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Lebens- & Futtermittel

26.05.2014

FR - Das Comeback der Butterberge

Frankfurter Rundschau/  Von Stephan Börnecke

Deutsche Bauern haben ihre Milchproduktion massiv ausgeweitet, die Preise dürften kräftig fallen. Nun drohen den Landwirten aber hohe Strafen wegen Überschreitung des Limits. Der Bauernverband fordert Straferlass.

Die Erinnerung an Butterberge und Milchseen sind bei vielen EU-Bürgern noch frisch. Sie waren Sinnbild für die völlig aus dem Ruder gelaufene Milchproduktion in Europa, die 1984 schließlich mit der Einführung der Milchkontingentierung, besser bekannt als Milchquote, beendet wurde. Nun könnte sich Geschichte wiederholen. Denn in elf Monaten soll die Milchquote fallen. Und schon jetzt haben die Landwirte die Produktion stark ausgeweitet. Der Milchpreis, der derzeit noch auf einem Höchststand notiert, dürfte spätestens bis Anfang kommenden Jahres kräftig purzeln. Schon werden Erinnerungen an die Milchkrise von 2008/2009 wach.
Millionenstrafen drohen

Im Hintergrund steht ein seit mehr als einem Jahr anhaltender Trend, der zu einer Marktübersättigung führen kann. Wegen der Dürreperioden in den USA und in Neuseeland sowie einer um fast sechs Prozent gestiegenen Nachfrage aus China sind die Milchpreise zuletzt kräftig gestiegen. Sie liegen derzeit bei rund 40 Cent, manche europäische Molkerei zahlt sogar Spitzenpreise von mehr als 45 Cent. Die Folge daraus ist: Europäische Bauern „geben Gas“, wie es Björn Börgermann vom Milchindustrieverband ausdrückt. So, als gäbe es die Milchquote schon jetzt nicht mehr. Sie haben im vergangenen Jahr vier Prozent und in den ersten Monaten dieses Jahres sogar 5,3 Prozent mehr Milch erzeugt als im jeweiligen Vorjahreszeitraum. Und weltweit sieht es ganz ähnlich aus: In Neuseeland werden sieben Prozent mehr Milch gemolken, in den Vereinigten Staaten immer noch zwei.

Dabei ist die Milchproduktion in der EU limitiert. Landwirte dürfen nur jene Menge melken, für die sie auch ein Kontingent besitzen. Wer mehr melkt, muss eine Strafe zahlen, Superabgabe genannt. Allerdings eröffnet das System den Bauern eine Möglichkeit zum Zocken. Mit ein bisschen Glück können sie der Strafe entgehen. Der Grund dafür liegt darin, dass nicht alle Landwirte ihre Milchproduktion steigern und zudem jedes Jahr zwei bis drei Prozent ihren Beruf aufgeben – womit Melkkontingente nicht ausgeschöpft oder frei werden. Denn Unter- und Überlieferung werden zunächst auf Ebene der Molkereien und dann auch noch auf Bundesebene gegeneinander aufgerechnet. Da kann es passieren, dass gar keine oder nur eine kleine Strafe übrigbleibt.

Allerdings: „Diese Rechnung geht diesmal nicht auf“, sagt Hans Foldenauer vom Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM). Deutsche und andere europäische Bauern haben im angelaufenen Jahr um die fünf Prozent mehr Milch gemolken als im Vorjahr. Die Folge: Sie müssen Millionen Euro Strafe zahlen, je Liter bis zu 27,83 Cent. Auf um die 100 Millionen schätzen die Experten der „Agrarzeitung“ die Gesamtsumme, 130 bis 160 Millionen kalkuliert der BDM. Kein Wunder, dass der Deutsche Bauernverband bereits verlangt, angesichts der bevorstehenden Abschaffung der Quote zum 1. April 2015 die Strafe zu erlassen. Doch EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos denkt gar nicht daran. Denn das würde all jene benachteiligen, die sich ans Limit gehalten haben.
Wohin mit der Milch?

Derweil melken die Bauern immer mehr und nutzen damit die hohen Preise aus. Wollen sie noch einmal kräftig verdienen, bevor der Absturz kommt? Sogar Lieferrechte werden auf den letzten Drücker zugekauft, die Preise dafür sind zuletzt wieder geklettert – von einem Cent auf jetzt acht. Sie lagen in der Spitze allerdings schon einmal bei fast einem Euro.

Die meisten Experten rechnen mit einer weiteren, moderaten Ausdehnung der Erzeugung. Es gibt allerdings auch andere Stimmen: Der Präsident des österreichischen Bauernbunds, Jakob Auer, sagt einen europaweiten Ausbau der Milcherzeugung um satte 15 Prozent voraus. Spätestens dann, warnt der Europaabgeordnete der Grünen, Martin Häusling, „droht der Big Bang“ in Form abstürzender Preise für die Bauern. Auch EU-Agrarkommissar Ciolos ist beunruhigt und warnt vor sinkenden Milchpreisen im kommenden Jahr, was aus seiner Sicht vor allem kleine Bauern treffen wird.

