Grüne Europagruppe Grüne EFA

Klima-, Umwelt-, Natur-, Bodenschutz & Pestizide

15.10.2015

Studie "Down to earth - Zum Zustand der Böden in Europas Landwirtschaft“

151015 BodenVA"Down to earth - Der Boden, von dem wir leben: Zum Zustand der Böden in Europas Landwirtschaft“

Etwa 970 Millionen Tonnen fruchtbarer Boden gehen der EU jedes Jahr durch Erosion unwiederbringlich verloren. Immer mehr Böden erleiden einen regelrechten „Burn-out“ ihrer Bodenfruchtbarkeit. Besorgniserregende Fakten, die die Agrarwissenschaftlerin und Co-Autorin des Bodenatlas, Dr. Andrea Beste, aus einer Vielzahl von Forschungsprojekten zum Zustand der Böden in Europa zusammen getragen hat.


In der vorliegenden Publikation zeigt sie die Ursachen dieser Entwicklung auf. Zugleich erläutert sie, welche Therapie Europas Böden dringend benötigen, um sich wieder zu erholen und fit für die Extremwetterereignisse zu werden, die im Zuge des Klimawandels drohen.

15.10.2015

Studie "Down to earth - Zum Zustand der Böden in Europas Landwirtschaft“

151015 BodenVA"Down to earth - Der Boden, von dem wir leben: Zum Zustand der Böden in Europas Landwirtschaft“

Etwa 970 Millionen Tonnen fruchtbarer Boden gehen der EU jedes Jahr durch Erosion unwiederbringlich verloren. Immer mehr Böden erleiden einen regelrechten „Burn-out“ ihrer Bodenfruchtbarkeit. Besorgniserregende Fakten, die die Agrarwissenschaftlerin und Co-Autorin des Bodenatlas, Dr. Andrea Beste, aus einer Vielzahl von Forschungsprojekten zum Zustand der Böden in Europa zusammen getragen hat.


In der vorliegenden Publikation zeigt sie die Ursachen dieser Entwicklung auf. Zugleich erläutert sie, welche Therapie Europas Böden dringend benötigen, um sich wieder zu erholen und fit für die Extremwetterereignisse zu werden, die im Zuge des Klimawandels drohen.

23.07.2015

Kurzfassung der Studie: Ausmass des Landraubs in der EU

150717 Titel Studie EU LandraubDie Studie "Extend of Farmland Grabbing in the EU" findet deutliche Hinweise darauf, dass „Landgrabbing“ in der EU aktuell stattfindet.  
Die Studie diskutiert eine Reihe von treibenden Kräften für großflächigen Bodenhandel in der EU und untersucht die Auswirkungen auf die europäische Nahrungsmittelsicherheit und Ernährungssouveränität, die Beschäftigungseffekte und Lebensbedingungen im ländlichen Raum sowie auf Umwelt und Nachhaltigkeit. Sie kommt zu dem Schluss, dass „Landgrabbing“ gerade auch im Zusammenhang mit anderen brennenden europäischen Landfragen eine Reform der europäischen Bodenmarktordnung  und ein Überdenken der Strukture der Gemeinsamen Europäischen Agrarolitik (GAP) erfordert.
Es wird deutlich, dass diese aktuell großflächigen Landbesitz und Landkonzentration in der EU befördert, während kleinere Betriebe am Bodenmarkt keine Chance haben. Die Autoren konstatieren, dass dies das in Europa angestrebte Modell der multifunktionalen Landwirtschaft gefährdet statt es zu fördern.

Kurzfassung der Studie auf Deutsch

Link zur Studie Extent of Farmland grabbing in the EU:
http://www.europarl.europa.eu/thinktank/de/document.html?reference=IPOL_STU%282015%29540369

04.06.2015

Europe is not for shale! : A Greens/EFA Fracking Conference

09:30 to 13:00 / European Parliament - Room ASP A1G3, 60 rue Wiertz - 1047 Brussels

DRAFT PROGRAMME

22.05.2015

POSITIONSPAPIER "Europas Naturschutzgesetzgebung braucht keine Diät, sondern Rechtssicherheit!"

shield 666359 1280Europas Naturschätze sind bedroht: Unter der Bezeichung "Fitness-Check" stellt die EU-Kommission derzeit die europäische Naturschutzgesetzgebung auf den Prüfstand.
Damit droht die Gefahr, dass die EU-Vogelschutzrichtlinie und die Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie als bürokratisch gebrandmarkt und noch vor ihrer vollständigen Umsetzung in den Mitgliedsstaaten geschwächt werden sollen - trotz wachsenden Artenschwunds in Deutschland, Europa und weltweit.
Anlässlichen des "Geburtstages" der beiden Richtlinien und des weltweit größten europäischen Natura-2000-Schutzgebiet-Netzwerkes möchte ich Euch anhängendes Positionspapier (mit Aktionsvorschlägen) übermitteln und zur Unterstützung der EU-weite Kampagne von Umwelt- und Naturschutzverbänden einladen.
weitere Informationen:
•    POSITIONSPAPIER "Europas Naturschutzgesetzgebung braucht keine Diät, sondern Rechtssicherheit!"
•    Pressemitteilung "Hände weg vom Naturschutzrecht" vom 21. Mai 2015

06.05.2015

BioMarkt - 80 Prozent weniger Plastiktüten bis 2025

BiomarktInfo- Um Müll zu vermeiden, sollen Konsumenten beim Einkaufen bald weniger Plastiktüten benutzen. Dies hat das EU-Parlament in Straßburg nun endgültig beschlossen. Die EU-Staaten hatten bereits im März zugestimmt.

