Grüne Europagruppe Grüne EFA

Klima-, Umwelt-, Natur-, Bodenschutz & Pestizide

01.10.2014

topagrar - Häusling: Resistenzen von Unkräutern und Schädlingen nehmen zu

topagrar online/Agra Europe / Alfons Deter

 Zunehmende Resistenzen von Unkräutern und Schädlingen gegenüber Pflanzenschutzmitteln hat der Agrarsprecher der Fraktion die Grünen/EFA im Europaparlament, Martin Häusling, angeprangert.

Bei der Vorstellung der von ihm in Auftrag gegebenen Studie „Superweeds - Resistente Unkräuter bedrohen die Ernte!“ erklärte Häusling, die vorliegende Untersuchung zeige deutlich das Ausmaß und die Folgen zunehmend herbizidresistenter Unkräuter in den USA aufgrund der massiven Ausweitung des Anbaus gentechnisch veränderter und glyphosatresistenter Pflanzen sowie die Resistenzentwicklung in Europa.

Für den Grünen-Politiker wird dadurch klar, dass das „Prinzip der agrarindustriellen Landwirtschaft in der Sackgasse steckt“. Man müsse umsteuern hin zu einer wissensbasierten statt technikorientierten Landwirtschaft, die auf ökologische Methoden wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge setze und nicht auf plumpe chemische Lösungen, weil sie einfacher seien und sich auch noch gut verkaufen ließen, so der Grünen-Politiker.

Der massive Einsatz giftiger Chemikalien und eine weitere „gentechnische Aufrüstung auf dem Acker“ seien das Problem und nicht die Lösung.

27.09.2014

Badische Ztg. - Gefahr für die Ernte

Badische Zeitung - Unkraut ist zunehmend resistent gegen Pflanzenschutzmittel

 Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist umstritten. Für Bauern sind sie ein bequemer Weg, um lästiges Unkraut vom Acker fernzuhalten. Allerdings hat das auch viele negative Auswirkungen.  

 Eine davon ist, dass Schädlinge wie auch Unkraut Resistenzen entwickeln. Dadurch drohen massive Ernteverluste.
 Iowa ist tiefste Provinz. Nun zeigt sich dort eine Entwicklung, die auch für Europa einige Lehren bereithält. Dort drohen den Bauern bei Mais und Soja enorme Ernteverluste, weil sich 14 Unkrautpflanzen ausbreiten, die gegen sämtliche Unkrautvernichtungsmittel resistent sind.

 Nach Angaben von Christoph Then von der Münchener Firma Testbiotech, betreffen die Resistenzen so viele Nutzpflanzen, dass es wenig nützte, stärker auf Fruchtfolge zu setzen – also darauf, dass die Farmer nicht jahrelang auf demselben Acker die gleiche Pflanze anbauen, sondern Kulturen variieren. "Viele verschiedene Nutzpflanzen haben sich perfekt an Glyphosat angepasst", meint Then.

 Glyphosat ist unter dem Namen "Roundup" bekannt und ein weltweit häufig genutztes Herbizid. Als der amerikanische Konzern Monsanto im Jahr 2000 in den USA die Zulassung für "Roundup" beantragte, behauptete er, dass auch der "langjährige ausgiebige" Gebrauch von Glyphosat nur in wenigen Fällen Resistenzen mit sich bringen werde. Nach gut zehn Jahren des ausgiebigen Einsatzes, so Then, stehe nun fest, dass das Gegenteil richtig sei.


Nach Ansicht des Europa-Abgeordneten Martin Häusling (Grüne) ist die Lage in Europa zwar weniger dramatisch als in den USA: "Aber auch in Europa entwickeln Unkräuter zunehmend Resistenzen gegen gängige Pflanzenschutzmittel." In Italien, Frankreich, Spanien und Deutschland seien jeweils zwischen 30 und 25 dieser Unkräuter bekannt. Die chemische Industrie setze nun darauf, den "Chemiecocktail" zu verstärken und mache in Brüssel Druck, dass die Zulassung von Herbiziden beschleunigt und erleichtert werde. Damit sei aber nichts gewonnen. Die Landwirtschaft müsse stärker auf Wissen statt auf Technik abstellen und dabei auf ökologische Methoden zurückgreifen. Dass die EU-Kommission bei der jüngsten Reform der EU-Agrarförderung versucht habe, die Fruchtfolge zu stärken, sei richtig. Leider sei dieser Ansatz gerade auf Druck des Bauernverbands stark verwässert worden. "Den Druck in diese Richtung müssen wir trotzdem aufrechterhalten", sagt Häusling. Sonst werde die Belastung der Oberflächengewässer mit Pflanzenschutzmitteln zunehmen. Und mehr Herbizide auszubringen, ändere nichts an der Gefahr von Resistenzen.

 Wie das Problem gelöst werden kann, macht Jan Plagge, Präsident von Bioland deutlich. Gerade in Bayern und Baden-Württemberg arbeiten Biobauern und konventionell arbeitende Bauern zusammen, wobei es auch um die mechanische Beseitigung von Unkraut geht. Viel sei gewonnen, wenn konventioneller und ökologischer Landbau voneinander lernten.

26.09.2014

Studienvorstellung - SUPERWEEDS: RESISTENTE UNKRÄUTER BEDROHEN DIE ERNTE!

140926 soja mit Palmers amaranthRESISTENTE UNKRÄUTER BEDROHEN DIE ERNTE!

SUPERWEEDS - DAS PRINZIP INDUSTRIELLE LANDWIRTSCHAFT IN DER SACKGASSE!