Denn wohin mit der Milch? Der deutsche Inlandsmarkt ist gesättigt, der europäische Markt ebenfalls. Bleiben Drittländer wie Russland oder China, die aber nur etwa 16 Prozent der EU-Exporte ausmachen. Diese Märkte sind aber unsicher. Russland etwa blockiert etliche Importe derzeit und beruft sich dabei auf nicht eingehaltene Hygienevorschriften.

Gerhard Meier, Chef von Die Export-Union, hält denn auch China für den „Importmarkt Nummer eins“, und schwört: „Hier wollen wir präsent sein.“ China aber ist heiß umkämpft. So plant Australien sogar Frischmilch nach Peking zu liefern – kein Wunder bei Preisen oberhalb von 4,60 Euro je Liter. Dennoch setzen gerade die deutschen Molkereien auf das Reich der Mitte und verweisen auf stolze Steigerungsraten: Der Pro-Kopf-Verbrauch in China liegt bei weniger als 25 Liter, in Deutschland aber bei mehr als 300 Liter, rechnet Börgermann vor.

Tatsächlich schnellte die Ausfuhr von Milchprodukten im vergangenen Jahr um 45 Prozent auf 120 000 Tonnen hoch. Doch das ist ein Klacks angesichts der 30 Millionen Tonnen Milch, die allein deutsche Bauern jedes Jahr melken. Häusling warnt deshalb: „Die Prognose, dass man immer mehr Milch auf Drittmärkten absetzen kann, ist gewagt.“ Ähnlich Foldenauer, der dahinter „ein gefährliches Spiel“ der Molkereien wittert. Denn Länder wie die USA oder Neuseeland können China billiger beliefern als die EU-Bauern. Laufen die Landwirte also sehendes Auges ins Verderben?
 
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17.05.2014

GRÜNES Europafest Darmstadt

ab 15.00 Uhr auf dem Hofgut Oberfeld, Erbacher Straße 125, 64287 Darmstadt
Plakat

12.05.2014

Informationsdienst Gentechnik - Nächster EFSA-Verwaltungsrat nimmt Form an

Informationsdienst Gentechnik - Auf sieben Kandidaten haben sich die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten letzte Woche geeinigt: sie sollen künftig dem Verwaltungsrat der Lebensmittelbehörde EFSA angehören. Eine Industrielobbyistin kommt nicht zum Zuge, andere sind jedoch weiter im Rennen. Eine Aufgabe der EFSA ist es, Risiken von gentechnisch veränderten Pflanzen und Tieren sowie Pestiziden zu bewerten.

 Der Verwaltungsrat überwacht die Einhaltung der Spielregeln der Behörde. Sieben seiner Mitglieder sollen demnächst ausgetauscht werden, die Regierungen der EU-Länder müssen sich noch offiziell auf Kandidaten festlegen. Mit der Vorentscheidung von letzter Woche rückten einige Bewerber in den Mittelpunkt. Die gute Nachricht aus Verbrauchersicht: eine Mitarbeiterin der Lobbyorganisation Food Drink Europe ist wohl nicht dabei. Beate Kettlitz ist Direktorin der Abteilung für Lebensmittelgesetzgebung und Forschung beim Verband, der die Interessen von Konzernen wie Coca-Cola, Pepsico und Nestlé vertritt. Sie hatte angekündigt, ihre Stelle bei der Industrielobby auch während der Behördenzeit nicht aufzugeben.

 Der grüne EU-Parlamentarier Martin Häusling begrüßte diese Personalentscheidung. „Mit der Entscheidung gegen Kettlitz heilten die Ständigen Vertreter der Mitgliedsstaaten ein aus meiner Sicht unerträgliches Votum der konservativ-sozialdemokratischen Mehrheit im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments“, so der Abgeordnete. „Die Fraktionen hatten die Personalvorschläge kritiklos durchgewinkt. Ihre Resolutionen, die Unabhängigkeit der EFSA zu wahren, entpuppen sich damit als reine Worthülsen.“

 Andere industrienahe Kandidaten stehen aber weiter auf der nun zugeschnittenen Liste. Der Däne Jan Mousing vom Danish Knowledge Centre for Agriculture beispielsweise. Er sitzt schon in dem EFSA-Gremium und wird ihm wohl auch weiter angehören. „Der EFSA-Verwaltungsrat bekommt mit ihm einen weiteren Vertreter einer Lebensmittelindustrie, die sich für Gentechnik und für eine Industrialisierung der Landwirtschaft ausspricht“, kritisiert Häusling. [dh]

09.05.2014

BR - Europäische Lebensmittelbehörde - Von Unabhängigkeit kann keine Rede sein

Bayrischer Rundfunk - Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA mit Sitz in Parma soll eigentlich die Sicherheit der Verbraucher gewährleisten. Doch die Kritik nimmt massiv zu: Ist die EFSA wirklich unabhängig - oder seit Jahren in der Hand von Lobbyisten?
Von: Christian Stücken

Wie viel Weichmacher darf in die Sauger von Fläschchen? Wie viel Kadmium im Essen ist schädlich? Welches Risiko birgt der neue Genmais 1507? Das alles prüft die EFSA. Ob diese Prüfungen allerdings tatsächlich eine ausreichende Sicherheit für Verbraucher gewährleisten, das bezweifelt Christoph Then vom Verein Testbiotech:
Fehlende wissenschaftliche Grundlagen

