Grüne Europagruppe Grüne EFA

Klima-, Umwelt-, Natur-, Bodenschutz & Pestizide

12.10.2018

Bericht zur Lunchdebate in Brüssel - Give peas a chance ...

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Am 9. Oktober hat Martin Häusling zusammen mit Friends of the Earth Europe zu einer Podiumsdiskussion eingeladen.

Unter dem Titel “Give peas a chance” (Gib Erbsen eine Chance - Wie können europäische Hülsenfrüchte (Leguminosen) den Klimawandel in der Landwirtschaft bremsen und zugleich die Einnahmen der Landwirte verbessern?), haben verschiedene Akteure die globalen Folgen der Produktion von Proteinpflanzen kritisch diskutiert.

Konsens war, dass die heimische Eiweißpflanzenproduktion endlich vorangebracht werden muss.

Die Kommissionsvertreterin, Silke Boger, betonte, dass die Kommission an einen Proteinbericht mit Empfehlungen zur Stärkung des Eiweißpflanzenanbaus arbeitet.

Über Modellprojekte in insgesamt sieben EU-Mitgliedsländern soll die Forschung und Entwicklung verstärkt werden (Frankreich, Österreich, Rumänien. Italien, die Niederlande, Deutschland und Dänemark).20181009 124234 2

Auch Zukünftig solle über verschiedene Anknüpfungspunkte, wie über die ländliche Entwicklung (Forschung oder Wissensvermittlung) die Weiterentwicklung des Eisweißpflanzenanbaus vorangebracht werden.

12.10.2018

Chemieskandal: Dieselgate der Chemieindustrie

Chemieunternehmen in der Europäischen Union haben Jahre lang ungeprüft Hunderte Chemikalien auf den Markt gebracht, die im Verdacht stehen, Krebs hervorzurufen, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen und die Entwicklung ungeborener Kinder zu hemmen. Das Europäische Umweltbüro hat heute eine Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung und des Bundesumweltamts veröffentlicht, die aufzeigt, dass ein Drittel der 1.814 Chemikalien, die seit dem Jahr 2010 in der Europäischen Union hergestellt oder importiert wurden, gegen die Europäische Chemikalien-Verordnung REACH verstoßen und nach EU-Recht illegal sind. Nur 31 Prozent der Chemikalien sind legal, ein weiteres gutes Drittel muss weiter untersucht werden. Die Chemikalien sind unter anderem in Spielzeug, Farben, Verpackungen, Möbeln und Baumaterial enthalten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung und das Bundesumweltamt hatten die Studie bereits am 25. September 2018 veröffentlicht, die Ergebnisse blieben bisher weitgehend unbeachtet.

Martin Häusling, Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments, kommentiert:

„Das Dieselgate der Chemieindustrie lässt in einen Abgrund von Kontrollversagen blicken. Die besten EU-Gesetze bringen nichts, wenn sie nicht durchgesetzt werden, Arbeitsverweigerung bei der Rechtsdurchsetzung macht Gesundheitsschutz wertlos. Die Bundesregierung muss strenge Kontrollen und Zulassungen durchsetzen und hohe Strafen gegen die Chemiekonzerne verhängen. Chemikalien, die nicht nachweislich unbedenklich sind, müssen binnen drei Monaten vom Markt.“

Rebecca Harms, Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments, ergänzt:

„Die Europäische Chemikalien-Verordnung REACH und die Europäische Chemikalienagentur sind wichtige Errungenschaften der europäischen Gesundheits- und Umweltpolitik. Die Chemieunternehmen beschädigen die Glaubwürdigkeit der europäischen Gesetzgebung. Die Europäische Kommission darf Rechtsbruch nicht durchgehen lassen und muss die Branche stärker beaufsichtigen. Die Europäische Chemikalienagentur muss Prüfung und Zulassung von Chemikalien strenger kontrollieren. Chemiegiganten stehen nicht über dem Recht und der Gesundheit.“

Hintergrund
Das Europäische Umweltbüro ist der Dachverband von über 140 Umweltorganisationen in der Europäischen Union mit Sitz in Brüssel.