"Milliarden Plastiktüten landen direkt als unbehandelter Müll in der Natur", zitiert Spiegel Online die dänische Abgeordnete Margrete Auken (Grüne), die die Gesetzgebung im Parlament betreut hatte. Künftig sollen sich die EU-Staaten nationale Ziele zur Verminderung setzen. Demnach sollen bis Ende 2019 EU-weit nur noch halb so viele leichte Plastiktüten verwendet werden wie 2010.

Damals habe jeder EU-Bürger laut einer Statistik des Europaparlaments im Durchschnitt etwa 200 Tüten genutzt, davon knapp 180 Einwegtüten, in Deutschland seien es im Mittel 71 Tüten gewesen, davon 64 Einwegtaschen. Bis zum Jahr 2025 soll der Wert in Deutschland auf höchstens 40 Tüten pro Jahr sinken, schreibt das Blatt weiter.

Der umweltpolitische Sprecher der Grünen, Martin Häusling, nennt die Entscheidung einen „Meilenstein für den Umweltschutz“. Jährlich würden in der EU 100 Milliarden Plastiktüten verbraucht. Fast 90 Prozent landeten schon nach einmaliger Verwendung im Müll. "Und damit nicht genug: Etwa acht Milliarden Tüten werden achtlos weggeworfen und landen dann in der Umwelt, vor unserer Haustür, in unseren Wäldern und Meeren", so Häusling weiter.

Der Beschluss erlaube außerdem allen Staaten in der EU, eine feste Gebühr für Plastiktüten einzuführen. "Ein weiterer wichtiger Schritt zur Reduzierung von Plastikmüll", macht Martin Häusling deutlich.

Besonders gefährlich seien die so genannten "Oxo-Tüten". Sie zersetzen sich in langlebige Kleinstteile und landeten oftmals in den Mägen von Tieren und Fischen. Die Umweltverträglichkeit dieser Tüten müsse nun von der Europäischen Kommission untersucht werden, fordert Häusling. Im Anschluss soll es auch für die Oxo-Tüten eine gesetzliche Regelung geben. "Das ist zumindest ein Teilerfolg. Leider gab es keine Mehrheit für unseren Vorschlag, die Tüten in den kommenden Jahren komplett abzuschaffen", erläutert der Europaabgeordnete. "Die Auseinandersetzung in Brüssel war nicht einfach. Wir mussten für unsere Ziele kämpfen". Der ursprüngliche Vorschlag der EU-Kommission sei in allen Bereichen deutlich schwächer gewesen.

"Das war heute ein Erfolg für den Schutz der Umwelt. In Europa und bei uns vor Ort. Aber klar ist auch: Wir stehen noch am Anfang. Wenn schon eine Wegwerftüte, dann sollte es zukünftig eine biologisch abbaubare oder kompostierbare sein", so die Häuslings Forderung.

01.04.2015

topagrar - BfR will Bedenken zu Glyphosat prüfen

topagrar-   Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht vorerst keinen Grund, seine Einschätzung zu ändern, dass das Breitbandherbizid Glyphosat nicht krebserzeugend ist. Das hat das BfR in Reaktion auf einen Bericht der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) bekräftigt. Die IARC ist Teil der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

In der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichten IARC-Wissenschaftler am 20. März eine Neubewertung von insgesamt vier Wirkstoffen, wobei Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend für Menschen“ klassifiziert wurde.

Nach IARC-Einschätzung liefern Studien, die seit 2001 in den USA, Kanada und Schweden erschienen sind, begrenzte Hinweise auf eine krebsauslösende Wirkung beim Menschen und ausreichende Belege für eine Kanzerogenität im Tierversuch.

Dem BfR erscheint das IARC-Papier „auf Basis der vorliegenden Informationen wissenschaftlich schlecht nachvollziehbar und offenbar nur mit wenigen Studien belegt“. Die Entscheidung der IARC könne jedoch nicht abschließend beurteilt werden, da ausführliche Begründungen noch nicht vorlägen. „Dass verschiedene Gremien aufgrund unterschiedlicher Informationen und Einschätzungen von experimentellen Daten Sachverhalte unterschiedlich bewerten, gehört zum Alltag in der Risikobewertung“, erläuterte das BfR. Man werde die IARC-Monografie nach Erscheinen gründlich prüfen.
Relativ geringe Toxizität

Die EU-Zulassung für Glyphosat läuft Ende 2015 aus; deshalb befindet sich der Wirkstoff derzeit in einem Überprüfungsverfahren. Deutschland ist dabei der federführende Mitgliedstaat. Das BfR bescheinigte dem Herbizid vergangenen Sommer bei einer Expertenanhörung eine relativ geringe Toxizität und legte dem Bundestag mittlerweile auch einen entsprechenden Bericht vor.

Die Europäische Kommission lehnt Schnellschüsse in Bezug auf das Risiko von Glyphosat ab. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) führe eine Befragung von Experten aus sämtlichen Mitgliedstaaten durch, um ein Gutachten zur Risikobewertung des Wirkstoffs Glyphosat zu erstellen, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Die Kommission selbst werde dem Antrag auf Wiederzulassung auf dieser Grundlage, aber eben erst nach Abschluss des EFSA-Verfahrens begegnen.
Zulassung aussetzen

Die Grünen sehen durch die IARC-Veröffentlichung ihre Bedenken gegenüber Glyphosat bestätigt. Für die Bundestagsfraktion forderte Harald Ebner Konsequenzen. „Das allgegenwärtige Allzweck-Ackergift ist eben nicht harmlos“, so Ebner. Die Bundesregierung dürfe sich an der Neubewertung nicht „vorbeimogeln“. Sie müsse die Zulassung umgehend aussetzen und die Risiken gründlich untersuchen.

Gerade die Folgen der Glyphosatbelastung von Nahrungsmitteln seien immer noch zu wenig untersucht. Anwendungen kurz vor der Ernte, auf Grünflächen und in Privatgärten müssten sofort die Zulassungen entzogen werden.