"Die Daten, die die Industrie vorlegt, werden nicht kritisch hinterfragt. Die Unsicherheiten... werden nicht ausreichend betont und die Grenzen dessen, was überhaupt an Daten vorhanden ist, das wird gar nicht klar gemacht." Christoph Then, Testbiotech e. V.,  München

Die Experten der EFSA seien nicht unabhängig, die Prüfungen nicht ausreichend wissenschaftlich, so Then. Er glaubt, dass die Lebensmittelindustrie Einfluss auf die EFSA nimmt. Der EU-Abgeordnete Martin Häusling teilt diese Ansicht. Er hat die Stellungnahmen der EFSA zur Gentechnik eingehend untersucht.
Wer spricht für die EFSA?
"Die Fragestellung war: Wer wirkt denn eigentlich mit an den immer sehr positiven Stellungnahmen der EFSA? Und wenn dann in der Tat rauskommt, da sitzt ein Vertreter in der EFSA, der von Monsanto gesponsert wird, dann wird der Verdacht sehr konkret."Martin Häusling, MdEP, Die Grünen/EFA, Brüssel

Seit Jahren wird gemauert
Bereits 2009 war UNSER LAND vor Ort in Parma, um solchen Behauptungen auf den Grund zu gehen. Wochenlang bemühten wir uns um ein Interview mit führenden Vertretern, am Ende gab es lediglich ein paar beruhigende Worte:

"Jeder Wissenschaftler muss jedes Jahr eine sogenannte Interessenserklärung abgeben, wo die Interessen des Wissenschaftlers im Aufgabenbereich der EFSA offengelegt werden müssen: Da geht’s um die Anstellung, wo ist der Wissenschaftler angestellt, sitzt er in irgendwelchen Kommitees, sitzt er in irgendwelchen beratenden Gremien?" Elisabeth Waigmann, wiss. Mitarbeiterin der EFSA, Parma, 2009

Fragwürdige Personalien auf Führungsebene
 Christoph Then vom Verein Testbiotech

Trotzdem stößt Christoph Then immer wieder auf fragwürdige Personalien bei der EFSA, wie etwa bei der Risikoprüfung gentechnisch veränderter Pflanzen. 2008 zum Beispiel wechselte Suzy Renckens von dieser Abteilung der EFSA direkt zum Syngenta Konzern, der genau solche gentechnisch veränderten Pflanzen herstellt. Dann wäre da noch der Fall Diana Banati, Vorsitzende des Verwaltungsrates der EFSA und gleichzeitig Vorstand eines Lobbyverbandes, der die Interessen großer Gentechnik-Firmen vertritt. Banati musste 2012 ihr Amt bei der EFSA aufgeben. Kurz darauf wurde Mella Frewen für die EFSA nominiert - eine ebenfalls höchst umstrittene Personalie:

"Mella Frewen, die für Food Drink Europe arbeitet und für den Gentechnik-Konzern Monsanto tätig war, die sollte also in den Verwaltungsrat der EFSA, sozusagen als Nachfolgerin von Frau Banati. Das ist aber abgelehnt worden von den Mitgliedsländern der EU, die haben dem nicht zugestimmt." Christoph Then

Europaabgeordnete fordern mehr Transparenz
 Europa-Abgeordneter Martin Häusling

2012 forderten die Abgeordneten des Europaparlaments vonseiten der EFSA mehr Unabhängigkeit und mehr Transparenz, nachdem herausgekommen war, dass die Lebensmittelindustrie ihre Vertreter sogar in der Spitze der Behörde installiert - ein unerhörter Vorgang, meint der EU-Abgeordnete Häusling:

"Das ist schon eine Provokation: Die, die eigentlich beaufsichtigt werden sollen, schicken ihre Vertreter oder die, die sie vorher bezahlt haben, in Gremien der EFSA." Martin Häusling

Halbherzige Maßnahmen

Die EFSA erließ daraufhin einen Maßnahmenkatalog, um die Interessenskonflikte ihrer Mitarbeiter besser zu kontrollieren. Doch der Versuch verlief eher halbherzig, es hagelte Kritik von allen Seiten. Auch dem europäischen Ombudsmann gehen die Reformen nicht weit genug. Der Ombudsmann ist inzwischen eine Frau, Emily O‘Reilly. Die Bürgerbeauftragte kündigt verstärkte Kontrollen an:

"Wir besuchen die Behörden der EU und es ist gut möglich, dass wir bald die EFSA aufsuchen, um nachzusehen, wie sie ihre Aufgaben von den Interessenskonflikten bis zur Transparenz erfüllt." Emily O‘Reilly, Bürgerbeauftragte der EU, Brüssel