REACH Compliance Project “Availability of Health and Environmental Data for High Tonnage Chemicals under REACH” – Data Quality of Environmental Endpoints in Registrations

10.10.2018

Mandat für weniger Plastikmüll ist Erfolg für Umwelt und Meere

Die große Mehrheit der Abgeordneten des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments will den Plastikmüll in Umwelt und Meeren angehen und die Flut an Plastikhalmen, Plastikbesteck und Lebensmittelverpackungen aus dem Kunststoff Polystyrol verringern. Im heute abgestimmten Mandat für die Verhandlungen mit dem Rat und der Europäischen Kommission („Trilog“) fordern die Abgeordneten auch Zielmarken für weniger Einwegbecher und Lebensmittelbehälter. Die Verwendung von als biologisch abbaubar gekennzeichneten Kunststoffen, die in Mikroplastik zerfallen, soll stark eingeschränkt werden.

Martin Häusling, Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments, kommentiert:

„Plastikmüll muss raus aus den Meeren. Mikroplastik tötet Tiere im Meer und gefährdet die Gesundheit der Menschen. Ein starkes Mandat für weniger Plastikmüll in Meeren und Umwelt ist ein guter Anfang. Die EU-Länder müssen auf ökologische Alternativen zu Verpackungen, Flaschen und Plastikbesteck setzen. Auch in Boden und Luft wollen wir keine Plastikpartikel. Die Europäische Union muss strenge Ziele für weniger Plastik vorgeben.“

Rebecca Harms, Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments, ergänzt:

„Das Plastikzeitalter muss ein Ende haben. Wir können Plastikmüllberge und die Vermüllung der Meere mit weniger Einwegprodukten und besserem Produktdesign eindämmen. Wir brauchen auch die Plastiksteuer, um Anreize für innovative Produkte und weniger Plastikverpackungen zu setzen."

Hintergrund
Die Plenarabstimmung folgt am 23. Oktober, anschließend beginnen die Verhandlungen. Der Richtlinienvorschlag zur Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt ist Teil der EU-Plastikstrategie.

Siehe auch Plastik-Briefing vom 10.10.2018

09.10.2018

Lunchdebate in Brüssel - Give peas a chance ...

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Give peas a chance - How can European legumes contribute to a climate resilient farming sector and boost farmer's income ?

Gib Erbsen eine Chance - Wie können europäische Hülsenfrüchte (Leguminosen) den Klimawandel in der Landwirtschaft bremsen und zugleich die Einnahmen der Landwirte verbessern?

Lunchdebate mit

Juan Ignacio Pereyra - Rechtsanwalt, Argentinien
Atilla Szocs - Eco Ruralis, Rumänien
Henrik Maass - Universität Hohenheim, Deutschland
Silke Boger - AGRI Ausschuss

   am 9. Oktober 2018
   von 12:30 bis 14:30 Uhr in Raum ASP 5E2
   im Europa Parlament, Brüssel.

HIERbitte bis 1. Oktober anmelden

mit Simulantübersetzung Deutsch/ Englisch

Organisiert von Martin Häusling (Fraktion Die Grünen/ EFA) und Friends of the Earth Europe.

09.10.2018

Übles Spiel zum Klimabericht im Agrarausschuss!