Gentechnik in den USA:
Herbizidresistente Unkräuter; steigende Mengen und toxische Wirkung von Herbiziden, die auf die Pflanzen versprüht werden; Verlust von biologischer Vielfalt durch den Herbizideinsatz sowie das Ausbleiben der erhofften Ertragssteigerungen.
Dies alles veranschaulicht der Gentechnikexperte Christoph Then in der von den europäischen Grünen und mir in Auftrag gegebenen Studie.
Aber auch bei uns entwickeln Unkräuter und Schädlinge Resistenzen gegen einige der angewandten sogenannten „Pflanzenschutz“-Mittel – allen voran Glyphosat - und verbreiten sich mehr und mehr. Dieses Problem ist in der Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt. Umso wichtiger, dass Runa Boeddinghaus in ihrem Beitrag zur Studie dieses genau beleuchtet.

Zeit:     Fr. 26. September 2014, 11:00 - 13:00 Uhr
Ort:      Hessischen Landesvertretung Berlin-Mitte, In den Ministergärten 5 (Heilige-Elisabeth-von-Marburg-Saal)
Die Veranstaltung richtet sich an Vertreter von Presse, Politik und Verbänden.

Über Ihr Interesse würde ich mich freuen. Um Anmeldung an mein Berliner Büro (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, 030/ 227 70020) wird gebeten.

26.09.2014

SUPERWEEDS: RESISTENTE UNKRÄUTER BEDROHEN DIE ERNTE!

140926 Titelbild SuperweedsRESISTENTE UNKRÄUTER BEDROHEN DIE ERNTE!

SUPERWEEDS - DAS PRINZIP INDUSTRIELLE LANDWIRTSCHAFT IN DER SACKGASSE!

Gentechnik in den USA:
Herbizidresistente Unkräuter; steigende Mengen und toxische Wirkung von Herbiziden, die auf die Pflanzen versprüht werden; Verlust von biologischer Vielfalt durch den Herbizideinsatz sowie das Ausbleiben der erhofften Ertragssteigerungen.
Dies alles veranschaulicht der Gentechnikexperte Christoph Then in der von den europäischen Grünen und mir in Auftrag gegebenen Studie.
Aber auch bei uns entwickeln Unkräuter und Schädlinge Resistenzen gegen einige der angewandten sogenannten „Pflanzenschutz“-Mittel – allen voran Glyphosat - und verbreiten sich mehr und mehr. Dieses Problem ist in der Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt. Umso wichtiger, dass Runa Boeddinghaus in ihrem Beitrag zur Studie dieses genau beleuchtet.

 

Studie zu resistenten Unkräutern, die inzwischen auch in Europa Ernten bedrohen, 2014
Then C.; Boeddinghus R. 2014: Superweeds – Resistente Unkräuter bedrohen die Ertnte! Das Prinzip industrielle Landwirtschaft in der Sackgasse.
http://www.martin-haeusling.eu/images/BroschureSuperWeeds_Web_.pdf

26.09.2014

TAZ - „Superweeds“ und Monsanto: Das Leben findet einen Weg

Unkraut vergeht nicht, zeigt eine neue Studie über „Superweeds“: Je mehr Chemie sie abbekommen, desto widerstandsfähiger werden sie.

Berlin taz| „Superweeds“ sind nicht super und haben nichts mit Marihuana zu tun: „Superweeds“ sind gegen chemische Pflanzenschutzmittel resistente Wildpflanzen, sogenannte Unkräuter. Je intensiver die Landwirtschaft chemische Spritzmittel verwendet, desto widerstandsfähiger werden die Schadpflanzen, zeigt eine neue Studie (pdf-Datei) im Auftrag der Grünen im Europäischen Parlament.

Für die Landwirte eine Katastrophe: Ihre Ernten brechen ein, die Schadpflanzen breiten sich aus und die Kosten für die Landwirtschaft steigen.
Anzeige

Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass die  industrielle Landwirtschaft in der Sackgasse ist. So hat Gentechnik-Expert Christoph Then untersuchte, wie rasant sich die Superunkräuter in den USA ausbreiten: Innerhalb der letzten 20 Jahre habe sich die Zahl der spritzmittelresistenten Wildpflanzen in den USA mehr als verdoppelt – von 60 im Jahr 1995 auf 145 heute. Auch in Deutschland sind die Superunkräuter ein Problem, hier gibt es bislang 32 resistente Arten.  

Es handle sich um eine „Abwärtsspirale“, sagt Martin Häusling, Europaabgeordneter der Grünen und Auftraggeber der Studie. Ein Beispiel: 1970 entwickelte der US-Konzern Monsanto das Totalherbizid Glyphosat, das gleichermaßen Unkräuter und Nutzpflanzen vernichtet. Zugleich machte er die Soja-Pflanze mittels Gentechnik gegen das Spritzmittel resistent. Die Wildpflanzen kamen ohne den Eingriff aus: Je öfter und stärker sie dem Glyphosat ausgesetzt waren, desto schneller mutierten auch sie und wurden unempfindlich gegen das Herbizid.  

Mutation auch ohne Gentechnik

Das Ergebnis: Heute ist Glyphosat das weltweit meist verkaufte Spritzmittel. Trotzdem überwuchern resistente Schadpflanzen die Felder. „Die Industrie treibt das Problem immer weiter und verdient daran“, sagt Then.

In den USA sind nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums mittlerweile 14 verschiedene Wildpflanzen auf 28 Millionen Hektar Ackerland gegen Glyphosat resistent.  

„Massiv giftige Chemikalien einzusetzen und die Äcker weiter gentechnisch aufzurüsten, ist nicht die Lösung, sondern das Problem“, sagt Häusling. Eine viel bessere Lösung sei eine nachhaltige Landwirtschaft, die auf ökologische Methoden setzt, nicht auf „plumpe Chemie“.