Lobbyismus-Verdacht auf breiter Front
Büro der Corporate Europe Observatory

Im Juni soll der Verwaltungsrat der EFSA neu besetzt werden. Der Verwaltungsrat bestimmt die Geschicke der Behörde für Lebensmittelsicherheit und damit auch die Gesundheit von mehr als 500 Millionen Menschen. Wird die Industrie wieder versuchen, Einfluss zu nehmen? Die Chancen dafür stehen gut: Aus Sicht der Corporate Europe Observatory, einer Gruppe, die den Lobbyismus in der EU kritisch untersucht, stehen von 208 Mitgliedern der Behörde 123 unter Lobby-Verdacht:

"Das alles passiert systematisch. Unsere Untersuchung hat ergeben, dass diese Experten,... die Wächter der europäischen Lebensmittelsicherheit Freiwillige sind, die nicht bezahlt werden." Martin Pigeon, Corporate Europe Observatory, Brüssel

Wer zahlt, schafft an

Die Sache mit der Bezahlung, das übernimmt unter anderem die Lebensmittelindustrie, wie etwa der Verband Food Drink Europe. Für den Verwaltungsrat der EFSA ist im übrigen wieder eine Direktorin dieses Verbandes nominiert.

"Das ist der größte europäische Lobbyverband der Lebensmittelindustrie und wenn die die Aufsicht haben über die Behörde, die die Lebensmittel prüfen soll, ist offensichtlich was schief gelaufen." Christoph Then

Schweigen statt Transparenz

Die EFSA möchte uns aktuell kein Interview zu den Interessenskonflikten ihrer Mitarbeiter und zur Neubesetzung des Verwaltungsrates geben. Schriftlich teilt man uns mit: Die EFSA überarbeite derzeit ein weiteres Mal ihre Policy on Independence. Da auch dies ein laufendes Verfahren ist, könne man derzeit nicht wirklich etwas zu den beiden Themen sagen. Transparenz sieht anders aus. Und auch für Christoph Then ist der Fall klar. Die EFSA muss dringend reformiert werden.

08.05.2014

EFSA-Verwaltungsrat - Ruf nach Unabhängigkeit wird zur Worthülse

Wiesbaden - Auch im neuen Verwaltungsrat der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA sitzen jede Menge Unterstützer von Agro- und Gentechnik-Industrie. Dazu erklärt der Europa-abgeordnete und agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, Martin Häusling:

„Mit ihrem Votum haben die EU-Mitgliedsstaaten zwar das Schlimmste verhindert, doch am Ruf der EFSA als einer industrielastigen Institution wird das leider wenig ändern. Immerhin verwarfen die Ständigen Vertreter der Mitgliedsstaaten den Vorschlag, die deutsche Lobbyistin Beate Kettlitz in den Verwaltungsrat der EFSA zu berufen. Kettlitz arbeitet seit 2005 bei der Lobbyorganisation Food Drink Europe als Direktorin der Abteilung für Lebensmittelgesetzgebung und Forschung und vertritt die Interessen von Konzernen wie Coca-Cola, Pepsico und Nestlé.
Mit der Entscheidung gegen Kettlitz heilten die Ständigen Vertreter der Mitgliedsstaaten ein aus meiner Sicht unerträgliches Votum der konservativ-sozialdemokratischen Mehrheit im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments. Die Fraktionen hatten die Personalvorschläge kritiklos durchgewinkt. Ihre Resolutionen, die Unabhängigkeit der EFSA zu wahren, entpuppen sich damit als reine Worthülsen.
Denn auch künftig ist unabhängiger Sachverstand in diesem Gremium wohl nicht gefragt. So sticht unter den sieben Neubesetzungen der dänische Lobbyist Jan Mousing hervor. Er ist Direktor des Dänischen Forschungszentrums für Landwirtschaft. Der EFSA-Verwaltungsrat bekommt mit ihm einen weiteren Vertreter einer Lebensmittelindustrie, die sich für Gentechnik und für eine Industrialisierung der Landwirtschaft ausspricht. “

Weitere Informationen:
Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament - Martin Häusling
Tel. +32-2-284-5820, Fax +32-2-284-9820 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

07.05.2014

ZEIT ONLINE Interview - Lebensmittelkontrolle: "Unabhängige Wissenschaftler werden einfach abgebügelt"

ZEIT ONLINE wirtschaft - In der EU bahnt sich eine heikle Personalrochade an: Industrievertreter sollen die Lebensmittelbranche beaufsichtigen, warnt der grüne EU-Parlamentarier Martin Häusling. Ein Interview von Marlies Uken

ZEIT ONLINE: Herr Häusling, am Mittwoch wurden sieben neue Mitglieder für den Verwaltungsrat der europäischen Lebensmittelaufsicht EFSA nominiert – für Sie eine "unerträgliche Entscheidung". Warum?

Häusling: Wieder erhärtet sich der Verdacht, dass Lobbyinteressen die Arbeit der EFSA bestimmen und dass es keine industrieunabhängige Aufsicht gibt. Diese Nähe zur Industrie darf es nicht geben. Die Behörde trifft weitreichende und wirtschaftlich bedeutungsvolle Entscheidungen. Die Lebensmittelaufsicht muss industriefern sein.