Die Abstimmung über die Stellungnahme des Agrarausschusses zum EU-LIFE-Programm zur Klimapolitik, kommentiert der agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA im Europaparlament, Martin Häusling:

„Man wird den Eindruck nicht los, dass die klimaskeptischen Kräfte der Konservativen und Liberalen den Leugner des Klimawandels, John Stuart Agnew, von der europafeindlichen UKIP, vorgeschickt haben, um die Stellungnahme des Agrarausschusses zum von ihnen ungeliebten Klima- und Umweltprogramm LIFE, vor die Wand fahren zu lassen.
So hat die Entscheidung der Konservativen und Liberalen, diesen Berichterstatter zu wählen, den Klimaskeptikern letztendlich das Ruder überlassen. Diese rückwärtsgewandten Allianzen haben verhindert, dass der unsägliche Entwurf von Herrn Agnew im Agrarausschuss noch zu einem für uns Grüne akzeptablen Bericht gedreht werden konnte.
Besonders vor dem Hintergrund des gerade erschienenen Berichts des Weltklimarates (IPCC), der klar sagt, dass Eile und konsequentes Handeln geboten sind, muss man sich als Mitglied des Agrarausschusses fremdschämen ob solcher U-Boot-Strategien.“

Siehe auch Pressemitteilung vom 26.09.2018:
Dinos würden rot werden - Klimaskeptiker als Berichterstatter zur EU-Klimapolitik

29.09.2018

11. Naturschutztagen a.d. Elbe 2018 des BUND

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BUND "Naturschutztage a.d. Elbe 2018"

Zeit: Samstag, 29. September 2018
Ort: Burg Lenzen, Burgstr. 3. 19309 Lenzen

Der Vorsitzende des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V. – Prof. Dr. Hubert Weiger – lädt jährlich zu den Naturschutztagen an der Elbe auf Burg Lenzen ein und richtet sich mit der Veranstaltung an die natur- und umweltinteressierte Öffentlichkeit: Hier wird informiert zu aktuellen Natur- und Umweltthemen und fördern Erfahrungsaustausch und Vernetzung.

In diesem Jahr steht die Verantwortung der Landwirtschaft als Naturschutzakteur im Mittelpunkt mit Vorträgen und Diskussion

u.a. 11.30 Uhr Naturschutz muss in die Fläche! Warum Inseln nicht genug bringen
Martin Häusling, MdEP, Agrarpolitischer Sprecher der Fraktion die GRÜNEN/EFA, Bio-Landwirt

Weitere Infos zur Veranstaltung, zur Anfahrt und das Programm finden Sie hier.

21.09.2018

Heiß, heißer, Klima – jetzt zusammen anpacken! Grüne Klimakonferenz in Frankfurt/M.

Grüne Klimakonferenz im Vorfeld des Weltklimagipfels in KatowiceEinladung pic

Freitag, 21. September 2018, ab 9:30 Uhr
Evangelische Akademie Frankfurt, Römerberg 9, 60311 Frankfurt am Main

EINLADUNGund PROGRAMM

Anmeldung: http://gruenlink.de/1gxh
Event auf Facebook verbreiten: https://www.facebook.com/events/928676737336517/

20.09.2018

Europäische Wasserkonferenz: Wir brauchen einen Gewässerschutz, der seinen Namen verdient

Zur 5. Europäische Wasserkonferenz, die heute und morgen in Wien stattfindet, appelliert, Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen und Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments, an die politischen Entscheidungsträger, den Schutz der Gewässer endlich ernst zu nehmen:

„Unsere Seen, Flüsse und Küstengewässer sind in einem indiskutablen Zustand. Nitrat, Phosphat und Pestizide aus der Landwirtschaft, Verschmutzungen aus der Industrie und den Haushalten verwandeln unsere Wasserläufe in schadstoffbelastete Abwasserkanäle. Das kann nicht lange gut gehen. Wir brauchen dringend ein Gegensteuern und einen Gewässerschutz, der seinen Namen verdient.
Mit der Wasserrahmenrichtlinie haben wir ein europäisches Instrument, das genau das im Blick hat, was wir zunehmend vermissen: ein natürliches Vorkommen von Pflanzen und Tieren in und an Gewässern, naturnahe und naturbelassene Uferzonen und geringe Schadstoffkonzentrationen. Doch was nutzt das beste Instrument, wenn es nicht eingesetzt wird? Die schleppende Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie und die Überstrapazierung von Ausnahmeregelungen verhindern effizienten und nachhaltigen Wasserschutz.
Die Wasserkonferenz bildet den Auftakt für die Überarbeitung und weitere Ausgestaltung der Wasserrahmenrichtlinie. Es geht um nicht weniger als unseren weiteren Umgang mit Wasser. Unsere verschmutzten Gewässer brauchen dringend eine Richtlinie, die der Wasserverschmutzung schnell Einhalt gebietet. Ich rufe alle politischen Entscheidungsträger auf, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein und entsprechend zu handeln. Unser aller Lebensqualität hängt vom Zustand unserer Gewässer ab.“

Weitere Infos:
Die 5.Wasserkonferenz wird von der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission und der aktuellen österreichischen EU-Ratspräsidentschaft organisiert. Die Ergebnisse der Konferenz spielen für die Überarbeitung der Wasserrahmenrichtlinie eine entscheidende Rolle.
Konferenz-Webeseite und Livestream: https://ec.europa.eu/info/events/eu-water-conference-2018_en 

Bericht der Europäischen Umweltagentur zum Zustand europäischer Gewässer:
https://www.eea.europa.eu/publications/state-of-water

Folienvortrag von Martin Häusling zur Wasserrahmenrichtlinie: https://www.martin-haeusling.eu/images/150418_ppt_Die_Wasserrahmenrichtlinie_aus_europäischer_Sicht.pdf

18.09.2018

3. Auflage: Wir sind dann mal weg - Die (un)heimliche Arten-Erosion, Sept. 2018

180918 biodiv3 Am 18. September fand im Museum Wiesbaden die Präsentation der aktualisierten und überarbeiteten Studie (3. Auflage) statt. 

Im Fokus der Präsentation der erneut aktualisierten und überarbeiteten Studie (3. Auflage) am 18. September im Museum Wiesbaden stellte Autor Stephan Börnecke die neusten Erkenntnisse zum anhaltenden Schwund der Agrarvögel, die weiter unzureichende nationale wie europäische Biodiversitätspolitik sowie die Lage nach dem EU-Verbot für drei der fünf zugelassenen Insektizide aus der Stoffklasse der Neonikotinoide vor. So unterlaufen verschiedene EU-Staaten das Verbot mit Notfallgenehmigungen. Zudem kommen nach und nach andere Gifte auf die Äcker, die ebenfalls systemisch,

18.09.2018

Präsentation der aktualisierten Studie (3. Auflage): Wir sind dann mal weg - Die (un)heimliche Arten-Erosion

180918 biodiv3 EINLADUNG: Präsentation der aktualisierten und überarbeiteten Studie (3. Auflage)

Wir sind dann mal weg - Die (un)heimliche Arten-Erosion
Eine agroindustrielle Landwirtschaft dezimiert unsere Lebensvielfalt


Di. 18. September 2018, 18 Uhr
im Museum Wiesbaden,Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden
(barrierefrei; Eintritt frei für die Veranstaltung, nicht für die Sammlungen des Museums)

 

Um Anmeldung wird gebeten unter:
Europa-Büro Martin Häusling (MdEP) Wiesbaden, Telefon 0611-9892030, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

18.09.2018

'Transparenz in der Lebensmittelkette'- Briefing zur zukünftigen EU-Verordnung

Die Zulassungsverlängerung des Unkrautvernichters Glyphosat hat Europa bewegt. Mehr als eine Million Bürgerinnen und Bürger in ganz Europa haben die Bürgerinitiative 'Stop Glyphosat' genutzt um ihre Unzufriedenheit über das aktuelle Zulassungssystem von Pestiziden und ihre Forderung nach giftfreier Landwirtschaft auszudrücken.

Die Europäische Kommission kam im April 2018 mit einem neuen Verordnungsvorschlag heraus, der als Antwort auf die Bürgerinitiative bezeichnet wird und die Sorgen der Bevölkerung aufgreifen und zerstreuen soll: der neuen EU-Verordnung über Transparenz und Nachhaltigkeit der EU-Risikobewertung im Bereich der Lebensmittelkette‘. Dieser wird aktuell im Europäischen Parlament und im Europäischen Rat unter die Lupe genommen und ausgestaltet. Für die Grünen bin ich der zuständige Verhandlungspartner im federführenden Umwelt- und Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments.

Wir Grüne finden es grundsätzlich gut, dass die Kommission die Risikobewertung der EFSA transparenter gestalten möchte. Jedoch gibt es einige Schlupflöcher, die dazu führen könnten, dass genau das Gegenteil erreicht wird. Entscheidend ist nun, den Kommissionsvorschlag so abzuändern, dass er tatsächlich eine höhere Transparenz bei der Zulassung von Pestiziden schafft.

Mehr Informationen zum Verordnungsverschlag sowie meine Positionen dazu finden Sie in meinem Briefing.

18.09.2018

'Transparenz in der Lebensmittelkette'- Briefing zur zukünftigen EU-Verordnung

Die Zulassungsverlängerung des Unkrautvernichters Glyphosat hat Europa bewegt. Mehr als eine Million Bürgerinnen und Bürger in ganz Europa haben die Bürgerinitiative 'Stop Glyphosat' genutzt um ihre Unzufriedenheit über das aktuelle Zulassungssystem von Pestiziden und ihre Forderung nach giftfreier Landwirtschaft auszudrücken.

Die Europäische Kommission kam im April 2018 mit einem neuen Verordnungsvorschlag heraus, der als Antwort auf die Bürgerinitiative bezeichnet wird und die Sorgen der Bevölkerung aufgreifen und zerstreuen soll: der neuen EU-Verordnung über Transparenz und Nachhaltigkeit der EU-Risikobewertung im Bereich der Lebensmittelkette‘. Dieser wird aktuell im Europäischen Parlament und im Europäischen Rat unter die Lupe genommen und ausgestaltet. Für die Grünen bin ich der zuständige Verhandlungspartner im federführenden Umwelt- und Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments.

Wir Grüne finden es grundsätzlich gut, dass die Kommission die Risikobewertung der EFSA transparenter gestalten möchte. Jedoch gibt es einige Schlupflöcher, die dazu führen könnten, dass genau das Gegenteil erreicht wird. Entscheidend ist nun, den Kommissionsvorschlag so abzuändern, dass er tatsächlich eine höhere Transparenz bei der Zulassung von Pestiziden schafft.

Mehr Informationen zum Verordnungsverschlag sowie meine Positionen dazu finden Sie in meinem Briefing.

13.09.2018

EU-Pflanzenschutzverordnung hat erhebliche Mängel

Das Europäische Parlament hat heute über seinen Bericht zur Durchführung der Verordnung über Pflanzenschutzmittel abgestimmt. Der Bericht nimmt die seit 2011 geltende EU-Verordnung für Pflanzenschutzmittel unter die Lupe. Martin Häusling, Mitglied des Landwirtschafts- und des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments und zuständiger grüner Schattenberichterstatter für diesen Durchführungsbericht kommentiert:

„Auch wenn meine konservativen Kollegen sich immer wieder gerne damit brüsten, dass die EU die weltweit strengsten Auflagen zur Verwendung von Pflanzenschutzmitteln hat, ist das noch lange kein Grund sich gemütlich zurückzulehnen. Die Überprüfung der Pflanzenschutzmittel-Verordnung zeigt, dass diese gravierende Mängel aufweist: Die Zulassung von Pestiziden ist intransparent und zudem werden - realitätsfern - Kombinationseffekte von verschiedenen Pestiziden nicht überprüft. Auch die Auswirkungen der Pestizide auf die biologische Vielfalt spielen keine Rolle bei der Zulassung.

Fassungslos macht auch besonders, dass ein Wirkstoff, der aus guten Gründen in der EU verboten wird, wie unlängst drei Neonikotinoide, von einzelnen Mitgliedsländern mit dem Verweis auf einen vorliegenden Notfall, eingesetzt werden kann. Ich werde mich auch weiterhin dafür einsetzen, dass diese und andere Schwachstellen der Pestizid-Verordnung eiligst ausgemerzt werden.“

 

Link zur Aussprache im Plenum des Europäischen Parlaments in Straßburg am 13.9. 2018:

http://www.europarl.europa.eu/plenary/de/debate-details.html?date=20180913&detailBy=date

Link zur Plenarrede von Martin Häusling zum Thema am 13.09.2018:

https://www.martin-haeusling.eu/images/Martin_Poc_DE.mp4


13.09.2018

Rede zu Durchführungverordnung über Pflanzenschutzmittel

180913 video Rede PSM Poc

Das Europäische Parlament hat heute über seinen Bericht zur Durchführung der Verordnung über Pflanzenschutzmittel abgestimmt. Der Bericht nimmt die seit 2011 geltende EU-Verordnung für Pflanzenschutzmittel unter die Lupe.

13.09.2018

EU-Strategie für Kreislaufwirtschaft: „Plastikpest“ bekämpft man nicht mit Symbolpolitik

Das Europäische Parlament hat heute seine Europäische Strategie für Kunststoffe in der Kreislaufwirtschaft verabschiedet. Die Strategie hat zum Ziel, Plastikabfälle einzudämmen, sowie die Recyclingrate von Plastik zu erhöhen. Martin Häusling, Mitglied des Umwelt- und Gesundheitsausschusses des Europäischen Parlaments, kommentiert:

„Die Kunststoffstrategie nimmt sich eines augenscheinlichen Problems an: Viel zu viel Plastikmüll landet in der Umwelt - sei es in unseren Weltmeeren oder unseren Böden. Die Wiederverwendung und das Recycling von Plastik ist sehr gering. Weniger als 30% unseres Plastikabfalls werden recycelt. Über ein Drittel unserer Plastikabfälle landet auf Müllhalden oder wird verbrannt.

Plastik von vornherein zu vermeiden ist daher besser als Plastik wiederzuverwenden.  Zumal nicht jeder Kunststoff recycelt werden kann. Wenn aber schon Plastik, dann muss dieses frei von gesundheitsschädigenden Stoffen, wie beispielsweise hormonverändernden Stoffen sein. Auch das umwelt- und gesundheitszerstörende Mikroplastik muss schnellstens aus Kosmetika und Reinigungsprodukten herausgenommen werden. Auch Wegwerfartikel aus Plastik, wie Picknickbesteck oder Strohhalme, müssen aus dem Verkehr gezogen werden bzw. durch ökologischere Varianten ersetzt werden. Der entsprechende Vorschlag der Europäischen Kommission bestimmtes Einweg-Plastik zu verbieten, geht aber noch lange nicht weit genug. Statt symbolträchtig 10 Produkte zu verbieten, brauchen wir einen Mix aus Regulierungen, Steuern und kreativen Alternativen um der Plastikpest Herr zu werden.“

30.08.2018

Klimaskeptiker als Berichterstatter: Dinosaurier würden erröten!