Ähnlich äußerten sich die agrarpolitische Sprecherin der Grünen im bayerischen Landtag, Gisela Sengl, sowie ihr Amtskollege im Europaparlament, Martin Häusling. Die Kommission müsse dafür sorgen, dass die EFSA „die wissenschaftlich einseitig zustande gekommene Bewertung aus Deutschland“ kritisch überprüfe und sämtliche aktuellen Studien zu Glyphosat in ihre Bewertung miteinbeziehe.

Mehr:
BfR will Bedenken zuGlyphosat prüfen (23.3.2015)

24.03.2015

Deutschlandfunk - Glyphosat "wahrscheinlich krebserzeugend"

spritze tractor 164360 640 Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ist doch gefährlicher als bislang gedacht. Das legt eine Schlagzeile der tageszeitung "die taz" nahe - wonach die Weltgesundheitsorganisation WHO Glyphosat in seinem Risikopotenzial hochgestuft hat.

In der EU stehe in diesem Jahr eine Neuzulassung von Glyphosat an, betont Häusling, bislang galt diese als wahrscheinlich, das könnte sich nun doch noch ändern hofft der Grünen-Politiker. Glyphosat stehe ohnehin heute auf dem Brüsseler Tagungsprogramm:

"Ich werde heute in der Befragung des Gesundheitskommissars im Agrarausschuss dann mal nachhaken, ob da nicht neue Untersuchungen jetzt fällig werden."

Zum Deutschlandfunk-BeitragDeutschlandfunk-Beitrag

23.03.2015

Stern - Grüne fordern Neuprüfung der Glyphosat-Risiken

Stern- Die Grünen fordern von der Bundesregierung eine gründliche Prüfung der Risiken des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat. Dass die Weltgesundheitsorganisation das Pflanzengift als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft habe, sei alarmierend und müsse Konsequenzen haben, mahnte der Pestizid-Experte der Grünen-Bundestagsfraktion, Harald Ebner, an. Die Bundesregierung dürfe sich daran "nicht länger vorbeimogeln". Sie müsse die Zulassung von Glyphosat "umgehend aussetzen und die Risiken gründlich untersuchen".

Glyphosat ist weltweit einer der am meisten eingesetzten Wirkstoffe in Unkrautvernichtungsmitteln und das am weitesten verbreitete Pflanzengift. Es blockiert ein Enzym, das für die Proteinsynthese in Pflanzen zuständig ist. Es tötet jede Pflanze, die nicht gentechnisch so verändert wurde, dass sie den Einsatz des Herbizids überlebt. Glyphosat wird vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt, aber auch zur Unkrautvernichtung in Parkanlagen, auf Bahngleisen und in Gärten.

In der EU ist das Unkrautvernichtungsmittel seit 2002 zugelassen, eine turnusmäßige Neuzulassung ist derzeit im Gange. Im EU-weiten Zulassungsprozess für Glyphosat ist Deutschland als Berichterstatter für die Koordination zuständig. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte dazu die Gesundheits- und Umweltrisiken von Glyphosat erneut überprüft. Es sieht nach eigenen Angaben "keine Hinweise auf krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Wirkung durch Glyphosat".

Die Einschätzung der WHO zeige, dass das "allgegenwärtige Allzweck-Ackergift" anders als vom BfR beurteilt alles andere als "harmlos" sei, erklärte der Grünen-Experte Ebner. "Die zuständigen Behörden, allen voran das BfR, müssen ihre offensichtlich unzulänglichen Risikobewertungen überarbeiten." Das laufende EU-weite Neuzulassungsverfahren müsse "von Grund auf neu aufgerollt werden". Der grüne Europaabgeordnete Martin Häusling forderte, die EU-Kommission müsse dafür sorgen, dass die "einseitig zustande gekommene Bewertung" des BfR kritisch von der zuständigen EU-Behörde EFSA überprüft werde.

Glyphosat war am Freitag von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), einer WHO-Unterorganisation, mit zwei weiteren Unkrautvernichtungsmitteln als "wahrscheinlich" krebserregend eingestuft worden. Der US-Konzern Monsanto, der das Mittel in den 70er Jahren entwickelte und unter dem Namen Roundup vertreibt, kritisierte die Einschätzung scharf. Er warf der IARC vor, "absichtlich" Untersuchungen außer Acht gelassen zu haben, die in Glyphosat keine Gefahr für die menschliche Gesundheit sehen.
AFP

10.03.2015

topagrar - Europäische Umweltagentur verlangt zusätzliche Anstrengungen

topagrar -    Die Europäische Union hat in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte beim Umwelt- und Klimaschutz erzielt. Dennoch müssen weitere Bemühungen unternommen werden, um andauernde ökologische Herausforderungen zu meistern. Zu diesem Fazit gelangt die Europäische Umweltagentur (EEA) in ihrem aktuellen Zustandsbericht über die Umwelt Europas 2015 (SOER), der vergangene Woche veröffentlicht worden ist.

Speziell in der Landwirtschaft prangert die EEA weiterhin Bodenverschlechterung, Wasserverschmutzung und einen Verlust der Biodiversität durch umweltschädliche Bewirtschaftungspraktiken an. Gleichzeitig räumen die Experten ein, dass die vom Agrarsektor verursachten Treibhausgasemissionen seit 1990 um 22 % zurückgegangen seien. Die Nitratrichtlinie hat nach Ansicht der EEA-Mitarbeiter den Stoffeintrag von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln gedeckelt und damit dazu beigetragen, den Druck auf Boden, Wasser und Luft zu verringern. Die Stickstoffbilanz habe sich grundsätzlich verbessert, bleibe aber in mehreren Ländern noch immer zu schlecht. Besonders in Gebieten mit Intensivlandwirtschaft und einer hohen Bevölkerungsdichte litten Gewässer unter diffuser Verschmutzung ohne eindeutige Einleitungsquelle.