28.04.2014

Gentechnik im Chickenburger - McDonalds betreibt miese Preisdrückerei

McDonalds-Hühnchen dürfen wieder mit gentechnisch verändertem Soja gepäppelt werden. Dazu erklärt der Europaabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, Martin Häusling:

„Die Fastfood-Kette McDonalds hat endlich zugegeben, dass es ihr wie auch Aldi und Co beim Umschwenken auf Gentec-Futter nur um eine miese Preisdrückerei geht. McDonalds bestätigt die von Futtermittelhändlern und brasilianischen Farmerorganisationen mehrfach belegte Tatsache, dass es genug gentechnikfreie Ware aus Übersee gibt. Die in Europa gemästeten Hähnchen könnten also weiter mit konventioneller Soja gefüttert werden.    
Es geht McDonalds um wenige Cents, die der Chickenburger teurer wäre, vielleicht sogar nur um einen einzigen Cent je Burger, wie Greenpeace ausgerechnet hat. Denn gentechnikfreie Soja ist etwa 30 Prozent teurer. Rund 90 Prozent des Preisaufschlags  aber kommen allein deshalb zustande, weil die gentechnikfreien Futtermittel in einem getrennten Verfahren geerntet und auch separat von anderer Ware nach Europa verschifft werden müssen. Nur so kann eine Vermischung mit der Gentechnik vermieden werden. Die Zusatzkosten, sie machen etwa sieben Cent pro Hähnchen aus, entstehen also allein dadurch, dass Monsanto und Co frei schalten und walten können.
Sieben Cent, das ist in etwa der Betrag, den Bauern als Gewinn je Hähnchen erzielen können. Doch die Erzeugerpreise werden ständig nach unten gedrückt. Auf der Strecke bleiben dabei die Bauern – und die Verbraucher. Sie müssen nun, greifen sie überhaupt noch zu einem Chickenburger, gegen  ihren Willen Gentechnik schlucken. Damit alles schön billig bleibt.“  

Weitere Informationen:
Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament - Martin Häusling
Tel. +32-2-284-5820, Fax +32-2-284-9820 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

25.03.2014

Veröffentlichungen zur Freihandelsdebatte

hamburg-212405 640Seit Wochen steht das TTIP im Brennpunkt der öffentlichen Diskussion. Auch die Zeitschrift Politische Ökonomie sowie das Slowfood Magazin haben in ihren jüngsten Ausgaben das geplante Abkommen zum Debattenthema gemacht und haben Beiträge von mir veröffentlicht.

Slowfood Magazin 2/14 Freihandel - der große Ausverkauf

Politische Ökologie Band 136 (3/14), S.128ff - Chlorhühnchen und die Demokratie_Transatlantisches Freihandelsabkommen

25.03.2014

Veröffentlichungen zur Freihandelsdebatte im März 2014

hamburg-212405 640Seit Wochen steht das TTIP im Brennpunkt der öffentlichen Diskussion. Auch die Zeitschrift Politische Ökologie sowie das Slowfood Magazin haben in ihren jüngsten Ausgaben das geplante Abkommen zum Debattenthema gemacht und haben Beiträge von mir veröffentlicht.

Slowfood Magazin 2/14 Freihandel - der große Ausverkauf

Politische Ökologie Band 136 (3/14), S.128ff - Chlorhühnchen und die Demokratie_Transatlantisches Freihandelsabkommen

23.03.2014

proplanta - Grüne Agrarminister fordern Tierfutter ohne Gentechnik

Ganzer Artikel

[...] Auch die Grünen im EU-Parlament fordern die bessere Kennzeichnung der Lebensmittel. Nach Worten ihres agrarpolitischen Sprechers Martin Häusling ist die Verfügbarkeit von gentechnisch-freiem Soja sogar gestiegen. «Das bestätigen die Hersteller in Brasilien und der Landhandel in Europa. Damit wird der Verbraucher erneut zum Betrogenen.»

19.03.2014

Preiskampf der Discounter und Gentechnik-Kennzeichnung: Was drin ist, muss auch draufstehen

Preiskampf zeigt, wie dringend Gentechnik-Kennzeichnung erweitert werden muss

Brüssel - Zur Rolle der Discounter beim Verzicht der Geflügelzüchter auf gentechnikfreies Futter erklärt der  Europaabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, Martin Häusling.

