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EU-Agrarreform

29.09.2014

topagrar - Viele Europaabgeordnete schimpfen über Greening

topagrar online -  Der für Direktzahlungen zuständige Abteilungsleiter in der Kommission, Pierre Bascou, räumt ein, dass die Vorschriften zur Umsetzung der Agrarreform schon sehr komplex sind.
 Zahlreiche Agrarexperten im Europaparlament haben in scharfer Form die Umsetzung des Greenings in der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) kritisiert.

Anlässlich einer Diskussion mit Vertretern der Brüsseler Generaldirektion Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung riefen die Abgeordneten vergangene Woche in Brüssel dazu auf, die Regeln bei der für 2017 geplanten Halbzeitreform auf den Prüfstand zu stellen.

Der agrarpolitische Sprecher der christdemokratischen EVP-Fraktion, Albert Deß, zeigte sich „schockiert über das Ergebnis dieser Agrarreform“. Die Regeln für die Direktbeihilfen seien für die Landwirte vor Ort nicht umsetzbar. Die Büros der Europaabgeordneten würden mit Anrufen von Bauern bombardiert. „Das Ganze ist vom Ansatz her falsch. Man hätte einen Katalog von Maßnahmen vorschlagen müssen, die dann regionalbezogen umgesetzt werden können“, so Deß. Leider hätten sich dafür keine Mehrheiten gefunden. Er bekräftigte seine Forderung, das Greening um ein weiteres Jahr zu verschieben, um erst einmal Klarheit zu schaffen.

Auch der Agrarsprecher der britischen Konservativen, James Nicholson, und die irische Christdemokratin Mairead McGuinness sprachen sich dafür aus, mit der Ökologisierung ein Jahr später zu beginnen. „Ja, das Greening ist eine wichtige Innovation, aber die Weise, auf die wir es durchführen, wird nicht die gewünschten Ergebnisse bringen“, monierte McGuinness. Sie verlangte für die Zukunft eine beträchtliche Überarbeitung der Regeln. In der derzeitigen Form seien die Vorschriften eine Einladung an den Europäischen Rechnungshof (EuRH), Fehler und Verstöße zu finden.
Mehrheitlich angenommen

Der agrarpolitische Sprecher der Sozialdemokraten, Paolo De Castro, schloss sich der Kritik in etwas milderer Form an. Man habe die Ökologisierung der GAP zwar gestärkt, aber um den Preis einer höheren Komplexität - dabei sei man doch ausgezogen, die GAP zu vereinfachen. De Castro plädierte ebenfalls für eine genaue Überprüfung des Greenings.

Der agrarpolitische Sprecher der Grünen, Martin Häusling, erinnerte daran, dass die Reform vom Parlament mehrheitlich angenommen worden sei. Wenn die Texte komplizierter ausgefallen seien als von der Europäischen Kommission vorgeschlagen, liege das auch an den im Hohen Haus eingebrachten Änderungsanträgen.

19.05.2014

Süddt. Ztg. - Ordentlich Gülle drauf

Süddeutsche Zeitung -  Von Daniela Kuhr

 Europas Bauern sollen Teile ihrer Anbaufläche ökologisch belassen. So will es die EU-Kommission. Umweltschützer befürchten, dass der Plan stark verwässert wird - schuld daran: die große Koalition.

Dacian Ciolos hatte Großes vor mit der europäischen Agrarpolitik. Grüner und gerechter wollte der EU-Agrarkommissar das System machen. Dazu wollte er die Milliardenbeihilfen aus Brüssel nicht länger mit der Gießkanne an Europas Landwirte verteilen, sondern gezielt diejenigen fördern, die etwas Besonderes für Umwelt und Natur leisten. Das, wie gesagt, wollte der Kommissar. Doch zumindest Deutschland scheint ihm jetzt einen Strich durch die Rechnung zu machen.