 

Studie zu resistenten Unkräutern, die inzwischen auch in Europa Ernten bedrohen, 2014
Then C.; Boeddinghus R. 2014: Superweeds – Resistente Unkräuter bedrohen die Ertnte! Das Prinzip industrielle Landwirtschaft in der Sackgasse.
http://www.martin-haeusling.eu/images/BroschureSuperWeeds_Web_.pdf

26.09.2014

Deutschlandradio - Unkräuter entwickeln Immunität gegen Pflanzengift

Deutschlandradio- Daniela Siebert im Gespräch mit Georg Ehring

"Superweeds - resistente Unkräuter bedrohen die Ernte" - so heißt eine von den europäischen Grünen in Auftrag gegebene Studie, die den übermäßigen Einsatz von Herbiziden in der konventionellen Landwirtschaft und dessen Folgen untersucht hat. In Berlin wurden nun die Ergebnisse vorgestellt.

[...] Ehring: Was für einen Widerhall könnte die Studie denn auf politischer Ebene finden?

Siebert: Also Auftraggeber ist ja die Grünen-Fraktion im Europäischen Parlament. Dort sitzt auch der grüne Abgeordnete Martin Häusling und der leitet auf den hinteren Seiten der Studie von Christoph Then und Runa Boeddinghaus auch gleich radikale politische Forderungen ab, etwa dass Europa den ökologischen Landbau zum Leitbild machen müsse und auch nur noch in diesen Sektor öffentliche Zahlungen fließen sollten. [...]

26.09.2014

Weltagrarbericht - Studie: Herbizidresistente Unkräuter auch in Europa auf dem Vormarsch

Weltagrarbericht- Herbizidresistente „Superunkräuter“ stellen Landwirte in Nord- und Südamerika vor enorme Probleme und bedrohen die Ernten. Doch auch in Deutschland und Europa entwickeln Unkräuter und Schädlinge zunehmende Resistenzen gegen Pflanzenschutzmittel, vor allem das Herbizid Glyphosat, wie eine heute in Berlin vorgestellte Studie zeigt. Das US-Landwirtschaftsministerium meldet 2013 auf 28 Millionen Hektar glyphosatresistente Unkräuter. So kann etwa das in den USA weit verbreitete Fuchsschwanzgewächs Amaranthus palmeri Erträge im Sojaanbau um bis zu 78% und bei Mais um bis zu 91% senken. Um der Lage Herr zu werden, müssen Landwirte von Hand jäten oder sie greifen zu noch mehr Herbiziden, darunter auch ältere und giftigere. Nun soll 2,4 D US-Farmern helfen, die Superunkräuter beim Anbau glyphosattoleranter Mais- und Sojasorten einzudämmen. Die Studie führt das Ausmaß der Resistenzbildung jenseits des Atlantiks auf den Anbau gentechnisch veränderter, glyphosatresistenter Pflanzen zurück, doch schuld sei nicht allein das „System Gentechnik“. Es habe den Prozess in den Gentechnik-Anbauländern aber stark beschleunigt. Denn auch in Deutschland entwickeln immer mehr Pflanzen Resistenzen, teils gegen mehrere Wirkstoffe: Rund 30 resistente Unkräuter gibt es hierzulande, z.B. den Ackerfuchsschwanz und den Gemeinen Windhalm. „Man kann das ganz genau beobachten in den Regionen, wo sehr intensiv gewirtschaftet wird, wo keine Fruchtfolge herrscht, wo Weizen, Raps angebaut wird: Gerade in diesen Regionen haben wir im Grunde genommen, wenn auch etwas zeitverzögert, dieselben Probleme wie in den USA“, sagte der Europaabgeordnete Martin Häusling (Grüne), der die Studie in Auftrag gegeben hat, dem Deutschlandradio. Laut den Autoren ist eine nachhaltige Bewirtschaftung „deutlich komplexer und wissensbasierter als die derzeitig weitläufig praktizierten Verfahren, denn sie beruht auf einem systemischen Ansatz, bei dem mit der Natur gearbeitet wird und nicht gegen sie.“ Abschließend fordern sie, dass öffentliche Gelder in Europa nur noch ökologisch nachhaltigen Anbauformen zugute kommen sollen und die Agrarforschung künftig nachhaltige Methoden der Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen erforschen muss. Zudem dürfe Glyphosat in Europa keine Neuzulassung erhalten und der Anbau neuer Gentechnik-Pflanzen müsse unterbunden werden.

26.09.2014

Informationsdienst Gentechnik - Studie zu Resistenzen: Scheitern der Gentech-Landwirtschaft

Informationsdienst Gentechnik - Die heute in Berlin vorgestellte Studie bestätigt Ausmaß und Folgen widerstandsfähiger Unkräuter in der US-amerikanischen Landwirtschaft, die beim Anbau von Gentech-Pflanzen entstehen. Sie zeigt aber auch die noch unbekannte Dimension des Resistenzproblems in Europa, vor allem gegen das Pflanzengift Glyphosat, das auch in der gentechnikfreien Landwirtschaft breit angewendet wird. Die Bewertung der Autoren, welche die Studie im Auftrag der europäischen Grünen erstellt haben, ist eindeutig: Superunkräuter sind eine Folge der industriellen Landwirtschaft, in der Gentechnik-Pflanzen nur die Speer-Spitze negativer Entwicklungen sind. Fazit: Dieses System steckt in der Sackgasse.

 Noch vor gut 10 Jahren behauptete Monsanto, Entwickler von Glyphosat, die Bildung von Resistenzen beim Gebrauch dieses Spritzmittels sei trotz langjährigem und ausgiebigem Einsatz nahezu ausgeblieben und auch die einzigartige Struktur und Wirkungsweise von Glyphosat mache eine Resistenzentwicklung bei Unkräutern unwahrscheinlich. Fakt ist, dass heute auf beinahe der Hälfte aller US-Landwirtschaftsbetriebe glyphosat-resistente Unkräuter auf einer Fläche von 61,3 Mio. Hektar wachsen. Laut dem „International Service of Herbicide Resistent Weeds“ (weedscience.org) sind in den USA inzwischen 13 resistente Pflanzenarten registriert. Den Landwirten bereitet besonders der Fuchsschwanz, der höher wächst als die angebaute Kultur selbst und inzwischen gegen mehrere Spritzmittel Abwehrstrategien entwickelt hat, große Sorgen. Trotz ausbleibendem Ertragszuwachs hat dies bei einigen Landwirten zu einer Kostensteigerung von 100% geführt. Die Lösung der Resistenzprobleme durch die Industrie: Gentechnik-Pflanzen, die gegen mehrere Spritzmittel resistent sind. Christoph Then, Gentechnikexperte und Autor der Studie warnt vor dieser Rüstungsspirale und mahnt, diese Strategie bedeute, „das Feuer mit Öl zu löschen“.