Es wird immer deutlicher, dass hinter der Absage großer Geflügel- und Eierproduzenten an die Verwendung von gentechnikfreiem Sojafutter aus Übersee überhaupt keine Knappheit  dieser besonderen Ware steckt. Es geht vielmehr allein ums Geld. Die Discounter nutzen jede Gelegenheit aus, um die Erzeuger  im Preis zu drücken.  Da sind die acht Cent, um die gentechnikfreies Futter je Hähnchen teurer ist, eine willkommene Gelegenheit, mal wieder an der Preisschraube zu drehen. Mit diesem ständigen Preisdruck sind sie die Hauptverantwortlichen für das Tierleid im Stall.
Aber auch die Hühnerbarone sparen nicht mit Falschaussagen. Denn es gibt genug  Gentec-freie Soja,  die Verfügbarkeit ist sogar gestiegen. Das bestätigen die Hersteller in Brasilien und der Landhandel in Europa. Damit wird der Verbraucher erneut zum Betrogenen.
Er kann im Supermarkt oft nicht einmal  unterscheiden, ob sein Hähnchenfleischprodukt mit oder ohne Gentechnik aufgezogen wurde. Es steht nicht auf der Verpackung drauf, wenn Gentechnik im Futter war.
Das ist aus meiner Sicht Verbrauchertäuschung. Dagegen helfen nur klare gesetzliche EU-Regelungen.  Die Kennzeichnungsvorschriften bei der Gentechnik müssen dringend erweitert, aber zugleich müssen auch die Tierschutzstandards erhöht werden. Windelweiche freiwillige Vereinbarungen und Kennzeichnungen führen nicht zu mehr Tierwohl. Das haben die letzten Jahre bewiesen.
Was drin ist, muss auch draufstehen. Wenn eine Henne, ein Schwein oder eine Kuh  gentechnisch modifiziertes Futter gefressen haben, dann muss das auf den daraus entstehenden Lebensmitteln deutlich vermerkt werden. Einige Händler machen das freiwillig und fahren offenbar gut damit.  

11.03.2014

Warum nationale Gentec-Anbauverbote keinen Sinn machen...

Nationale oder gar regionale Anbauverbote für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen zu versprechen, mag von Einigen als verlockend angesehen werden. Es ist aber nichts anderes als vorsätzliche Täuschung. Juristisch sind die von Friedrich und Hendricks angekündigten Anbauverbote aktuell gar nicht möglich.
Auch strategisch und inhaltlich lehnen wir Grüne sie scharf ab, weil sie letzlich eine Flickemteppich ermöglichen und der Verbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen in Europa Tür und Tor öffnen. Warum das so ist, steht in diesem ausführlichen Briefing von Martin und Harald.

Briefing zum Zulassungsverfahren Genmais 1507 und Bewertung nationaler Anbauverbote (März 2014)

siehe auch Pressemitteilungen dazu:

11.02.14 Zulassung von Genmais 1507 - Ein Schlag ins Gesicht der europäischen Verbraucher

12.02.14 Genmaiszulassung: Friedrichs nationales Anbauverbot ist unrealistische Mogelpackung!

22.02.2014

Focus - Grüner Europa-Abgeordneter: Agrarmarkt muss sich ändern

Focus22.02.2014
Der europäische Agrarmarkt muss nach Ansicht des Grünen-Europaabgeordneten Martin Häusling reformiert werden.

An Direktzahlungen für die Bauern gehe aber weiterhin kein Weg vorbei. „Allerdings müssen die Gelder anders und besser verteilt werden“, sagte Häusling, der am 25. Mai bei der Europawahl Spitzenkandidat der hessischen Grünen ist, der Nachrichtenagentur dpa. Derzeit fließen rund 40 Prozent des EU-Haushalts in den Agrarmarkt. Langfristig dürfe die Landwirtschaft jedoch nicht am Staatstropf hängen, meinte der Biobauer aus dem nordhessischen Bad Zwesten. Der Verbraucher müsse bereit sein, mehr Geld für gute Lebensmittel wie Bioware auszugeben. „Es kann nicht sein, dass Deutschland an der untersten Skala bei den Lebensmittelpreisen liegt, aber zugleich die höchsten Ansprüche stellt.“

20.02.2014

Umweltausschuss zeigt dem Kommissionsvorschlag zum Klonen die rote Karte

Die Vorschläge von EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg zum Umgang mit Klontieren und Klonfleisch muss dringend nachgebessert werden. Diese Ansicht teilt die Mehrheit der Abgeordneten des Umweltausschusses. Dazu erklärt der Europaabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA, Martin Häusling:

„Der Versuch der Kommission, das Freihandelsabkommen mit den USA durch Hintertüren zu öffnen, ist  fahrlässig und völlig unakzeptabel. Ich begrüße deshalb die Entschließung des Umweltausschusse. Sie deckt  die schwerwiegenden Mängel des Gesetzesvorschlages der Kommission zum Klonen von Tieren zum Zwecke der Lebensmittelproduktion auf.
    
Der Umweltausschuss macht deutlich, dass der Ausschluss von geklonten Tieren für die Lebensmittelerzeugung nur ein Aspekt der der Problematik darstellt. Die Kommission hat die viel entscheidendere Frage, nämlich den Umgang mit den Nachkommen der geklonten Tiere, ausgeklammert. Gelangen aber die Nachkommen der Klontiere  ohne Kennzeichnung  in die Lebensmittelkette, dann duldet die EU de facto das Klonen an sich. Sie billigte   das damit einhergehende Leid der Tiere.

Darüber hinaus schlägt die Kommission auch nur ein befristetes Verbot des Klonen vor. Nach fünf Jahren will sie ihren eignen Vorschlag erneut auf den Prüfstand stellen.  Das ist aus meiner Sicht völlig unakzeptabel, denn die Mehrheit der Menschen in Europa lehnt  das Klonen von Tieren aus ethischen Gründen entschieden ab.