An diesem Donnerstag stimmt der Bundestag über einen Kompromiss ab, den Agrarpolitiker von Union und SPD ausgehandelt haben und mit dem Ciolos' Agrarreform in Deutschland umgesetzt werden soll. Bleibt es bei dem derzeitigen Entwurf, wäre von den Plänen des Kommissars nach Meinung von Umweltschützern so gut wie nichts mehr übrig. "Mit diesem Gesetz würde Deutschlands Landwirtschaft kein bisschen grüner", sagt Martin Hofstetter, Agrarexperte bei Greenpeace.
Auf fünf Prozent der Äcker sollen Hecken und Blühstreifen

Ciolos wollte erreichen, dass Bauern nur noch dann Beihilfe in voller Höhe erhalten, wenn sie mindestens sieben Prozent ihrer Fläche ökologisch belassen, dort also, wenn überhaupt, nur noch Pflanzen anbauen, die der Natur etwas bringen, beispielsweise Eiweißpflanzen, die den Stickstoff im Boden binden. Noch besser aber wären Blühstreifen oder Hecken. Damit wollte der Kommissar die Böden schonen, das Grundwasser entlasten - und vor allem Rückzugsorte für Tiere schaffen, um so die Artenvielfalt zu fördern. Zunächst konnte Ciolos auch viele von seinen Ideen überzeugen. Im vergangenen Juni stimmten die Agrarminister der EU-Mitgliedstaaten und das Parlament wesentlichen Teilen seiner Reform zu, auch wenn aus den sieben Prozent ökologischer Fläche nur fünf Prozent wurden. Doch der Kommissar war zuversichtlich, auch damit die Biodiversität wenigstens ein bisschen zu verbessern.

Martin Häusling, der für die Grünen im Europaparlament sitzt, hätte sich zwar noch deutlich strengere Auflagen für die Landwirte gewünscht, sprach aber dennoch damals von einem "Paradigmenwechsel" in der europäischen Landwirtschaftspolitik: Erstmals gebe es zusätzliches Geld nur für zusätzliche Leistungen. Inzwischen ist Häusling desillusioniert. "Wenn es so kommt, wie sich die große Koalition das jetzt ausgedacht hat, bringt die Reform überhaupt nichts mehr."

Greenpeace-Experte Hofstetter sieht das ähnlich: "Weil Union und SPD erlauben wollen, dass bereits der Anbau von Zwischenfrüchten als ökologisch wertvolle Maßnahme anerkannt wird, müssen die meisten Landwirte sich letztlich gar nicht groß umstellen." An einem Beispiel beschreibt er, was das heißt: Der Landwirt, der beispielsweise Mais anbaue, könne nach der Ernte im Herbst einfach ein Gemisch aus Raps und Gras aussähen, um den Boden während des Winters zu bedecken. Dann dürfe er "ordentlich Gülle drauf kippen" und diese Zwischenfrüchte im Frühjahr, vor der erneuten Ausbringung von Mais, "mit einem Totalherbizid wieder totspritzen". Damit wären alle Anforderungen, die die schwarz-rote Koalition an die Landwirte stellen will, erfüllt - "für Umwelt und Natur aber nicht das Geringste gewonnen", sagt Hofstetter.
Streit um den Kompromiss

Die agrarpolitischen Sprecher von Union und SPD, Franz-Josef Holzenkamp und Wilhelm Priesmeier, dagegen sind überzeugt, einen "tragfähigen Kompromiss erzielt" zu haben. Sie hatten von vielen Landwirten Druck bekommen, weil die Bauern befürchteten, künftig fünf Prozent ihrer Fläche stilllegen zu müssen, um den neuen Anforderungen für die Beihilfen zu genügen. Der jetzt gefundene Kompromiss, der auch den Anbau von Zwischenfrüchten als ökologisch wertvolle Maßnahme sowie das maßvolle Düngen und Spritzen zulässt, zeige, "dass Umweltschutz und landwirtschaftliche Produktivität vereinbar" seien, teilten Holzenkamp und Priesmeier in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

Das bundeseigene Thünen-Institut, das sich mit Fragen der Agrar- und Umweltpolitik befasst, sieht das allerdings anders. Der Anbau von Zwischenfrüchten sei bereits "Bestandteil der guten fachlichen Praxis", an die sich jeder Landwirt ohnehin halten sollte, schreiben die Experten in einem Gutachten vom März dieses Jahres. Daher könne man Zwischenfrüchte nicht als ökologisch besonders wertvolle Maßnahme einstufen, zumal sie äußerst schwer zu kontrollieren seien. Das ginge nur mit "zusätzlichen Befliegungen im Winter, in Kombination mit vergleichsweise vielen Vor-Ort-Kontrollen".

Der Grünen-Politiker Häusling hofft daher, dass die Umweltpolitiker von Union und SPD "diesen unsinnigen Kompromiss" noch verhindern.

URL: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/landwirtschaft-ordentlich-guelle-drauf-1.1968279

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Quelle: SZ vom 19.05.2014/lala

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03.04.2014

Follow-Up zu den delegierten Rechtsakten der GAP-Reform im Europäischen Parlament

Komplettes Follow-up

Am 2. April fand eine Sitzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit zwischen der Kommission, den Koordinatoren, den Berichterstattern und den Schattenberichterstattern zur GAP-Reform statt.