 Aber auch in Europa zeichnet sich trotz einer weitgehend gentechnikfreien Landwirtschaft die gleiche Entwicklung von Resistenzproblemen in der Landwirtschaft ab. Die meisten resistenten Pflanzenarten gibt es in Frankreich und Italien, gefolgt von Spanien sowie Deutschland. Gründe: reduzierte Bodenbearbeitung, Monokulturen, keine Anwendung von Fruchtfolgen und einseitige Anwendung von Spritzmitteln. Für Martin Häusling, Europaparlamentarier und Herausgeber der Studie, ist die Lösung klar: „Wir müssen deutlich umsteuern hin zu einer wissensbasierten statt technikorientierten Landwirtschaft, die auf ökologische Methoden wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge setzt und nicht auf plumpe chemische Lösungen, weil das einfacher ist und sich auch noch gut verkaufen lässt. Der massive Einsatz giftiger Chemikalien und eine weitere gentechnische Aufrüstung auf dem Acker sind das Problem, nicht die Lösung“. Jan Plagge, Bioland-Präsident, bestätigte die Erkenntnisse der Studie und fordert die Politik auf, Projekte zu fördern, die mit modernster Technik mechanische und herbizidfreie Ansätze liefern. [keh]

26.09.2014

DRadio Kultur - Superweeds auf dem Vormarsch

140926 soja mit Palmers amaranthSuperweeds auf dem Vormarsch - Falsche Methoden gegen Unkräuter auf denFeldern?
Länge: 05:43 Minuten         Audio abspielen

 

Studie zu resistenten Unkräutern, die inzwischen auch in Europa Ernten bedrohen, 2014
Then C.; Boeddinghus R. 2014: Superweeds – Resistente Unkräuter bedrohen die Ertnte! Das Prinzip industrielle Landwirtschaft in der Sackgasse.
http://www.martin-haeusling.eu/images/BroschureSuperWeeds_Web_.pdf

12.09.2014

The Ecologcist - Toxic glyphosate herbicides fly under the EU's regulatory radar

the ecologist by Pete Farrer & Marianne Falck

The widely used herbicide glyphosate has been judged 'safe', write Pete Farrer & Marianne Falck. But by the time it's used, it's in a 'formulation' with toxic surfactants, which escape EU regulation despite their known dangers. Germany alone has forbidden the use of the most dangerous surfactant - but is keeping its evidence secret.

Earlier this year, Germany declared the active substance glyphosate, a component of many herbicides, as 'safe' in its draft re-assessment report.

Germany's words have weight as it is acting as the Rapporteur Member State for this active substance. But an investigation into the report has exposed another story - it is far from 'safe'.

It is well known that glyphosate is one of the most tested active substances, and is seen as a simple and cost-effective way of controlling weeds in a variety of situatuions.

Glyphosate is the active substance in the most widely used herbicide worldwide called RoundUp®, sales were valued at US$ 5.46 bn in 2012 and are expected to reach US$ 8.79bn [i] by 2019; it is big business.

However, the active substance alone is not sprayed by farmers, councils or 'you' in gardens and driveways. Because to work efficiently, it needs additional chemicals called 'surfactants'.

A shocking omission

The widespread use of glyphosate greatly increases the chances that it will be ingested by humans and farm animals. It is now used to desiccate cereal, pulse and oilseed crops prior to harvest - where it produces residues in some of our staple foods [ii]

It is also used extensively on GM crops engineered to be 'Roundup Ready'. This does not (yet) take place in the EU, however such crops dominatye in North and South America and account much of the soy and maize imported to the EU for animal feed.

But whilst active substances are tested and regulated on a European level, pesticide formulations, such as Roundup®, are not.

Because of an initial suspicion [iii] that the surfactant called POEA (polyethoxylated tallow amine) might be toxic for humans, animals and the environment, the German authorities have taken their own protective action.

In the meantime, the EU has failed to take any action at all. "Given the alarming results of independent studies [iv], this is simply shocking", says Martin Häusling, Member of the Greens / European Free Alliance Group.

"Even though I have been criticising The European Food and Safety Authority for many years because of its conflict of interest with the agricultural industry, it would be wrong to blame them alone. The national authorities play a big role in this process."

But in Germany, things are different

Since the late 1990's, the German Federal Institute for Health Protection of Consumers and Veterinary Medicine (BgVV) has called upon Member States in the European Union not to accept glyphosate products containing the surfactant POEA based on the high cytotoxicity [v] of the compounds.

However Monsanto and Cheminova - who at the time were jointly submitting glyphosate for re-approval - quickly disputed all the evidence that was presented [vi]. A 1999 report stated:

"Accordingly, in the formulations for which toxicological data has been submitted as part of the joint dossier of Monsanto and Cheminova, surfactants of this type are not contained any more." [vii].

But the Agro-Chemical companies continued to manufacture and sell products containing POEA. A spokesperson of Monsanto praised surfactants like POEA because "the amount of active ingredient needed per treated area can be reduced."

He also stressed that "the development of new products requires several years of research and development and review by competent public authorities and Europe has some of the highest standards in the world."