Die Kommission hatte ihre Gesetzesvorlage zum Klonen lange Zeit verschleppt. Von daher wird das Parlament in dieser Legislaturperiode nicht mehr die Möglichkeit haben, über den Gesetzentwurf selbst abzustimmen. Die Entschließung ist daher das richtige Signal, das die Kommission im Hinblick auf die laufenden Verhandlungen zum Freihandelsabkommen ernst nehmen sollte.


Weitere Informationen:
Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament - Martin Häusling
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17.02.2014

Berliner Zeitung - Interview mit Martin Häusling „Ich fürchte um die europäischen Standards“

Berliner Zeitung

Mehr Pestizide, mehr Antibiotika, mehr Gen-Food: Martin Häusling, Grünen-Europa-Abgeordneter und Biobauer, sagt, die Agrarindustrie der USA passe nicht zu der Europas. Das Freihandelsabkommen müsse auf den Prüfstand.

Die Familie des Grünen-Europaabgeordneten Martin Häusling bewirtschaftet im Hessischen einen Bio-Bauernhof. Der Agrarpolitiker steht einem Freihandelsabkommen mit den USA äußerst kritisch gegenüber.

Herr Häusling, was stört Sie eigentlich an einem Freihandelsabkommen mit den USA?
Es geht um die Ausrichtung des Agrarsektors. Europas Agrarwirtschaft ist mehr von kleinbäuerlichen Strukturen geprägt, in den Vereinigten Staaten dominiert ein agroindustrieller Ansatz, mit mehr Pestiziden, mehr Antibiotika und Gen-Food. Das hat Auswirkungen bis hin zu einer Konzentration bei den Saatgutherstellern. Es geht also bei den ganzen Verhandlungen mehr als nur um eine Geschmackssache.

Die Verbraucher in den USA sorgen sich vor Blauschimmel im französischen Roquefort-Käse, Europas Kunden fürchten Chlorhühnchen. Aber weder diesseits noch jenseits des Atlantiks ist es zu Massenerkrankungen gekommen. Werden die Befürchtungen übertrieben?

Noch mal: Es geht um eine andere Grundausrichtung der Landwirtschaft und um Verbraucherschutz. Ein Beispiel: In Europa gilt der Ansatz, dass auf jeder Stufe, also vom Stall bis zum Schlachthof, bestimmte Hygienestandards eingehalten werden müssen. In den USA zählt allein der letzte Schritt, deshalb das keimtötende Chlorwasserbad für Hühnchen. Es geht also um vorsorgenden Verbraucher- und Tierschutz und es geht um die Art und Weise, wie wir unser Lebensmittel künftig herstellen wollen.

Die EU-Kommission sagt in der Diskussion um genveränderten Lebensmittel, dass Genfood speziell ausgezeichnet werden muss. Der Verbraucher hat jetzt noch die Wahl.

In den USA gibt es doch überhaupt kein System, genmanipulierte Lebensmittel zu erfassen und zu kennzeichnen. Wenn wir den amerikanischen Standard anerkennen, könnten Waren auf den EU-Markt kommen, die nicht gekennzeichnet sind. Ich fürchte langfristig auch eine Absenkung der europäischen Standards. Auch Europas Agroindustrie bemüht sich seit langem, die EU-Standards abzusenken, mit dem Freihandelsabkommen wird es gelingen.

Die EU-Kommission hat jetzt mehr Transparenz versprochen. Ein Beratergremium, dem auch Verbraucher- und Umweltgruppen angehören, soll künftig über den Stand der Verhandlungen mit den USA informiert werden. Was sagen Sie dazu?

Das ist nicht mehr als ein erstes Eingeständnis, dass die Kritik an der mangelnden Transparenz berechtigt ist. Aber das Gremium bringt nichts, wenn Europas Bürger und die Parlamente nicht mitreden dürfen. Es dürfen jetzt keine Fakten geschaffen werden. Deshalb fordere ich: Der ganze Verhandlungsprozess muss auf den Prüfstand.

Das Gespräch führte Peter Riesbeck.

06.02.2014

Verbraucherschutz - EU-Parlament spricht sich für klare Kennzeichnung von Fleischerzeugnissen aus

Straßburg -  Das EU-Parlament hat sich heute mit großer Mehrheit für eine eindeutige  Kennzeichnung von  Fleisch ausgesprochen. Dazu erklärt Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA:

„Das heutige Votum des Europäischen Parlamentes ist ein eindeutiges Signal in Richtung Kommission, den Verbraucherschutz in der Lebensmittelkennzeichnung zu verbessern. Die Verbraucherinnen und Verbraucher habe ein Recht auf Transparenz, was die Erzeugung von Lebensmittel anbelangt.
Dazu ist auch eine klare Herkunftskennzeichnung von Fleisch notwendig. Das Parlament fordert daher genaue Angaben was den Geburtsort, den Ort der Aufzucht und den Ort der Schlachtung von Tieren anbelangt.
Eine klare Kennzeichnung erleichtert zum einen die bessere Rückverfolgbarkeit des Fleisches.  Das ist wichtig, um Lebensmittelskandale wie bei der betrügerischen Falschdeklaration von Pferdefleisch, das als Rindfleisch vermarktet wurde, zu unterbinden.
Eine eindeutige Deklaration bedeutet aber auch eine Verbesserung hinsichtlich des Tierschutzes und die Stärkung von Umweltaspekten. Die Kommission ist nun dringend aufgefordert, die Durchführungsbestimmung zügig anzupassen."