Hintergrund: Nach der Veröffentlichung der delegierten Rechtsakten zur GAP-Reform durch die Kommission kritisierten EVP, ALDE, ECR und einige Sozialisten die Komplexität der Reform, die sie durch ihre eigenen Ausnahmeforderungen verursacht hatten.
Um vom eigenen Verschulden abzulenken, haben insbesondere die Mitglieder der EVP-Fraktion eine Initiative gestartet, die das vermeidliche Ziel hatte, die Agrarreform scheitern zu lassen. EVP, ECR und die Ultrarechten (EFD) kündigten an, in Entschließungen ihre Kritikpunkte an den delegierten Rechtsakten darzulegen. Zu jeder der insgesamt zehn delegierten Rechtsakten (DA) wurden Entschließungen eingereicht. Bei Annahme nur einer der Entschließungen im Plenum, würde die GAP weiter verzögert und könnte auch 2015 nicht in Kraft treten.

22.03.2014

topagrar - EU-Kommission möchte Bauern neue Bürokratie aufzwingen Topagrar.com - Lesen Sie mehr auf:

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[...] Häusling wirft Opposition Vertuschung vor
Über die Haltung der Opposition und vor allen von Albert Deß ärgert sich der Europaabgeordnete der Grünen, Martin Häusling. Er wirft Deß vor, so zu tun, als wolle er die Bauern vor der Reform schützen, in Wirklichkeit untergrabe er aber ihre Planungssicherheit.

„Eine große Koalition im Europäischen Parlament will den mühsam ausgehandelten Kompromiss kippen. Sie versuchen damit zu vertuschen, dass sie selbst es waren, die diese Reform bis zur Unkenntlichkeit auf das Niveau von "business as usual" heruntergekocht haben“, kritisiert Häusling. Für die Bürokratie, die sie jetzt bei den delegierten Rechtsakten attackieren, sind sie nach Ansicht des Grünen-Sprechers selbst verantwortlich.

„Es war diese unheilige große Koalition der Reform-Verhinderer, die jetzt Zeter und Mordio schreit, um auch die letzten vernünftigen Ansätze für eine nachhaltige und klimabewusste Agrarpolitik auszuradieren. Sie betreiben selbst die Ablehnung der Fortschritte bei der ländlichen Entwicklung, die den Mitgliedstaaten große Freiräume geschaffen hat und der Erhaltung von Biodiversität und der Entwicklung lokaler Versorgungsstrukturen Rechnung trägt“, so der Politiker.

21.03.2014

Briefing EU-Agrarreform: Allianz für Stillstand im Europaparlament will Greening aus der Agrarreform kippen

Seit vergangener Woche ist klar: Eine Allianz aus Konservativen, Liberalen, Euroskeptikern und einigen Sozialisten will die Agrarreform auf den letzten Metern scheitern lassen und der Kommission den Schwarzen Peter zuschieben. Dabei ist es genau diesen Akteuren zu verdanken, dass die Reform durch etliche Ausnahmeregelungen aufgeblasen und verkompliziert wurde. Doch der billige Anti-EU-Populismus ist nur Mittel zum Zweck: Ziel ist es, auch noch das letzte bisschen Greening aus der Reform zu streichen.

zum Briefing "Information zur möglichen Zurückweisung der delegierten Rechtsakte durch die Allianz der Konservativen, Liberalen und einigen Sozialisten"

21.03.2014

topagrar - Direktzahlungen nach 2020 nicht mehr erste Wahl Topagrar.com - Lesen Sie mehr auf:

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[...] In der folgenden Diskussion mit Vertretern des Parlaments wurde deutlich, dass die politischen Lager sehr unterschiedliche Vorstellungen über die Rolle des Staates haben. Martin Häusling, der für die Grünen im Europa-Parlament sitzt, setzt vor allem auf den heimischen Markt und fordert Ausgleichszahlungen für die europäischen und deutschen Landwirte, solange es in der EU höhere Standards als bei uns gibt. [...]