Anlässlich der Aussprache zur Stellungnahme des Agrarausschusses zum EU-LIFE-Programm zur Klimapolitik, reagiert der agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA des Parlaments, Martin Häusling, empört:

„Wie kann es passieren, dass die Vergabe der Stellungnahme des Agrarausschusses zur Klimapolitik mit John Stuart Agnew (UKIP) an einen Abgeordneten ging, dessen faktenfreie Ausfassung zum Klimawandel allseits bekannt ist? Möglich gemacht haben das Albert Dess (CSU/EVP) und Ulrike Müller (FWG/ALDE), also die Agrarkoordinatoren der Konservativen und Liberalen in einer unheiligen Allianz.
Wer dies erstaunlich findet, muss sich allerdings nur Äußerungen von Albert Dess ansehen. Wiederholt ist auch er in Debatten als Klimaskeptiker aufgetreten und spricht Klimawissenschaftlern auf seiner Homepage öffentlich ihre Kompetenz ab.

Zitat Albert Dess 2015:
„Mehr oder weniger seriöse Wissenschaftler warten tagtäglich mit neuen Hiobsbotschaften auf und versuchen, die Menschen zu verunsichern und ihnen Angst zu machen mit den angeblichen Folgen einer globalen Erwärmung.“[1]

„Dass nun ein Klimaleugner den Bericht für den Agrarausschuss bearbeitet und behauptet, der Klimawandel ginge auf `Sonnenflecken und die gravitative Anziehungskraft der Planeten´ zurück, ist ein Skandal. Solchen trumpschen Anwandlungen widersprechen wir Grüne im Europaparlament aufs schärfste! Klimaskeptiker dürfen nicht über die Finanzierung und Ausstattung von Klimaprogrammen entscheiden.“, so Häusling.

Dave Reay, Professor für Kohlenstoffmanagement an der Universität von Edinburgh, hat sich gegenüber dem Guardian zum Berichtsentwurf von Herrn Agnew wie folgt geäußert: "Es ist passend, dass dieses lächerliche Dokument paläoklimatische Informationen gegen den vom Menschen verursachten Klimawandel missbraucht - diese abgedroschenen, pseudowissenschaftlichen Argumente lassen Dinosaurier erröten."
Siehe auch Guardian vom 29.08.2018:
https://www.theguardian.com/environment/2018/aug/29/ukip-mep-sparks-outrage-with-report-denying-human-role-in-climate-change

 

[1] https://kurzlink.de/VEaTxgco4

Weitere Informationen:
Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament - Martin Häusling
Tel. +32-2-284-5820, Fax +32-2-284-9820 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

16.08.2018

Zur Dürre in der Landwirtschaft: Einen Soli für die Milchbauern

Mit einem Solidaritätszuschlag auf den Liter Milch kann den von der katastrophalen Dürre besonders betroffenen Milchbauern sofort geholfen werden, plädiert Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Fraktion Die Grünen/EFA im Europaparlament und Mitglied des Umweltausschusses. Der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) wirft Häusling vor, dem Volk Sand in die Augen zu streuen:

„Wer in diesen Tagen übers Land fährt, sieht die akute Not der Bauern. Doch nicht jeder ist betroffen und deshalb muss jede Hilfe sich an den tatsächlichen Regenmengen orientieren. Die besonders betroffenen Grünlandregionen brauchen Soforthilfe, um in anderen Regionen Heu oder Silage einkaufen zu können. Doch statt mit der Gießkanne Geld auf die Höfe zu verteilen und ökologische Vorrangflächen freizugeben, könnte ein Soli für die Milch tatsächlich prompte Hilfe für die vor allem unter der Futterknappheit leidenden Milchbauern leisten. Statt willkürlich Preise zu senken, muss der Handel aktiv bei der Bewältigung der Krise helfen. Zehn Cent Soli auf den Liter als Akut-Hilfe scheinen mir angemessen, denn die Bürger haben längst die Notlage verstanden.

Doch was tut Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU)?
Sie streut dem Volk Sand in die Augen, denn das, was auf den Vorrangflächen wächst, die sie freigeben will, ist oft schwer verdaulich und deshalb nicht nutzbar. Oder es muss erst noch gesät werden, kann aber mangels Regen nicht keimen.


Langfristig muss bei der künftigen Förderung durch die EU der klimafreundliche Betrieb im Vordergrund stehen. Es kann nicht sein, dass Landwirte, die zum Beispiel ihre Kühe auf Basis von Übersee-Soja und Getreide füttern, auch in Zukunft mit öffentlichen Geldern gefördert werden. Diese Art der Fütterung ist extrem klimawirksam und geht obendrein noch nicht einmal in die deutsche Klimabilanz ein.
Das gleiche gilt für jene intensiv arbeitenden Fleischerzeuger, die, ohne eigene Flächen zu besitzen, mit ihrer Art der Fütterung dazu beitragen, dass Deutschland Schweine-Export-Weltmeister geworden ist. Denn der konventionelle Getreideanbau benötigt viel mineralischen Stickstoffdünger, der unter hohen Energieeinsatz hergestellt wird. Der Klimaeffekt der Düngerherstellung aber wird dem Industriesektor und nicht der Landwirtschaft zugerechnet. Die mit Export-Futter erzeugte Gülle kommt auf die Äcker und verschlechtert die hiesige Klimabilanz. Wer richtig rechnet, merkt rasch, dass der Anteil der Landwirtschaft an den Treibhausgasen hierzulande nicht bei 14 oder 18 Prozent liegt, sondern bei eher 30 Prozent. Die Landwirtschaft muss sich am Klimaschutz beteiligen.

Aus meiner Sicht zeigt die aktuelle Lage mehr als deutlich, dass wir verpflichtet sind, unsere Landwirtschaft auf klimataugliche Verfahrensweisen umzustellen. Dazu gehört, dass wir gezielt die Weidehaltung unterstützen. Denn Grünland, ob als Weide oder Wiese, speichert den Kohlenstoff aus der Luft. Dort wird Humus aufgebaut, CO2 gesammelt und im Boden gebunden. Diese Wirtschaftsform ist damit klimaneutral. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass Kühe aufgrund ihrer Methan-Rülpser den Temperaturanstieg beschleunigen. Es kommt vielmehr ganz auf die Fütterung an: Wer auf Soja und Getreide verzichtet und sein Vieh auf die Weide stellt, der handelt klimafreundlich. Zumal eines feststeht: Mehr als die Hälfte der weltweiten Agrarflächen sind Grünland. Und Gras kann man nicht essen.“

14.08.2018

Gießen: Artenschwund stoppen - ein unmögliches Projekt?

180814 Buseck Kann die Vielfalt der Tiere und Pflanzen, die sich in der Vergangenheit in unserer Kulturlandschaft entwickelt hat, noch gerettet werden?

Diesen Fragen gehen die Busecker GRÜNENgemeinsam mit weiteren Interessierten am Dienstag, den 14. August ab 16:30 bei einem Ortsterminnach. Treffpunkt die der Grünberger Weg in Großen-Buseck auf Höhe der Brücke über die Umgehungsstraße

und um 19:30 Uhr beim Informationsabendmit Martin Häusling im Kulturzentrum Buseck (Am Schlosspark 2, 35418 Buseck).

16.07.2018

Weser-Kurier: Gastkommentar "Neue Düngeverordnung reicht nicht aus"

Güllehänger

Die neue Düngeverordnung reicht nicht aus
Die Nitratwerte im Grundwasser übersteigen die Grenzwerte und Deutschland verstößt gegen gültiges Unions-Recht.

Mein Gastkommentar zeigt auf, warum auch die neue Düngeverordnung nicht ausreicht.

Weiterlesen im Weserkurier vom 16.07.2018

11.07.2018

Alternativen zum Einsatz von Glyphosat & Co

2018 07 11 AlternativeMethoads toGlyphosat Diese Studie zeigt 'Alternative Methoden bei der Unkrautmanagement zum Einsatz von Flyphosat und anderen Herbiziden". Der Verzicht auf Glyphosat & Co ist möglich und Gut für die Umwelt. Leider bislang noch auf Englisch.