 Weitere Informationen:
Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament - Martin Häusling
Tel. +32-2-284-5820, Fax +32-2-284-9820 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

31.01.2014

NWZ - Ein Problem mit mächtigen Gegenspielern

140131 OL Besuch Kornkraft Naturkost kleinNWZ -  VON ULRICH SUTTKA
Da war von „Chlorhähnchen“ die Rede, die die USA in die EU exportieren möchten. Bei der Nitratbelastung weist Deutschland den zweithöchsten Wert im Grundwasser in der EU auf. Nur Malta ist noch schlechter. Die Vermaisung der Landschaft ganzer Regionen kam ebenso zur Sprache.
Für diesen Abend der unerfreulichen Botschaften mit dem landwirtschaftlichen Sprecher der Grünen-Europafraktion, Martin Häusling, hatten die Gastgeber am Donnerstag in Meyer’s Gasthaus eine globale Überschrift gewählt: „Die europäische Agrarpolitik – ein Spielball der Großkonzerne“.

29.01.2014

Studie belegt hohe Konzentration der Marktmacht auf dem europäischen Saatgut-Markt

Brüssel -  Die Fraktion der Grünen/EFA stellte heute eine von ihr in Auftrag gegebene Studie zur Marktkonzentrationen im Europäischen Saatgutmarkt in einer Pressekonferenz in Brüssel vor. Bei der Vorstellung erklärte der Europaabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der Grünen, Martin Häusling:
 
"Bei den Recherchen zur Marktkonzentrationen auf dem Saatgutmarkt wurde deutlich, dass sich die Kommission aufgrund mangelnder freier Verfügbarkeit von Daten sowie unabhängig nachprüfbarer Statistiken häufig auf die Aussagen der Industrie verlässt.
 
Die  Aussagen der Saatgut-Lobby und der riesigen Saatgut-Unternehmen, der EU-Markt sei kleinstrukturiert und von etwa 7000 vor allem kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) dominiert, sind aber irreführend. Zum Beispiel entfallen beim Maismarkt rund 75% des Marktanteils auf nur fünf Saatgut-Unternehmen. Oder das Beispiel Gemüsesaatgutsektor: Er macht 11% des EU- Saatgutmarktes aus und ist hochgradig konzentriert. So liegen etwa 95% des EU-Marktes in den Händen von nur fünf Unternehmen.
 
Die Folgen dieser Marktkonzentrationen sind verheerend und bedeuten einen Verlust an Biodiversität. Die Lebensmittel-und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schätzt, dass die Vielfalt der Kulturpflanzen alleine während des 20. Jahrhunderts um 75% zurückgegangen ist. Bei einem "Weiter so" wird etwa ein Drittel der heutigen Vielfalt bis 2050 verschwinden.
 
Die Konzentration auf dem Saatgutmarkt bedeutet aber auch erhöhte Kosten für die Landwirte beim Erwerb von Saatgut. Das lässt sich bereits anhand der Marktentwicklungen nicht zuletzt in den USA sehr gut nachvollziehen."
 

Eine deutsche Zusammenfassung finden Sie hier:

http://www.martin-haeusling.eu/images/attachments/140129_Martin_H%C3%A4usling_Briefing_Konferenz_Konzentration_auf_dem_Saatgutmarkt.pdf

 

29.01.2014

Konzentration der Marktmacht auf dem europäischen Saatgut-Markt

140129 Saatgutmarkt Studieim Auftrag der Grünen/EFA im Europäischen Parlament
AUTHOR: IVAN MAMMANA

Im Zuge der Diskussion über den Vorschlag der Kommission für eine Verordnung über die Erzeugung von Pflanzenvermehrungsmaterial und dessen Bereitstellung auf dem Markt (Saatgutverordnung) wurde mehrfach auch von Seiten der Kommission, General Direktion für Umwelt und Gesundheit, angeführt, dass die Erzeugung und Bereitstellung über in der EU über etwa 7000 Saatguterzeuger, überwiegend kleine oder mittlere Züchter, erfolgt.

Wir Grünen/EFA schätzten die Datenlage anders ein und haben daher die Studie „Konzentrationen von Marktmacht auf dem EU-Saatgutmarkt“ in Auftrag gegeben.

29.01.2014

Study: Concentration of market power in the EU seed market

140129 Saatgutmarkt StudieCommissioned by The Greens/EFA group
AUTHOR: IVAN MAMMANA

Seed market regulation
New study highlights concentration in seed market and implications for draft EU rules

The Greens/EFA group today presented a new study highlighting the concentration of the European seed market (1). In contrast with claims by the European Commission that market concentration is not a problem, the study revealed five companies (also producing agrochemical products) control more than 50% of the seed market, with major consequences for farmers, agro-biodiversity, innovation and food security. The Greens are calling for draft EU legislation on seeds and plant reproductive products to be rejected by the European Parliament and argue this study underlines the need for the European Commission’s competition authorities to launch an antitrust investigation into the concentration of the seed market.