapitulation. Und worum wird gekämpft? Um die Volksgesundheit, unser heiligstes Gut. Da schickt der Tag natürlich seine fähigsten Kriegsreporter.

gesendet am 22.01.2014

16.01.2014

Freihandel untergräbt Zukunftschancen und Demokratie

Nachhaltige Landwirtschaft, Verbraucherrechte und demokratische Kontrolle bleiben auf der Strecke
Beitrag von Martin Häusling im Kritischen Agrarbericht 2014 (veröff. Januar 2014)

Chlorhühnchen, Hormonfleisch, Gentechnik – so lauten zentrale Begriffe, wenn ein kritischer Blick auf die möglichen Folgen des geplanten Freihandelsabkommens zwischen der EU und den USA geworfen wird. Es geht aber bei diesem Freihandelsabkommen nicht nur um die Frage des Geschmacks und der Esskultur oder um eine unterschiedliche Auffassung von Lebensmittelsicherheit. Es geht um weit mehr, wie der folgende Beitrag anschaulich zeigt. Auf dem Spiel stehen Transparenz, Verbraucherrechte und die demokratische Legitimierung und Kontrolle von Regeln. Es geht um Grundlagen unseres Demokratieverständnisses und unserer Lebensqualität, für die in Europa lange gerungen wurde.

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ABL Verlag/ Bauernstimme
Bahnhofstr. 31
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16.01.2014

EU-Parlament spricht sich gegen Zulassung von Genmais 1507 aus

Straßburg - Das EU-Parlament hat heute die von der Fraktion der Grünen initiierte Resolution zum  Inverkehrbringen des umstrittenen Genmaises 1507 angenommen. Dazu erklärt Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA:
 
„Mit dem heutigen Abstimmungsverhalten hat das Europäische Parlament Kommission und Mitgliedstaaten dringend aufgefordert, sich gegen die Zulassung von GVO-Mais 1507 (auch bekannt unter dem Namen Herculex) für den Anbau auszusprechen.
 
Die Gründe sind genau so zahlreich wie schwerwiegend. So hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) auf erhebliche Gefahren für Schmetterlinge und andere Bestäuber durch den Genmais 1507 hingewiesen. Auch die Kritik einer unzureichenden Risikobewertung hinsichtlich der Bildung von Resistenzbildungen bei Unkrautvernichtungsmitteln wie Glufosinatammonium ist nicht ausgeräumt.
 
Aber über den konkreten Fall hinausgehend, ist die Kommission dringend aufgefordert, ihr gesamtes Zulassungsverfahren zu überdenken. Denn selbst wenn im Ministerrat keine qualifizierte Mehrheit erzielt wird, darf die Kommission zulassen, und das obwohl von der letzten Konsultation der Mitgliedstaaten mittlerweile 5 Jahre vergangen sind. Seitdem hat sich die Datenlage durch die Überprüfung der EFSA erheblich verändert. Zudem hatten schon damals nur sechs Mitgliedstaaten für den Vorschlag der Kommission gestimmt, zwölf waren dagegen."
 
 

Weitere Informationen:
Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament - Martin Häusling
Tel. +32-2-284-5820, Fax +32-2-284-9820 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

15.01.2014

EU-Parlament gegen GVO-Kennzeichnungspflicht bei Honig

Straßburg - Das EU-Parlament hat heute gegen eine Kennzeichnungspflichtig von gentechnisch verändertem Honig gestimmt. Dieser Beschluss missachtet die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie der Imker, erklärt Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA:
 
„Jahrelang ignorierte die EU-Kommission die Kritik von NGOs sowie von Imkern, Verbrauchern und Grünen Politikern, dass Honig mit GVO-kontaminiertem Pollen weder autorisiert noch gekennzeichnet werden muss. Spätestens 2011 hätte dies korrigiert werden müssen, als der EUGH entschied, dass Pollen eine Zutat und kein Bestandteil des Honigs ist. Stattdessen präsentierte die Kommission aber einen Vorschlag, der das Urteil auf den Kopf stellt, um Industrieinteressen zu wahren. Die Europäische Imkervereinigung sprach sich klar gegen den Kommissionvorschlag aus, denn nun liegt die Beweislast bei den Imkern, die gentechnikfrei produzieren wollen.
 
Es stellt sich auch die Frage, ob sich die Mehrheit er Abgeordneten „aufhübscht“ für das anvisierte Freihandelsabkommen mit den USA und Regelungen im Sinne des vorsorgenden Verbraucherschutzes scheut. Auf jeden Fall ist das Abstimmungsergebnis ein Armutszeugnis für die Mehrheit der konservativen und sozialdemokratischen Volksvertreter, die dem starken Lobbydruck der Industrie nachgegen haben und gegen die Interessen der Menschen in Europa für den Vorschlag der Kommission gestimmt haben. Künftig muss auch dann Honig nicht gekennzeichnet werden, wenn er z.B. von Feldern mit reiner GVO-Rapssaat herrührt. Mehr und mehr drängt GVO-kontaminierter Honig insbesondere aus Lateinamerika auf unseren Markt und dank des EU-Parlaments ohne Kennzeichnung."

13.01.2014

TTIP: NO, we can´t

140113 Titelbild TTIPKein transatlantisches Freihandelsabkommen auf Kosten europäischer Verbraucher!
Eine kritsche Analyse zum Freihandelsabkommen EU-USA

13.01.14 Eine Studieim Auftrag von Martin Häusling, MdEP
Autoren: Reinhild Benning, Stephan Börnecke, Pia Eberhardt, Karen Hansen-Kuhn, Hannes Lorenzen, Arnd Spahn

Seit Juni 2013 verhandeln Europa und die USA über die bisher größte Freihandelszone der Welt – das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP). Mit Nachdruck werden dies- und jenseits des Atlantiks die vermeintlich positiven Effekte für ein dringend benötigtes Wirtschaftswachstum in Zeiten der Krise gepriesen. Doch die so einmütig beschworene „Win-Win-Situation“ klammert aus, welch tiefgreifende Interessenskonflikte im Agrar-, Umwelt- und Verbraucherschutzrecht hinter den Verhandlungen stecken.

13.01.2014

TTIP: NO, we can´t

140113 Titelbild TTIPKein transatlantisches Freihandelsabkommen auf Kosten europäischer Verbraucher!
Eine kritsche Analyse zum Freihandelsabkommen EU-USA

13.01.14 Eine Studieim Auftrag von Martin Häusling, MdEP
Autoren: Reinhild Benning, Stephan Börnecke, Pia Eberhardt, Karen Hansen-Kuhn, Hannes Lorenzen, Arnd Spahn

Seit Juni 2013 verhandeln Europa und die USA über die bisher größte Freihandelszone der Welt – das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP). Mit Nachdruck werden dies- und jenseits des Atlantiks die vermeintlich positiven Effekte für ein dringend benötigtes Wirtschaftswachstum in Zeiten der Krise gepriesen. Doch die so einmütig beschworene „Win-Win-Situation“ klammert aus, welch tiefgreifende Interessenskonflikte im Agrar-, Umwelt- und Verbraucherschutzrecht hinter den Verhandlungen stecken.

10.09.2010

Die Zukunft der Milchwirtschaft: „Weniger ist mehr“!

September 2010 - Eine Vergleichsstudie verschiedener Milchmarktkonzepte

 

Studie zum Milchmarkt in USA, Kanada, Schweiz und EU, 2010
Wiggerthale M. 2010: Die Zukunft der Milchwirtschaft: „Weniger ist mehr“ - Eine Vergleichsstudie verschiedener Milchmarktkonzepte und die GRÜNEN Forderungen für eine nachhaltige Milchpolitik in Europa.
http://www.martin-haeusling.eu/images/attachments/Milchstudie%20Langfassung%20DE%20final%20komplett.pdf

Englische Kurzfassung:
http://www.europeanmilkboard.org/fileadmin/Dokumente/Positions_EMB/11-01_Data/2010-Milk_Study_Less_is_more_summary_EN.pdf

15.05.2010

Klonen von Nutztieren – eine ‚todsichere‘ Anwendung?

Titelbild KlonfleischAgrobiotechnologie: Risiken und Konsequenzen des Einsatzes von Klontieren für die Lebensmittelerzeugung
Autoren: Christoph Then & Ruth Tippe
Mai 2010 - Ein Report von Testbiotech im Auftrag von Martin Häusling, MEP


Das Klonen von Tieren für die Produktion von Lebensmitteln ist in der Europäischen Union Gegenstand kontroverser politischer Debatten. Die Europäische Kommission will Produkte von geklonten Tieren gemäß der Novel-Food-Verordnung (Verordnung über neuartige Lebensmittel) behandeln. Laut einer Empfehlung des EU-Ministerrates sollen Produkte von geklonten Tieren und deren Nachkommen zunächst unter die Novel-Food-Verordnung fallen und später dann in speziellen Gesetzen behandelt werden.

Das Europäische Parlament forderte 2008 in einer Resolution ein sofortiges Verbot der Vermarktung sowie des Imports von Klontieren und daraus hergestellten Lebensmitteln und bestätigte 2009 seine Haltung in der Entschließung zu neuartigen Lebensmitteln. Seiner Meinung nach solle das Klonen von Nutztieren grundsätzlich einer Genehmigungspflicht unterliegen. Im März 2011 scheiterten die Verhandlungen zwischen Parlament, EU-Kommission und den Mitgliedsländern.

 Zusammenfassung und Fazit von Martin Häusling

 

Deutsche Version der Studie:
'Then C.; Tippe, R. 2010: Agrobiotechnologie: Klonen von Nutztieren – eine todsichere‘ Anwendung? Risiken und Konsequenzen des Einsatzes von Klontieren für die Lebensmittelerzeugung
http://www.martin-haeusling.eu/images/attachments/Klonstudie_DE-%20Juni2010_lang.pdf

Englische Version:
Then C.; Tippe, R. 2010: Agro-biotechnology: Cloning farm animals – a ‘killer application’? Risks and consequences of the introduction of cloned animals for food production
https://www.testbiotech.org/sites/default/files/Testbiotech_Cloning_2011.pdf