Die EEA verspricht sich gewisse positive Effekte vom Greening der EU-Agrarpolitik, das in diesem Jahr anläuft, betont jedoch gleichzeitig die Bedeutung der konkreten Umsetzung in den Mitgliedstaaten. Unter dem Strich beharren die Umweltexperten darauf, dass es nötig sei, die Landwirtschaft nachhaltiger und ressourceneffizienter zu machen.

Verschmutzung bleibt Problem

EU-Umweltkommissar Karmenu Vell abezeichnete den Bericht als „Startblock“ seiner Amtszeit. Der Bericht zeige nicht nur, dass die EU-Umweltmaßnahmen Vorteile brächten, sondern, dass sie Arbeitsplätze schafften. Das beachtliche Wachstum der grünen Wirtschaft selbst in den Jahren stärkster Rezession, sei ein gutes Vorzeichen für die Wettbewerbsfähigkeit Europas.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks betonte, erhebliche Fortschritte seien dem Bericht zufolge in den vergangen Jahrzehnten bei der Luftqualität erzielt worden. Die Verschmutzung des lebenswichtigen Gutes „saubere Luft“ bleibe in Europa und in Deutschland aber nach wie vor ein ernsthaftes Problem. Im Jahr 2011 seien 430 000 vorzeitige Todesfälle in der EU auf Feinstaub zurückgeführt worden.

Die Luftverschmutzung mache an nationalen Grenzen nicht Halt. „Weitere Emissionsminderungen sind notwendig, um die Luftqualität in Einklang mit den Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation zu bringen und Biodiversität und Ökosysteme zu schützen. Der Bericht macht deutlich, dass wir rasch handeln müssen“, so Hendricks.

Noch nicht weit gekommen

Die Grünen stellen in der Umweltpolitik einen Mangel an Ehrgeiz fest. Der agrarpolitische Fraktionssprecher im Europaparlament, Martin Häusling, wertet den Bericht als klares Zeichen, „dass die EU auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit noch nicht weit gekommen ist“. Die EU werde das gesteckte Ziel verpassen, bis 2020 das Artensterben zu stoppen. Ferner müsse der Biolandbau gestärkt werden. „Bisher werden nur 6 % der landwirtschaftlich genutzten Flächen in der EU für Biolandbau verwendet“, monierte Häusling.

Der umweltpolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Peter Meiwald, verlangte eine nationale Stickstoffstrategie mit dem Ziel, die Stickstoffmengen deutlich zu reduzieren. „Dafür müssen alle Verursacher ihren Beitrag leisten, allen voran die agro-industrielle Landwirtschaft, die zu viele Tieren auf zu wenig Fläche hält“, so der Grünen-Politiker.

Die Novelle der Düngeverordnung sei längst überfällig. Darin müsse die Bundesregierung scharfe Grenzwerte für Nährstoffeinträge sowohl aus der Tierhaltung als auch aus synthetischen Düngern und Gärresten festsetzen, die über eine Hoftorbilanz kontrolliert werden müssten. AgE

04.03.2015

FR - Klimaschutz: Die Erde zahlt den Preis

Die EU fällt im Kampf gegen den Klimawandel und das Artensterben zurück
Von Peter Riesbeck
BRÜSSEL. Es ist nicht immer einfach mit der Politik und den Zielvorgaben. Die Geschichte der Fünfjahrespläne zeigt dies. Und auch die Europäische Union muss dies nun einsehen. Noch immer wird auf dem alten Kontinent so gewirtschaftet, dass die Umwelt den Preis dafür bezahlt. So kann die EU ihr selbst gestecktes Ziel, das Artensterben bis 2020 zu stoppen, nicht einhalten. So steht es im neuen Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA), der am Dienstag in Brüssel vorgestellt worden ist. „Die biologische Vielfalt nimmt immer weiter ab“, heißt es darin, Europa sei nicht auf Kurs. Besonders gefährdet seien Arten in den Meeren und Küstenregionen, erläuterte EUA-Direktor Hans Bruyninckx.
Alle fünf Jahre legt die Europäische Union ihren Umweltbericht vor. Aber schon 2010 war das Ziel des Artenschutzes verfehlt worden. „Wenn keine neuen politischen Maßnahmen ergriffen werden, droht der Verlust dieser Ökosysteme“, so der SPD-Europaabgeordnete Jo Leinen. Und der Grünen-Europaparlamentarier Martin Häusling erklärte: „Der Bericht zeigt ganz klar, dass die EU auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit noch nicht weit gekommen ist. Der europäischen Umweltpolitik fehlt der Ehrgeiz, die gemeinsamen, langfristigen Ziele zu erreichen.“ Das stimmt. Und noch eine ehrgeizige Vorgabe droht die EU deshalb zu verfehlen. Ihre Klimaziele. Bis 2050 wollte sie ihren Ausstoß an Treibhausgasen wie Kohlendioxid um 80 bis 95 Prozent verringern. Das wird aber nichts, heißt es in Bruyinckx’ Bericht.
Das schmerzt. Denn bislang hatte sich die EU gern als Vorreiter im Kampf für den Klimaschutz stilisiert. Gerade im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Paris in diesem Jahr. Auch Angela Merkel, früher mal Klimakanzlerin genannt, hat das Thema Nachhaltigkeit im Rahmen der deutschen G-7-Präsidentschaft auf die Agenda gesetzt. Nun aber droht die EU zurückzufallen. Mit Testat aus dem eigenen Haus.
Schon im vergangenen Jahr hatte sich die EU mit bescheidenen Klimazielen beschieden. Um 40 Prozent (bezogen auf das Jahr 1990) soll der Ausstoß an Kohlendioxid bis 2030 sinken. Zudem soll der Energieverbrauch um 27 Prozent verringert werden und der Anteil der erneuerbaren Energien wie Wind, Sonne und Wasser auf 27 Prozent steigen. Schon das war wenig ehrgeizig. Auch im neuen Vorhaben der Energieunion spielt der Klimaschutz kaum eine Rolle. Die EU fällt in Sachen Umweltschutz zurück – ganz besonders im Kampf gegen den Klimawandel. Es „gibt zurzeit keine überzeugende Strategie im Umgang mit Ressourcen und Umwelt“, kritisierte der Grünen-Abgeordnete Häusling.
Der Vorwurf trifft nicht allein die EU-Kommission, sondern auch die deutsche Bundesregierung. Mit einer Serie von Konferenzen und einem koordinierten deutsch-französischen Vorgehen will sie die Pariser Klimakonferenz in diesem Jahr zu einem Erfolg machen. In Bonn sollen drei Vorabrunden abgehalten werden, Mitte Mai lädt die Bundesregierung dann zum Klimadialog nach Berlin, auch auf dem G-7-Treffen Anfang Juni auf Schloss Elmau oberhalb von Garmisch-Partenkirchen soll es um die Erderwärmung gehen.
Das betrifft auch Deutschland. Die Produktionsschwankungen bei den erneuerbaren Energien werden hauptsächlich mit der klimaschädlichen Braunkohle ausgeglichen. Als einziges EU-Land musste Deutschland im Zeitraum der Jahre 2012 bis 2013 einen Anstieg des Kohlendioxidausstoßes um 20 Millionen Tonnen hinnehmen. Als einziges EU-Land droht Deutschland laut Expertenberichten die für 2020 gesetzten Klimavorgaben zu verfehlen. Es ist verflixt mit den Zielen – wenn sogar der immerwährende Musterschüler patzt. Kommentar