These "high standards" seemingly have started to fail, because since 1999 there was scientific consensus that the single active substance approach to risk assessment was flawed.

Finally in 2005 the EU revised the Residue Directive and changed it into Regulation (396/2005) and made Cumulative Risk Assessment mandatory "as soon as methods to assess such effects are available [art 14.b]." [viii]

The next step would be a framework developed by European Food and Safety Authority. But very little has happened since then.

The 'single active substance' approach to risk assessment is flawed

By 2008, more evidence on this specific surfactant was mounting. A paper by J. M Brausch et al. in 2007 [ix] "found all POEA formulations to be extremely toxic".

This prompted the German Environmental Agency (UBA) to request more study data specifically about chronic toxicity. What followed was a "very intense professional dispute" [x] between the UBA and agro-chemical companies, as a source from UBA stated.

The result: The companies did not submit any data, but agreed to replace POEA in the glyphosate formulations - however this resulted in the UBA still not having the data to prove chronic toxicity.

Two years later the German Federal Institute for Risk Assessment (BfR) carried out its own toxicological evaluation of the glyphosate-POEA formulation, after a German forestry worker developed chest pain with rapidly increasing severe respiratory distress and fever up to approximately 38°C.

His pathology revealed "toxic inflammation of the lungs" that was significantly different from bacterial infection [xi].

This resulted in the German authorities prohibiting the usage of certain glyphosate formulations with a high content of POEA for the production of animal feeds in order to avoid a risk of toxins being passed through the food chain [xii]. But how are these formulations tested?

Each time glyphosate is risk assessed in the EU it is done by the presentation of one 'representative formulation' from the vast quantity available on the market [xiii].

This time, the representative formulation that has been presented by the agro-chemical industries European Glyphosate Task Force (GTF), does not contain the surfactant POEA [xiv]. Only by coincidence? Or was it the least toxic formulation that the GTF could find?

Germany acts - but key data remain under lock and key

This year the German Federal Institute for Risk Assessment and other German safety authorities published their draft re-assessment report (RAR) on glyphosate and the representative formulation, in the process re-assessing hundreds of studies and public domain literature.

Then the UBA did something exceptional. They included a chapter 'Further toxicological data for other potential co-formulants' [xv] about the surfactant POEA to make sure all Member States are informed that nearly all toxicological endpoints investigated are clearly more toxic than glyphosate alone.

By the end of this year all formulations containing POEA will have been removed from the German market. So what happened in Germany for them to move from 'restricted' to formally 'banned'?

Answer: we don't know. All requests for a list of which companies had to replace POEA, exactly when, and which surfactants are now used instead has been declined by German authorities on the basis that the information constitutes 'Trade Secrets'.

"The protection of public health must have the highest priority - and not the interests of companies or authorities", commented Martin Häusling. "The public must have the right to check that. The European Precautionary Principle is even as important as the Freedom of Information."

What about the rest of us?

There are only 91 glyphosate products registered in Germany [xvi] - of which only one remaining product contains POEA, which will be removed by the end of the year.

But there are 424 glyphosate products registered in the UK [xvii] and it is not known exactly how many of these products contain POEA). Rosate 36 is one of UK's most widely used herbicides in agricultural, horticultural, industrial, amenity and forestry herbicides in use that contain the surfactant POEA.

The discussion about the surfactant POEA shows that the classic method of testing and regulating individual active substances for toxicity does not work. Or as a source from the BfR said:

"We should have a deeper look at co-formulants in the future. The formulation of glyphosate and POEA is an important lesson in that there might be specific surfactants, which can increase the toxicity of the active substance. We don't assume this is common, but it is an increasingly important factor within the field of toxicity which we are aware of."

But this story is not about just one surfactant. What is now known is that surfactants can be synergistic with glyphosate. When chemicals are synergistic, the combined effect of two chemicals is much greater than the sum of the effects of each agent given alone.

Even Monsanto say in one of their own patents [xviii]:

"By exploiting a newly discovered synergistic interaction between two classes of surfactant applied together with the glyphosate, surprisingly enhanced herbicidal effectiveness is obtained by this method."

But the formulations remain secret!

Due to 'data confidentiality' or putting it bluntly 'data secrets', it is not known what these surfactants are, how much more toxic the formulations might be, or even how many different potentially toxic products there are.

The European Court of Justice ruled [xix] in 2013 that the European Commission should disclose industry safety and compositional studies on the pesticide glyphosate, which are currently hidden from the public under data secrets.

The Commission has appealed against the ruling [xx], but Croplife America, The National Association of Manufacturers of the United States and The American Chemistry Council have submitted an application to intervene [xxi].

It could be viewed as significant that the EU is protecting industry, by not revealing the content of emissions of pesticide formulations into the environment.

Pesticide formulations - as the German Safety authorities explained - are regulated on a national level. But the scientific studies that are presented for approval are carried out by the manufacturers themselves.

Only the authorities have access to these studies and have not been verified by independent scientists.

No EU framework for assessing formulations

"Any regulatory system that treats chemicals in isolation is necessarily flawed", commented Zac Goldsmith, the Conservative MP for Richmond Park & North Kingston.

"Chemicals interact with others when they're put out into the environment, and they interact when mixed with others in different chemical formulas."

"A proper, health-oriented regulatory system must look at the synergistic effects of chemical mixtures, and on that basis what we have at present falls far short."

The bad news is there is still no legal framework at EU level to assess formulations on a regulatory basis. The EU's own documentation admits:

"Current EU legislation does not provide for a comprehensive and integrated assessment of cumulative effects of different chemicals taking into account different routes of exposure". [xxii]

It is known that UBA reported POEA in 2012 as an "unacceptable co-formulant" for a so called 'negative list' [xxiii] to the European Commission. Again nothing happened. A spokesperson for the European Commission has only revealed that "The European Commission is currently preparing a request to the EFSA about POEA."