20.03.2014

Eine Große Koalition für den Stillstand: Christdemokraten, Liberale, Sozialisten und Euroskeptiker wollen EU Agrarreform kippen

Brüssel - Zu der Ankündigung der Europäischen Volkspartei, der Liberalen, Euroskeptiker und einiger Sozialisten die delegierten Rechtsake zur Umsetzung der Agrarreform abzulehnen, erklärt der Europaabgeordnete und agrarpolitscher Sprecher der Grünen, Martin Häusling:

„Eine große Koalition aus Christdemokraten, Liberalen, Euroskeptikern, Ultrarechten und einigen Sozialisten im Europäischen Parlament wollen den mühsam ausgehandelten Kompromiss zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik durch die Ablehnung der delegierten Rechtsakte kippen. Sie versuchen damit zu vertuschen, dass sie selbst es waren, die diese Reform bis zur Unkenntlichkeit auf das Niveau von "business as usual" heruntergekocht haben. Die Bürokratie, die sie jetzt bei den delegierten Rechtsakten attackieren, ist ihr eigenes Werk. Es war diese unheilige große Koalition der Reform-Verhinderer, die jetzt Zeter und Mordio schreit, um auch die letzten vernünftigen Ansätze für eine nachhaltige und klimabewusste Agrarpolitik auszuradieren. Sie betreiben selbst die Ablehnung der Fortschritte bei der ländlichen  Entwicklung, die den Mitgliedstaaten große Freiräume geschaffen hat und der Erhaltung von Biodiversität und der Entwicklung lokaler Versorgungsstrukturen Rechnung trägt.
Allen voran betreibt der Sprecher der CSU  eine unverantwortliche "DESS"-Orientierung der Öffentlichkeit. Er gibt vor, Bauern vor der Reform zu schützen und untergräbt in Wirklichkeit ihre Planungssicherheit.“


Weitere Informationen:
Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament - Martin Häusling
Tel. +32-2-284-5820, Fax +32-2-284-9820 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

03.03.2014

agrarheute - Union gegen pauschales Umbruchverbot

ganzer Artikel

[...] Ein Kernpunkt, der von der Grünen-Fraktion kritisiert wird, ist beispielsweise der Unions-Vorschlag zum Einsatz von Pflanzenschutzmaßnahmen und Mineraldüngern auf ökologischen Vorrangflächen. Dies würde das Greening "verwässern", sagt der Europaabgeordnete der Grünen, Martin Häusling. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos hatte im Rahmen der Grünen Woche in Berlin bereits erklärt, dass Maßnahmen auf Vorrangflächen angewendet werden dürfen, sofern sie die Biodiversität und die Bodenqualität erhöhen. [...]

26.02.2014

Umsetzung der EU-Agrarreform in Deutschland: Bundesregierung verwässert „Greening“ weiter!

Straßburg -  Zum heutigen Kabinettbeschluss zum Durchführungsgesetz zu Direktzahlungen in der Landwirtschaft, erklärt der Europaabgeordnete und Agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA Martin Häusling:
„Schon auf EU-Ebene wurde aus dem Ansatz von Agrarkommissar Ciolos, die Landwirtschaft ökologischer zu gestalten, am Ende eine ziemlich dünne Suppe.

Die konservativ-liberale Mehrheit im EU-Parlament und die Mitgliedstaaten überhäuften den Vorschlag mit Sonderausnahmen und verzerrten das Greening fast bis zur Unkenntlichkeit. Zum Schluss knickt sogar die EU-Kommission bei dem Ziel, die ökologischen Vorrangflächen pestizidfrei zu halten, ein und versteckt sich hinter schwammigen Formulierungen wie etwa Alles was die Biodiversität nicht verringert ist erlaubt…

Da verwundert es nicht, wenn die Bundesregierung den Stab auffängt und Pestizide auf den gerade mal fünf Prozent der landwirtschaftlichen Flächen erlaubt, die eigentlich als Rückzugsgebiete für die Artenvielfalt und Inseln eines vermehrten Ressourcenschutzes inmitten intensiver Agrarproduktionsflächen gedacht waren. War es doch auch Merkel, die im Einvernehmen mit der damaligen Landwirtschaftsministerin Aigner schon auf EU-Ebene massiv zur Verwässerung des Greenings beigetragen hat.

Das Umweltbundesamt schrieb in seiner Position zu den ökologischen Vorrangflächen: ‚Für die Sinnhaftigkeit und den Erfolg der ökologischen Vorrang-flächen ist ein eindeutiger Ausschluss von Pestiziden und Düngemitteln unabdingbar.’