16.01.2015

Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland wegen Nichteinhaltung der Nitratrichtlinie - Gespräch mit Kommission

Bereits im Oktober 2013 hatte die EU-Kommission gegen Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren wegen Nichteinhaltung der EU-Nitratrichtlinie eingeleitet. Über die Novellierung der Düngeverordnung wird in Deutschland seitdem heftig gestritten. Strengere Auflagen sind in jedem Fall notwendig, sagt die Kommission. Was Festmist angeht, würden die diskutierten Auflagen allerdings nachhaltige Tierhaltungssysteme oder bodenfruchtbarkeitsfördernde Düngungspraktiken zum Teil konterkarieren. Am 11. Dezember 2014 habe ich daher ein Gespräch mit Generaldirektor Karl Falkenberg von der Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission geführt. Er betonte, dass es keineswegs die Absicht der Kommission sei, Betrieben, die aufgrund ihrer Betriebsstruktur (und Düngepraxis) nicht zu den starken Nitratemittenten gehören, unnötig hinderliche Auflagen zu machen.
Im Gegenteil. Die Kommission befürworte es ausdrücklich, dass neben einer strengen Basisregulierung innerhalb der Düngeverordnung besondere Ausnahmen für Betriebe oder auch ganze Regionen geschaffen werden, die entweder von ihrer Betriebsstruktur oder der regionalen Struktur her (Viehdichte) nachgewiesenermaßen nicht zu den potentiellen Verschmutzern gehören. Dies ließe sich ohne weiteres Definieren.
Leider sei Deutschland gerade auf dem gegenteiligen Weg und versuche, eine lasche Düngeverordnung durchzudrücken, um es dann den Ländern zu überlassen, mit sogenannten Länderöffnungsklauseln strengere Auflagen zu erlassen. Diese Lösung betrachtet die Kommission allerdings kritisch, da so von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Auflagen gelten könnten.

21.11.2014

ZEIT - Pläne zur Begrenzung von Plastiktüten nehmen weitere EU-Hürde

ZEIT- Brüssel (dpa) - Der Verbrauch von Plastiktüten in Europa soll innerhalb des nächsten Jahrzehnts drastisch sinken. Entsprechende Pläne haben nun auch die Unterstützung der 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.

Die EU-Botschafter stimmten in Brüssel geschlossen für das Vorhaben, wie Diplomaten berichteten. Um den Verbrauch von Einwegtüten zu begrenzen, sollen die Staaten entweder Gebühren oder Steuern auf die Beutel erheben oder konkrete Ziele zur Verminderung beschließen. Auch nationale Verbote wären möglich.

Profitieren soll von den Plänen vor allem die Umwelt: Es dauert Hunderte von Jahren, bis sich die Beutel in der Natur zersetzen. Insbesondere Meerestiere leiden darunter, winzige Teile können über die Nahrungskette auch in den menschlichen Körper gelangen.

Europaweit soll der Verbrauch leichter Plastiktüten bis Ende 2025 auf 40 Beutel pro Bürger sinken - das ist eine Minderung um knapp 80 Prozent im Vergleich zu 2010. Hauchdünne Gemüse- und Obsttüten und stabile Mehrfachtüten sind nicht betroffen.

In Deutschland werden allerdings schon heute vergleichsweise wenige Tüten genutzt. So verbrauchte nach Angaben der EU-Kommission im Jahr 2010 jeder Deutsche im Durchschnitt 64 Einwegtüten. Zum Vergleich: Der europäische Durchschnitt lag bei 176 Einwegtüten.