It has taken 15 years from initial suspicion that a glyphosate formulation was toxic, to approach a situation that it could be banned within the EU, and not just one Member State.

Tougher pesticide regulation of surfactants and formulations must be the next step.

28.05.2014

topagrar - Grüne sehen biologische Vielfalt durch „industrialisierte“ Landwirtschaft bedroht

topagrar online/Agra Europe / Alfons Deter 
Zum „Internationalen Tag der biologischen Vielfalt“ haben vergangene Woche vor allem Grünen-Politiker die Herausforderung bekräftigt, dem Verlust der Artenvielfalt entgegenzutreten, wobei sie insbesondere die Landwirtschaft ins Visier nahmen.

Baden-Württembergs Agrarminister Alexander Bonde verwies dabei auf den Maßnahmen- und Entwicklungsplan Ländlicher Raum (MEPL), mit dem die Landwirtschaft noch stärker an Bedürfnisse wie Ökologie, Klimaschutz, Lebensmittelqualität und Tierschutz ausgerichtet werde.

Die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken beklagte, dass fast jede dritte Tierart bedroht sei und täglich 70 ha unbebaute Fläche in Deutschland verschwänden. Sie betonte, vorhandene Schutzgebiete aufwerten und den Naturschutz insbesondere in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft voranbringen zu wollen.

Der Agrarsprecher der Grünen im Europaparlament, Martin Häusling, monierte mit Blick auf die EU-Biodiversitätsstrategie, wie weit der Anspruch zu handeln und der Wille zur Umsetzung auseinanderklaffen könnten. Er kritisierte auch die deutsche Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), bei der „das letzte bisschen Greening“ aus der Reform gekippt werde.
In dieselbe Kerbe schlug die Grünen-Agrarsprecherin im bayerischen Landtag, Gisela Sengl. Sie warnte, die industrialisierte Landwirtschaft sei „eine der größten Bedrohungen für die biologische Vielfalt“.

Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack betonte, dass die Vorsorge zur nachhaltigen Sicherung der Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen deutlich preiswerter sei als der Versuch, Verlorengegangenes zu ersetzen.

19.05.2014

Süddt. Ztg. - Ordentlich Gülle drauf

Süddeutsche Zeitung -  Von Daniela Kuhr

 Europas Bauern sollen Teile ihrer Anbaufläche ökologisch belassen. So will es die EU-Kommission. Umweltschützer befürchten, dass der Plan stark verwässert wird - schuld daran: die große Koalition.

Dacian Ciolos hatte Großes vor mit der europäischen Agrarpolitik. Grüner und gerechter wollte der EU-Agrarkommissar das System machen. Dazu wollte er die Milliardenbeihilfen aus Brüssel nicht länger mit der Gießkanne an Europas Landwirte verteilen, sondern gezielt diejenigen fördern, die etwas Besonderes für Umwelt und Natur leisten. Das, wie gesagt, wollte der Kommissar. Doch zumindest Deutschland scheint ihm jetzt einen Strich durch die Rechnung zu machen.

An diesem Donnerstag stimmt der Bundestag über einen Kompromiss ab, den Agrarpolitiker von Union und SPD ausgehandelt haben und mit dem Ciolos' Agrarreform in Deutschland umgesetzt werden soll. Bleibt es bei dem derzeitigen Entwurf, wäre von den Plänen des Kommissars nach Meinung von Umweltschützern so gut wie nichts mehr übrig. "Mit diesem Gesetz würde Deutschlands Landwirtschaft kein bisschen grüner", sagt Martin Hofstetter, Agrarexperte bei Greenpeace.
Auf fünf Prozent der Äcker sollen Hecken und Blühstreifen

Ciolos wollte erreichen, dass Bauern nur noch dann Beihilfe in voller Höhe erhalten, wenn sie mindestens sieben Prozent ihrer Fläche ökologisch belassen, dort also, wenn überhaupt, nur noch Pflanzen anbauen, die der Natur etwas bringen, beispielsweise Eiweißpflanzen, die den Stickstoff im Boden binden. Noch besser aber wären Blühstreifen oder Hecken. Damit wollte der Kommissar die Böden schonen, das Grundwasser entlasten - und vor allem Rückzugsorte für Tiere schaffen, um so die Artenvielfalt zu fördern. Zunächst konnte Ciolos auch viele von seinen Ideen überzeugen. Im vergangenen Juni stimmten die Agrarminister der EU-Mitgliedstaaten und das Parlament wesentlichen Teilen seiner Reform zu, auch wenn aus den sieben Prozent ökologischer Fläche nur fünf Prozent wurden. Doch der Kommissar war zuversichtlich, auch damit die Biodiversität wenigstens ein bisschen zu verbessern.

Martin Häusling, der für die Grünen im Europaparlament sitzt, hätte sich zwar noch deutlich strengere Auflagen für die Landwirte gewünscht, sprach aber dennoch damals von einem "Paradigmenwechsel" in der europäischen Landwirtschaftspolitik: Erstmals gebe es zusätzliches Geld nur für zusätzliche Leistungen. Inzwischen ist Häusling desillusioniert. "Wenn es so kommt, wie sich die große Koalition das jetzt ausgedacht hat, bringt die Reform überhaupt nichts mehr."