Wie auch bei der Haltung zum Genmais 1507 zeigt sich erneut, WER in der Koalition die schwarzen Hosen anhat und wer nur halbrotgrün daherredet.“

Weitere Informationen:
Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament - Martin Häusling
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13.08.2013

DENN SIE WISSEN, WAS SIE TUN

"Wie nachhaltige Landwirtschaft aussehen könnte und warum wir sie noch nicht praktizieren"

14. August 2013 - Eine Studieim Auftrag von Martin Häusling, MdEP

Autoren: Dr. Andrea Beste und Stephan Börnecke

Weltweit nimmt der Druck auf die Fläche zu: Schon bald müssen Bauern neun Milliarden Menschen weltweit ernähren. Immer drängender werden die Fragen, welche Systeme der Land- und Bodennutzung dazu in der Lage sind, ohne die Grundlagen der Natur, auf der alle Ernährung beruht, zu zerstören.

Im Weltenretter-Gewand predigen Agrarfunktionäre seit Jahren das Wort von der Alternativlosigkeit zu maximierender Erträge, um dem Hunger in der Welt entgegen zu treten. Vielmehr sei zu hinterfragen, wie lange wir uns den Ökolandbau mit seinem angeblich unterlegenen Verhältnis von Flächenverbrauch zu Ertrag noch leisten können. In der Tat brauchen wir eine Intensivierung der Landwirtschaft, jedoch eine ökologische.

25.01.2013

DIE RACHE VON KÄFER & co.

Titelbild Rache der Käfer20 Jahre kommerzieller Anbau von Gen-Pflanzen in den USA

Januar 2013 - Eine Studie Im Auftrag Von Martin Häusling, MEP
Autor: Christoph Then 
Grüne Gentechnik schadet Umwelt und Landwirten
Gentech-Pflanzen brauchen teilweise mehr Spritzmittel als konventionelle Pflanzen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie zu sogenannter grüner Gentechnik. Die Folgen für die Umwelt sind demnach verheerend, auch die Landwirte gerieten durch das Gentech-Saatgut unter Druck.

01.02.13 Süddeutsche Zeitung - Bei der grünen Gentechnik - oder Pflanzen-Gentechnik, wie sie auch genannt wird - verhält es sich ähnlich wie bei Stuttgart 21: Eine sachliche Diskussion darüber zu führen ist fast unmöglich. Denn selbst das, was Kritiker und Befürworter jeweils als Fakten präsentieren, lässt sich in Wahrheit kaum belegen. Ob beispielsweise gentechnisch veränderter Mais die Gesundheit gefährdet oder nicht, wird wohl noch lange eher eine Frage des Glaubens, denn des Wissens sein. Zwar gibt es Studien, die Risiken nahelegen, doch sind sie alle umstritten und angreifbar.

Verfügbare Versionen
Deutsch / Englisch / Spanisch

18.01.2013

Mutig geht anders!

Das EU-Parlament als Mitgestalter der Europäischen Agrarpolitik
Artikel von Martin Häusling im Kritischen Agrarbericht 2013

An der für 2013 vorgesehenen Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ist erstmalig in der Geschichte der europäischen Agrarpolitik das EU-Parlament als Mitgestalter und Mitentscheider maßgeblich beteiligt. Der folgende Beitrag skizziert und kommentiert den bisherigen Diskussions- und Entscheidungsprozess. Der richtige Ansatz der EU-Kommission, in Zukunft »öffentliche Gelder nur für öffentliche Güter« zu verwenden und die daraus resultierende Herausforderung, die europäische Landwirtschaft wirklich nachhaltiger, klimafreundlicher und gerechter zu gestalten, wird im Parlament von Vielen (noch) nicht als Chance gesehen. Das gilt insbesondere für den federführenden und überwiegend konservativ besetzten Agrarausschuss. Es gibt im EU-Parlament aber auch andere Stimmen wie beispielsweise aus dem Umweltausschuss oder dem Ausschuss der Regionen, die analog zu Anforderungen aus der Zivilgesellschaft eine über den Vorschlag der Kommission hinausgehende, zukunftsweisende Reform einfordern.


Artikel in ganzer Länge

20.03.2012

DIE ERNTE DER HEUSCHRECKEN

Titelbild Ernte der HeuschreckenDAS WELTWEITE LANDGRABBING UND DIE VERANTWORTUNG EUROPAS

Autoren: Stephan Börnecke & Andrea Beste
März 2012 - Eine Studie Im Auftrag Von Martin Häusling, MEP


Heuschrecken ernten, während Andere Hungern
Die hier von Stephan Börnecke verfasste Broschüre DIE ERNTE DER HEUSCHRECKEN gibt einen Überblick über Ausmaß, Auswirkungen, Akteure und treibende Kräfte des weltweiten Landgrabbings. Sie macht deutlich, dass es einerseits dringend notwendig ist, international gültige und verbindliche Leitlinien der Nachhaltigkeit für Landkäufe zu entwickeln. Es wird aber andererseits auch deutlich, dass die Auswirkungen politischer Entscheidungen die wir in Europa treffen, genauer auf die weltweiten direkten und indirekten Folgen überprüft und gegebenenfalls geändert werden müssen.

 

Deutsche Version:
Beste A,; Börnecke St. 2012: Die Ernte der Heuschrecken. Das weltweite Landgrabbing und die Verantwortung Europas
http://www.martin-haeusling.eu/images/attachments/BroschuereLandgrabbing_Download_.pdf

Englische Zusammenfassung:
Beste A,; Börnecke St. 2012: The Harvest of the Locusts. A Dossier about Landgrabbing und Europe's Responsibility.
http://www.gesunde-erde.net/pdf-dateien/Summary_Landgrab_Brosch%FCre.pdf

10.09.2011

ARTENVIELFALT STATT SOJAWAHN

Titelbild Artenvielfalt statt SojowahnDER EIWEISSMANGEL IN DER EU: Wie lässt sich das seit langem bestehende Problem lösen?

Autorinnen: Andrea Beste & Runa Boeddinghaus
September 2011 - Eine Studie Im Auftrag Von Martin Häusling, MDEP

Deutsche Version / English Version

siehe auch Kritischer Agrarbericht 2018: Wege aus der Eiweißlücke

 

WENN AUS VEREDELUNG NAHRUNGSMITTELVERNICHTUNG WIRD…

Die Fähigkeit von Wiederkäuern, Rindern, Schafen und Ziegen, gesundheitlich wertvolle und schmackhafte Lebensmittel wie Rindfleisch und Milch aus für die menschliche Ernährung wenig nutzbarem Weideland zu erzeugen, ist ein wesentlicher Grund für die Nutzung dieser Tiere und ihrer Produkte in der Geschichte der Menschheit gewesen. Sie erhöhen das Lebensmittelangebot und leisten einen wichtigen Beitrag zur Produktion: Sie liefern Dünger, tragen zur Bodenbearbeitung bei, arbeiten als Zug- und Transporttiere, verwerten Abfälle und stabilisieren als Rücklage die Ernährungssicherheit ihrer Besitzer. Viele Flächen – vor allem im subtropischen Klima – sind anders kaum für die menschliche Ernährung nutzbar. Hier macht der Begriff „Veredelung“ durchaus Sinn.

 

 

10.09.2011

BIODIVERSITY, NOT SOYA MADNESS!

110923 Soya report ENBIODIVERSITY, NOT SOYA MADNESS!
How to solve the long-standing problem of protein deficiency in the EU

Authors: Andrea Beste & Runa Boeddinghaus
September 2011 - A report commissioned by Martin Häusling, MDEP

WHEN MEAT PRODUCTION BECOMES COUNTER-PRODUCTIVE
The ability of ruminants (cattle, sheep and goats) to turn pastureland that is of little use for food production into tasty, nutritionally valuable products like beef and milk is one of the main reasons why people started using these animals and their products in the first place.
Not only do such animals extend the range of available human foodstuffs; they play an important part in the production process, producing manure, helping to work the soil, working as draught animals, providing transport, processing waste and stabilising their owners’ food security. Without them, vast expanses of land, especially in subtropical climates, would be virtually useless for human food production. In this respect they certainly enrich our lives.

... and here the english version

10.09.2010

Die Zukunft der Milchwirtschaft: „Weniger ist mehr“!

September 2010 - Eine Vergleichsstudie verschiedener Milchmarktkonzepte

 

Studie zum Milchmarkt in USA, Kanada, Schweiz und EU, 2010
Wiggerthale M. 2010: Die Zukunft der Milchwirtschaft: „Weniger ist mehr“ - Eine Vergleichsstudie verschiedener Milchmarktkonzepte und die GRÜNEN Forderungen für eine nachhaltige Milchpolitik in Europa.
http://www.martin-haeusling.eu/images/attachments/Milchstudie%20Langfassung%20DE%20final%20komplett.pdf

Englische Kurzfassung:
http://www.europeanmilkboard.org/fileadmin/Dokumente/Positions_EMB/11-01_Data/2010-Milk_Study_Less_is_more_summary_EN.pdf