Nun soll es konkrete Zahlenziele zur Verminderung der Tüten geben: Unter dem Strich würde dann jeder Verbraucher Ende 2019 nicht mehr als 90 leichte Plastikbeutel jährlich nutzen, Ende 2025 nicht mehr als 40. Alternativ kann es ab spätestens Ende 2018 auch Gebühren oder Steuern auf die Tüten geben - sie wären jedenfalls nicht mehr kostenlos.

Anfang der Woche war im Parlament irrtümlich die Rede vom Zieldatum 2017 die Rede. Wie der Verbrauch an Tüten gedrosselt werden soll, kann jede nationale Regierung selbst entscheiden. Sogar komplette Verbote wären möglich.

Grüne und Umweltschützer sind weitgehend zufrieden mit dem Vorhaben. Der Grünen-Europaabgeordnete Martin Häusling bezeichnete es als "Meilenstein auf dem Weg zu einem ressourcenschonenderen Europa". Nun müssten biologisch abbaubare und kompostierbare Tüten gefördert werden. Wenig erfreut reagierte hingegen der Branchenverband Plastics Europe. Man unterstütze eine Gebühr auf Einkaufstaschen aus allen Materialien - nicht nur aus Plastik. Die neuen Regeln könnten aber zu ganz unterschiedlicher Umsetzung in den einzelnen EU-Ländern führen und damit den Handel in Europa behindern.

Einige kleinere Hürden müssen die Pläne noch nehmen. Am Montag soll der Umweltausschuss des Europaparlaments darüber abstimmen, ein Ja wird aber erwartet. Danach steht noch die formelle Annahme durch die Minister der EU-Staaten und das Plenum des Europaparlaments an. Dies alles dürfte bis zum Frühjahr geschehen.

01.10.2014

topagrar - Häusling: Resistenzen von Unkräutern und Schädlingen nehmen zu

topagrar online/Agra Europe / Alfons Deter

 Zunehmende Resistenzen von Unkräutern und Schädlingen gegenüber Pflanzenschutzmitteln hat der Agrarsprecher der Fraktion die Grünen/EFA im Europaparlament, Martin Häusling, angeprangert.

Bei der Vorstellung der von ihm in Auftrag gegebenen Studie „Superweeds - Resistente Unkräuter bedrohen die Ernte!“ erklärte Häusling, die vorliegende Untersuchung zeige deutlich das Ausmaß und die Folgen zunehmend herbizidresistenter Unkräuter in den USA aufgrund der massiven Ausweitung des Anbaus gentechnisch veränderter und glyphosatresistenter Pflanzen sowie die Resistenzentwicklung in Europa.

Für den Grünen-Politiker wird dadurch klar, dass das „Prinzip der agrarindustriellen Landwirtschaft in der Sackgasse steckt“. Man müsse umsteuern hin zu einer wissensbasierten statt technikorientierten Landwirtschaft, die auf ökologische Methoden wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge setze und nicht auf plumpe chemische Lösungen, weil sie einfacher seien und sich auch noch gut verkaufen ließen, so der Grünen-Politiker.

Der massive Einsatz giftiger Chemikalien und eine weitere „gentechnische Aufrüstung auf dem Acker“ seien das Problem und nicht die Lösung.

27.09.2014

Badische Ztg. - Gefahr für die Ernte

Badische Zeitung - Unkraut ist zunehmend resistent gegen Pflanzenschutzmittel

 Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist umstritten. Für Bauern sind sie ein bequemer Weg, um lästiges Unkraut vom Acker fernzuhalten. Allerdings hat das auch viele negative Auswirkungen.  

 Eine davon ist, dass Schädlinge wie auch Unkraut Resistenzen entwickeln. Dadurch drohen massive Ernteverluste.
 Iowa ist tiefste Provinz. Nun zeigt sich dort eine Entwicklung, die auch für Europa einige Lehren bereithält. Dort drohen den Bauern bei Mais und Soja enorme Ernteverluste, weil sich 14 Unkrautpflanzen ausbreiten, die gegen sämtliche Unkrautvernichtungsmittel resistent sind.

 Nach Angaben von Christoph Then von der Münchener Firma Testbiotech, betreffen die Resistenzen so viele Nutzpflanzen, dass es wenig nützte, stärker auf Fruchtfolge zu setzen – also darauf, dass die Farmer nicht jahrelang auf demselben Acker die gleiche Pflanze anbauen, sondern Kulturen variieren. "Viele verschiedene Nutzpflanzen haben sich perfekt an Glyphosat angepasst", meint Then.

 Glyphosat ist unter dem Namen "Roundup" bekannt und ein weltweit häufig genutztes Herbizid. Als der amerikanische Konzern Monsanto im Jahr 2000 in den USA die Zulassung für "Roundup" beantragte, behauptete er, dass auch der "langjährige ausgiebige" Gebrauch von Glyphosat nur in wenigen Fällen Resistenzen mit sich bringen werde. Nach gut zehn Jahren des ausgiebigen Einsatzes, so Then, stehe nun fest, dass das Gegenteil richtig sei.


Nach Ansicht des Europa-Abgeordneten Martin Häusling (Grüne) ist die Lage in Europa zwar weniger dramatisch als in den USA: "Aber auch in Europa entwickeln Unkräuter zunehmend Resistenzen gegen gängige Pflanzenschutzmittel." In Italien, Frankreich, Spanien und Deutschland seien jeweils zwischen 30 und 25 dieser Unkräuter bekannt. Die chemische Industrie setze nun darauf, den "Chemiecocktail" zu verstärken und mache in Brüssel Druck, dass die Zulassung von Herbiziden beschleunigt und erleichtert werde. Damit sei aber nichts gewonnen. Die Landwirtschaft müsse stärker auf Wissen statt auf Technik abstellen und dabei auf ökologische Methoden zurückgreifen. Dass die EU-Kommission bei der jüngsten Reform der EU-Agrarförderung versucht habe, die Fruchtfolge zu stärken, sei richtig. Leider sei dieser Ansatz gerade auf Druck des Bauernverbands stark verwässert worden. "Den Druck in diese Richtung müssen wir trotzdem aufrechterhalten", sagt Häusling. Sonst werde die Belastung der Oberflächengewässer mit Pflanzenschutzmitteln zunehmen. Und mehr Herbizide auszubringen, ändere nichts an der Gefahr von Resistenzen.

 Wie das Problem gelöst werden kann, macht Jan Plagge, Präsident von Bioland deutlich. Gerade in Bayern und Baden-Württemberg arbeiten Biobauern und konventionell arbeitende Bauern zusammen, wobei es auch um die mechanische Beseitigung von Unkraut geht. Viel sei gewonnen, wenn konventioneller und ökologischer Landbau voneinander lernten.

26.09.2014

Studienvorstellung - SUPERWEEDS: RESISTENTE UNKRÄUTER BEDROHEN DIE ERNTE!

140926 soja mit Palmers amaranthRESISTENTE UNKRÄUTER BEDROHEN DIE ERNTE!

SUPERWEEDS - DAS PRINZIP INDUSTRIELLE LANDWIRTSCHAFT IN DER SACKGASSE!

Gentechnik in den USA:
Herbizidresistente Unkräuter; steigende Mengen und toxische Wirkung von Herbiziden, die auf die Pflanzen versprüht werden; Verlust von biologischer Vielfalt durch den Herbizideinsatz sowie das Ausbleiben der erhofften Ertragssteigerungen.
Dies alles veranschaulicht der Gentechnikexperte Christoph Then in der von den europäischen Grünen und mir in Auftrag gegebenen Studie.
Aber auch bei uns entwickeln Unkräuter und Schädlinge Resistenzen gegen einige der angewandten sogenannten „Pflanzenschutz“-Mittel – allen voran Glyphosat - und verbreiten sich mehr und mehr. Dieses Problem ist in der Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt. Umso wichtiger, dass Runa Boeddinghaus in ihrem Beitrag zur Studie dieses genau beleuchtet.

Zeit:     Fr. 26. September 2014, 11:00 - 13:00 Uhr
Ort:      Hessischen Landesvertretung Berlin-Mitte, In den Ministergärten 5 (Heilige-Elisabeth-von-Marburg-Saal)
Die Veranstaltung richtet sich an Vertreter von Presse, Politik und Verbänden.

Über Ihr Interesse würde ich mich freuen. Um Anmeldung an mein Berliner Büro (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, 030/ 227 70020) wird gebeten.

26.09.2014

SUPERWEEDS: RESISTENTE UNKRÄUTER BEDROHEN DIE ERNTE!

140926 Titelbild SuperweedsRESISTENTE UNKRÄUTER BEDROHEN DIE ERNTE!

SUPERWEEDS - DAS PRINZIP INDUSTRIELLE LANDWIRTSCHAFT IN DER SACKGASSE!

Gentechnik in den USA:
Herbizidresistente Unkräuter; steigende Mengen und toxische Wirkung von Herbiziden, die auf die Pflanzen versprüht werden; Verlust von biologischer Vielfalt durch den Herbizideinsatz sowie das Ausbleiben der erhofften Ertragssteigerungen.
Dies alles veranschaulicht der Gentechnikexperte Christoph Then in der von den europäischen Grünen und mir in Auftrag gegebenen Studie.
Aber auch bei uns entwickeln Unkräuter und Schädlinge Resistenzen gegen einige der angewandten sogenannten „Pflanzenschutz“-Mittel – allen voran Glyphosat - und verbreiten sich mehr und mehr. Dieses Problem ist in der Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt. Umso wichtiger, dass Runa Boeddinghaus in ihrem Beitrag zur Studie dieses genau beleuchtet.

 

Studie zu resistenten Unkräutern, die inzwischen auch in Europa Ernten bedrohen, 2014
Then C.; Boeddinghus R. 2014: Superweeds – Resistente Unkräuter bedrohen die Ertnte! Das Prinzip industrielle Landwirtschaft in der Sackgasse.
http://www.martin-haeusling.eu/images/BroschureSuperWeeds_Web_.pdf

26.09.2014

TAZ - „Superweeds“ und Monsanto: Das Leben findet einen Weg

Unkraut vergeht nicht, zeigt eine neue Studie über „Superweeds“: Je mehr Chemie sie abbekommen, desto widerstandsfähiger werden sie.

Berlin taz| „Superweeds“ sind nicht super und haben nichts mit Marihuana zu tun: „Superweeds“ sind gegen chemische Pflanzenschutzmittel resistente Wildpflanzen, sogenannte Unkräuter. Je intensiver die Landwirtschaft chemische Spritzmittel verwendet, desto widerstandsfähiger werden die Schadpflanzen, zeigt eine neue Studie (pdf-Datei) im Auftrag der Grünen im Europäischen Parlament.

Für die Landwirte eine Katastrophe: Ihre Ernten brechen ein, die Schadpflanzen breiten sich aus und die Kosten für die Landwirtschaft steigen.
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Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass die  industrielle Landwirtschaft in der Sackgasse ist. So hat Gentechnik-Expert Christoph Then untersuchte, wie rasant sich die Superunkräuter in den USA ausbreiten: Innerhalb der letzten 20 Jahre habe sich die Zahl der spritzmittelresistenten Wildpflanzen in den USA mehr als verdoppelt – von 60 im Jahr 1995 auf 145 heute. Auch in Deutschland sind die Superunkräuter ein Problem, hier gibt es bislang 32 resistente Arten.  

Es handle sich um eine „Abwärtsspirale“, sagt Martin Häusling, Europaabgeordneter der Grünen und Auftraggeber der Studie. Ein Beispiel: 1970 entwickelte der US-Konzern Monsanto das Totalherbizid Glyphosat, das gleichermaßen Unkräuter und Nutzpflanzen vernichtet. Zugleich machte er die Soja-Pflanze mittels Gentechnik gegen das Spritzmittel resistent. Die Wildpflanzen kamen ohne den Eingriff aus: Je öfter und stärker sie dem Glyphosat ausgesetzt waren, desto schneller mutierten auch sie und wurden unempfindlich gegen das Herbizid.  

Mutation auch ohne Gentechnik

Das Ergebnis: Heute ist Glyphosat das weltweit meist verkaufte Spritzmittel. Trotzdem überwuchern resistente Schadpflanzen die Felder. „Die Industrie treibt das Problem immer weiter und verdient daran“, sagt Then.

In den USA sind nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums mittlerweile 14 verschiedene Wildpflanzen auf 28 Millionen Hektar Ackerland gegen Glyphosat resistent.  

„Massiv giftige Chemikalien einzusetzen und die Äcker weiter gentechnisch aufzurüsten, ist nicht die Lösung, sondern das Problem“, sagt Häusling. Eine viel bessere Lösung sei eine nachhaltige Landwirtschaft, die auf ökologische Methoden setzt, nicht auf „plumpe Chemie“.

 

Studie zu resistenten Unkräutern, die inzwischen auch in Europa Ernten bedrohen, 2014
Then C.; Boeddinghus R. 2014: Superweeds – Resistente Unkräuter bedrohen die Ertnte! Das Prinzip industrielle Landwirtschaft in der Sackgasse.
http://www.martin-haeusling.eu/images/BroschureSuperWeeds_Web_.pdf

26.09.2014

Deutschlandradio - Unkräuter entwickeln Immunität gegen Pflanzengift

Deutschlandradio- Daniela Siebert im Gespräch mit Georg Ehring

"Superweeds - resistente Unkräuter bedrohen die Ernte" - so heißt eine von den europäischen Grünen in Auftrag gegebene Studie, die den übermäßigen Einsatz von Herbiziden in der konventionellen Landwirtschaft und dessen Folgen untersucht hat. In Berlin wurden nun die Ergebnisse vorgestellt.

[...] Ehring: Was für einen Widerhall könnte die Studie denn auf politischer Ebene finden?

Siebert: Also Auftraggeber ist ja die Grünen-Fraktion im Europäischen Parlament. Dort sitzt auch der grüne Abgeordnete Martin Häusling und der leitet auf den hinteren Seiten der Studie von Christoph Then und Runa Boeddinghaus auch gleich radikale politische Forderungen ab, etwa dass Europa den ökologischen Landbau zum Leitbild machen müsse und auch nur noch in diesen Sektor öffentliche Zahlungen fließen sollten. [...]

26.09.2014

Weltagrarbericht - Studie: Herbizidresistente Unkräuter auch in Europa auf dem Vormarsch

Weltagrarbericht- Herbizidresistente „Superunkräuter“ stellen Landwirte in Nord- und Südamerika vor enorme Probleme und bedrohen die Ernten. Doch auch in Deutschland und Europa entwickeln Unkräuter und Schädlinge zunehmende Resistenzen gegen Pflanzenschutzmittel, vor allem das Herbizid Glyphosat, wie eine heute in Berlin vorgestellte Studie zeigt. Das US-Landwirtschaftsministerium meldet 2013 auf 28 Millionen Hektar glyphosatresistente Unkräuter. So kann etwa das in den USA weit verbreitete Fuchsschwanzgewächs Amaranthus palmeri Erträge im Sojaanbau um bis zu 78% und bei Mais um bis zu 91% senken. Um der Lage Herr zu werden, müssen Landwirte von Hand jäten oder sie greifen zu noch mehr Herbiziden, darunter auch ältere und giftigere. Nun soll 2,4 D US-Farmern helfen, die Superunkräuter beim Anbau glyphosattoleranter Mais- und Sojasorten einzudämmen. Die Studie führt das Ausmaß der Resistenzbildung jenseits des Atlantiks auf den Anbau gentechnisch veränderter, glyphosatresistenter Pflanzen zurück, doch schuld sei nicht allein das „System Gentechnik“. Es habe den Prozess in den Gentechnik-Anbauländern aber stark beschleunigt. Denn auch in Deutschland entwickeln immer mehr Pflanzen Resistenzen, teils gegen mehrere Wirkstoffe: Rund 30 resistente Unkräuter gibt es hierzulande, z.B. den Ackerfuchsschwanz und den Gemeinen Windhalm. „Man kann das ganz genau beobachten in den Regionen, wo sehr intensiv gewirtschaftet wird, wo keine Fruchtfolge herrscht, wo Weizen, Raps angebaut wird: Gerade in diesen Regionen haben wir im Grunde genommen, wenn auch etwas zeitverzögert, dieselben Probleme wie in den USA“, sagte der Europaabgeordnete Martin Häusling (Grüne), der die Studie in Auftrag gegeben hat, dem Deutschlandradio. Laut den Autoren ist eine nachhaltige Bewirtschaftung „deutlich komplexer und wissensbasierter als die derzeitig weitläufig praktizierten Verfahren, denn sie beruht auf einem systemischen Ansatz, bei dem mit der Natur gearbeitet wird und nicht gegen sie.“ Abschließend fordern sie, dass öffentliche Gelder in Europa nur noch ökologisch nachhaltigen Anbauformen zugute kommen sollen und die Agrarforschung künftig nachhaltige Methoden der Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen erforschen muss. Zudem dürfe Glyphosat in Europa keine Neuzulassung erhalten und der Anbau neuer Gentechnik-Pflanzen müsse unterbunden werden.