Greenpeace-Experte Hofstetter sieht das ähnlich: "Weil Union und SPD erlauben wollen, dass bereits der Anbau von Zwischenfrüchten als ökologisch wertvolle Maßnahme anerkannt wird, müssen die meisten Landwirte sich letztlich gar nicht groß umstellen." An einem Beispiel beschreibt er, was das heißt: Der Landwirt, der beispielsweise Mais anbaue, könne nach der Ernte im Herbst einfach ein Gemisch aus Raps und Gras aussähen, um den Boden während des Winters zu bedecken. Dann dürfe er "ordentlich Gülle drauf kippen" und diese Zwischenfrüchte im Frühjahr, vor der erneuten Ausbringung von Mais, "mit einem Totalherbizid wieder totspritzen". Damit wären alle Anforderungen, die die schwarz-rote Koalition an die Landwirte stellen will, erfüllt - "für Umwelt und Natur aber nicht das Geringste gewonnen", sagt Hofstetter.
Streit um den Kompromiss

Die agrarpolitischen Sprecher von Union und SPD, Franz-Josef Holzenkamp und Wilhelm Priesmeier, dagegen sind überzeugt, einen "tragfähigen Kompromiss erzielt" zu haben. Sie hatten von vielen Landwirten Druck bekommen, weil die Bauern befürchteten, künftig fünf Prozent ihrer Fläche stilllegen zu müssen, um den neuen Anforderungen für die Beihilfen zu genügen. Der jetzt gefundene Kompromiss, der auch den Anbau von Zwischenfrüchten als ökologisch wertvolle Maßnahme sowie das maßvolle Düngen und Spritzen zulässt, zeige, "dass Umweltschutz und landwirtschaftliche Produktivität vereinbar" seien, teilten Holzenkamp und Priesmeier in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

Das bundeseigene Thünen-Institut, das sich mit Fragen der Agrar- und Umweltpolitik befasst, sieht das allerdings anders. Der Anbau von Zwischenfrüchten sei bereits "Bestandteil der guten fachlichen Praxis", an die sich jeder Landwirt ohnehin halten sollte, schreiben die Experten in einem Gutachten vom März dieses Jahres. Daher könne man Zwischenfrüchte nicht als ökologisch besonders wertvolle Maßnahme einstufen, zumal sie äußerst schwer zu kontrollieren seien. Das ginge nur mit "zusätzlichen Befliegungen im Winter, in Kombination mit vergleichsweise vielen Vor-Ort-Kontrollen".

Der Grünen-Politiker Häusling hofft daher, dass die Umweltpolitiker von Union und SPD "diesen unsinnigen Kompromiss" noch verhindern.

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Quelle: SZ vom 19.05.2014/lala

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02.04.2014

2. Briefing Revision EU-Öko-Verordnung April 2014

agriculture-91153 640Im Folgenden finden Sie eine grüne Bewertung des Ende März von der EU-Kommission vorgelegten Entwurfs zur Revision der EU-Öko-Verordnung.

Es ist richtig, die Bio-Branche im Sinne des Vertrauensschutzes der Verbraucher künftig noch stärker als bisher zu kontrollieren. Die aktuellen Vorfälle etwa bei Importware aus südlichen EU-Staaten oder bei der Missachtung bestehender Vorschriften in der Legehennenhaltung in Norddeutschland zwingen dazu, die Kontrollmechanismen zu überdenken.

Besondere Pestizid- oder Gentechnikgrenzwerte für Bio-Lebensmittel sind allerdings strikt abzulehnen. Die Kommission darf der Bio-Branche Verfehlungen der konventionellen Landwirtschaft nicht anlasten. Es kann nicht sein, dass dem Bio-Landwirt ein Schaden angelastet wird, für dessen Ursache nicht er, sondern sein konventioneller Nachbar verantwortlich ist. Das verdreht die Tatsachen und untergräbt das Verursacherprinzip.

22.03.2014

topagrar - EU-Kommission möchte Bauern neue Bürokratie aufzwingen Topagrar.com - Lesen Sie mehr auf:

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[...] Häusling wirft Opposition Vertuschung vor
Über die Haltung der Opposition und vor allen von Albert Deß ärgert sich der Europaabgeordnete der Grünen, Martin Häusling. Er wirft Deß vor, so zu tun, als wolle er die Bauern vor der Reform schützen, in Wirklichkeit untergrabe er aber ihre Planungssicherheit.

„Eine große Koalition im Europäischen Parlament will den mühsam ausgehandelten Kompromiss kippen. Sie versuchen damit zu vertuschen, dass sie selbst es waren, die diese Reform bis zur Unkenntlichkeit auf das Niveau von "business as usual" heruntergekocht haben“, kritisiert Häusling. Für die Bürokratie, die sie jetzt bei den delegierten Rechtsakten attackieren, sind sie nach Ansicht des Grünen-Sprechers selbst verantwortlich.

„Es war diese unheilige große Koalition der Reform-Verhinderer, die jetzt Zeter und Mordio schreit, um auch die letzten vernünftigen Ansätze für eine nachhaltige und klimabewusste Agrarpolitik auszuradieren. Sie betreiben selbst die Ablehnung der Fortschritte bei der ländlichen Entwicklung, die den Mitgliedstaaten große Freiräume geschaffen hat und der Erhaltung von Biodiversität und der Entwicklung lokaler Versorgungsstrukturen Rechnung trägt“, so der Politiker.

03.03.2014

agrarheute - Union gegen pauschales Umbruchverbot

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[...] Ein Kernpunkt, der von der Grünen-Fraktion kritisiert wird, ist beispielsweise der Unions-Vorschlag zum Einsatz von Pflanzenschutzmaßnahmen und Mineraldüngern auf ökologischen Vorrangflächen. Dies würde das Greening "verwässern", sagt der Europaabgeordnete der Grünen, Martin Häusling. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos hatte im Rahmen der Grünen Woche in Berlin bereits erklärt, dass Maßnahmen auf Vorrangflächen angewendet werden dürfen, sofern sie die Biodiversität und die Bodenqualität erhöhen. [...]

13.11.2013

Das tägliche Gift - Risiko Pestizide

Das tägliche Gift - Risiko Pestizide

Erstsendung 13.11.2013, zum Nachschauen in der Mediathek des ZDF
O-Ton Martin Häusling ab ca. 36:00 min.

Kein anderes Pflanzengift wird weltweit so häufig gegen Unkraut eingesetzt wie Glyphosat. Allein in Deutschland landen jährlich 5000 Tonnen des Spritzmittels auf den Feldern, etwa drei Mal so viel wie noch vor zehn Jahren. Deshalb warnen Toxikologen: "Pestizide werden die Gesundheitsskandale der Zukunft auslösen." Hersteller dagegen bezeichnen das Unkrautvernichtungsmittel als absolut unbedenklich. Tatsache ist, dass unsere Umwelt und unsere Nahrungsmittel in einem größeren Maße mit Pestiziden belastet sind als noch vor zehn Jahren.
Nach einer Stichprobenuntersuchung hat bereits die Hälfte aller Europäer Pestizide im Urin.

13.08.2013

DENN SIE WISSEN, WAS SIE TUN

"Wie nachhaltige Landwirtschaft aussehen könnte und warum wir sie noch nicht praktizieren"

14. August 2013 - Eine Studieim Auftrag von Martin Häusling, MdEP

Autoren: Dr. Andrea Beste und Stephan Börnecke

Weltweit nimmt der Druck auf die Fläche zu: Schon bald müssen Bauern neun Milliarden Menschen weltweit ernähren. Immer drängender werden die Fragen, welche Systeme der Land- und Bodennutzung dazu in der Lage sind, ohne die Grundlagen der Natur, auf der alle Ernährung beruht, zu zerstören.

Im Weltenretter-Gewand predigen Agrarfunktionäre seit Jahren das Wort von der Alternativlosigkeit zu maximierender Erträge, um dem Hunger in der Welt entgegen zu treten. Vielmehr sei zu hinterfragen, wie lange wir uns den Ökolandbau mit seinem angeblich unterlegenen Verhältnis von Flächenverbrauch zu Ertrag noch leisten können. In der Tat brauchen wir eine Intensivierung der Landwirtschaft, jedoch eine ökologische.

26.02.2013

ARTENVIELFALT STATT SOJAWAHN

Titelbild Artenvielfalt statt Sojowahn

DER EIWEISSMANGEL IN DER EU: Wie lässt sich das seit langem bestehende Problem lösen?

Autorinnen: Andrea Beste & Runa Boeddinghaus
September 2011 - Eine Studie Im Auftrag Von Martin Häusling, MDEP

Deutsche Version / English Version

 

WENN AUS VEREDELUNG NAHRUNGSMITTELVERNICHTUNG WIRD…

Die Fähigkeit von Wiederkäuern, Rindern, Schafen und Ziegen, gesundheitlich wertvolle und schmackhafte Lebensmittel wie Rindfleisch und Milch aus für die menschliche Ernährung wenig nutzbarem Weideland zu erzeugen, ist ein wesentlicher Grund für die Nutzung dieser Tiere und ihrer Produkte in der Geschichte der Menschheit gewesen. Sie erhöhen das Lebensmittelangebot und leisten einen wichtigen Beitrag zur Produktion: Sie liefern Dünger, tragen zur Bodenbearbeitung bei, arbeiten als Zug- und Transporttiere, verwerten Abfälle und stabilisieren als Rücklage die Ernährungssicherheit ihrer Besitzer. Viele Flächen – vor allem im subtropischen Klima – sind anders kaum für die menschliche Ernährung nutzbar. Hier macht der Begriff „Veredelung“ durchaus Sinn.

25.01.2013

DIE RACHE VON KÄFER & co.

Titelbild Rache der Käfer20 Jahre kommerzieller Anbau von Gen-Pflanzen in den USA

Januar 2013 - Eine Studie Im Auftrag Von Martin Häusling, MEP
Autor: Christoph Then 
Grüne Gentechnik schadet Umwelt und Landwirten
Gentech-Pflanzen brauchen teilweise mehr Spritzmittel als konventionelle Pflanzen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie zu sogenannter grüner Gentechnik. Die Folgen für die Umwelt sind demnach verheerend, auch die Landwirte gerieten durch das Gentech-Saatgut unter Druck.

01.02.13 Süddeutsche Zeitung - Bei der grünen Gentechnik - oder Pflanzen-Gentechnik, wie sie auch genannt wird - verhält es sich ähnlich wie bei Stuttgart 21: Eine sachliche Diskussion darüber zu führen ist fast unmöglich. Denn selbst das, was Kritiker und Befürworter jeweils als Fakten präsentieren, lässt sich in Wahrheit kaum belegen. Ob beispielsweise gentechnisch veränderter Mais die Gesundheit gefährdet oder nicht, wird wohl noch lange eher eine Frage des Glaubens, denn des Wissens sein. Zwar gibt es Studien, die Risiken nahelegen, doch sind sie alle umstritten und angreifbar.

Verfügbare Versionen
Deutsch / Englisch / Spanisch

25.11.2012

Erhöhter Einsatz von Round-Up - mit Agrarumweltgeldern gefördert?

Eckpunktepapier zur pfluglosen Bodenbearbeitung

2012 hat der Europäische Rechnungshof kritisiert, dass viele mit Mitteln der zweiten Säule geförderte Umweltmaßnahmen in Europa nicht ausreichend zielgerichtet seien. Eine Überprüfung der europäischen Agrarumweltprogramme hinsichtlich ihrer positiven Umweltwirkungen ist angedacht. Viele  Bundesländer in Deutschland, aber auch einige europäische Länder wie Frankreich und Spanien fördern die pfluglose Bodenbearbeitung in ihren Agrarumweltprogrammen. Diese steht wiederholt in der Kritik. Unstrittig ist, dass der Verzicht auf Bodenbearbeitung häufig eine erosionsmindernde Wirkung hat. Allerdings wird diese in der Praxis mit einem erhöhten Einsatz an Pflanzenschutzmitteln erkauft. Und auch andere Aussagen zur Umweltwirkung, zur bodenschonenden Wirkung  sowie zum betriebswirtschaftlichen Nutzen sind durchaus umstritten: