Grüne Europagruppe Grüne EFA

Agrarpolitik

12.02.2014

Genmaiszulassung: Friedrichs nationales Anbauverbot ist unrealistische Mogelpackung!

Brüssel - Zu den Äußerungen von Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich, eine Zulassung von Genmais durch ein nationales Anbauverbot zu verhindern, erklärt Martin Häusling:

„Bundeslandwirtschaftsminister Friedrich handelt wider besseres Wissen, wenn er durch die Lande zieht und nationale Anbauverbote gegen Genmais verspricht.
 
Mit diesem durchsichtigen Manöver will sich die deutsche Bundesregierung offenbar aus der Verantwortung für ihre gestrige Entscheidung ziehen, mit der sie die Genmais-Zulassung in der Europa möglich gemacht hat, den Schwarzen Peter aber der EU zuschiebt.

Jetzt nationale Anbauverbote zu versprechen ist nichts anderes als vorsätzliche Täuschung. Weder ist Deutschland eine ummauerte Insel, die auf Dauer eine gentechnikfreie Landwirtschaft sichern könnte, noch hält es Friedrich mit der ganzen Wahrheit. So ist es wiederum Deutschland, das in der EU die starken Opt-out-Vorschläge blockiert, die das Europaparlament beschlossen hat. Desweiteren verschweigt Friedrich, dass nationale Anbauverbote nur aufgrund neuer wissenschaftlicher Argumenten für eine vorliegende Gefährdung erlassen werden können.

Es steht der deutschen Bundesregierung schlecht zu Gesicht, in Sonntagsreden für die Überwindung von nationalstaatlichem Denken und mehr Europa zu predigen, im tatsächlichen Regierungshandeln ein starkes Europa mit einheitlichen Märkten und Regeln jedoch zu hintertreiben und nicht zuletzt den Landwirten und Verbrauchern die Kosten dieser Politik aufzubürden, die für die Gentechnikfreiheit ihrer Produkte teuer bezahlen müssen.“


Hier finden Sie die Pressemitteilung von Rebecca Harms und Dany Cohn-Bendit dazu:
"… Falls die Kommission trotz des demokratischen Widerstandes unverdrossen das Zulassungsverfahren für den Genmais 1507 fortsetzt, werden wir Grüne einen Misstrauensantrag im Europäischen Parlament einbringen. …"

Weitere Informationen:
Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament - Martin Häusling
Tel. +32-2-284-5820, Fax +32-2-284-9820 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

29.01.2014

Studie belegt hohe Konzentration der Marktmacht auf dem europäischen Saatgut-Markt

Brüssel -  Die Fraktion der Grünen/EFA stellte heute eine von ihr in Auftrag gegebene Studie zur Marktkonzentrationen im Europäischen Saatgutmarkt in einer Pressekonferenz in Brüssel vor. Bei der Vorstellung erklärte der Europaabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der Grünen, Martin Häusling:
 
"Bei den Recherchen zur Marktkonzentrationen auf dem Saatgutmarkt wurde deutlich, dass sich die Kommission aufgrund mangelnder freier Verfügbarkeit von Daten sowie unabhängig nachprüfbarer Statistiken häufig auf die Aussagen der Industrie verlässt.
 
Die  Aussagen der Saatgut-Lobby und der riesigen Saatgut-Unternehmen, der EU-Markt sei kleinstrukturiert und von etwa 7000 vor allem kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) dominiert, sind aber irreführend. Zum Beispiel entfallen beim Maismarkt rund 75% des Marktanteils auf nur fünf Saatgut-Unternehmen. Oder das Beispiel Gemüsesaatgutsektor: Er macht 11% des EU- Saatgutmarktes aus und ist hochgradig konzentriert. So liegen etwa 95% des EU-Marktes in den Händen von nur fünf Unternehmen.
 
Die Folgen dieser Marktkonzentrationen sind verheerend und bedeuten einen Verlust an Biodiversität. Die Lebensmittel-und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schätzt, dass die Vielfalt der Kulturpflanzen alleine während des 20. Jahrhunderts um 75% zurückgegangen ist. Bei einem "Weiter so" wird etwa ein Drittel der heutigen Vielfalt bis 2050 verschwinden.
 
Die Konzentration auf dem Saatgutmarkt bedeutet aber auch erhöhte Kosten für die Landwirte beim Erwerb von Saatgut. Das lässt sich bereits anhand der Marktentwicklungen nicht zuletzt in den USA sehr gut nachvollziehen."
 

Eine deutsche Zusammenfassung finden Sie hier:

http://www.martin-haeusling.eu/images/attachments/140129_Martin_H%C3%A4usling_Briefing_Konferenz_Konzentration_auf_dem_Saatgutmarkt.pdf

 

22.01.2014

Erbfeind Zucker? Die Schlacht um die süße Versuchung

sugar-cube-258116 640HR2Radio Der Tag
O-Ton ab ca.21:00 min.

Die Weltgesundheitsorganisation rüstet sich für ihre nächste Schlacht. Sie will die Völker dazu bringen, täglich weniger Zucker zu essen. Die WHO macht ihre Waffen scharf: neue Richtwerte. Schon mobilisiert auch die Lebensmittelindustrie ihre Truppen. Lobbyisten schwärmen aus, die Pro-Zucker-Propaganda läuft wieder heiß. Wie in den großen Völkerschlachten geht es um Sieg oder Niederlage, um Befreiung oder Kapitulation. Und worum wird gekämpft? Um die Volksgesundheit, unser heiligstes Gut. Da schickt der Tag natürlich seine fähigsten Kriegsreporter.

gesendet am 22.01.2014

13.12.2013

Häusling empört über Pflanzenschutz-Pläne auf Vorrang-Flächen

13.12.2013 topagrar-online
 
Die Mitgliedsstaaten der EU drängen Agrarkommissar Dacian Ciolos dazu, das Verbot des Pflanzenschutzmitteleinsatzes auf ökologischen Vorrangflächen zu lockern. Für den Europaabgeordneten Martin Häusling ist das „völlig absurd“ und konterkariert alle Bemühungen für mehr Balance zwischen Landwirtschaft und Artenvielfalt zu sorgen.
 
Laut dem Grünenpolitiker trägt die konventionelle Landwirtschaft in erheblichen Umfang zum Artenverlust bei. „Diesen fatalen Trend müssen wir umkehren. Das gelingt aber nur, wenn wenigstens auf den 5 und später 7 % der Ackerflächen keinerlei Pestizide ausgebracht werden dürfen“, so Häusling.
 
Die 23 Mitgliedsstaaten und eine konservative Mehrheit im EU-Parlament nutzten aus, dass die Vorrangflächen im Zuge der Verhandlungen auch für den Anbau von stickstoffsammelnden Eiweißpflanzen wie Soja, Erbsen oder Bohnen freigegeben wurden. Dieses Zugeständnis dürfe nun aber nicht dazu führen, dass der an sich sinnvolle Leguminosenanbau zu mehr statt zu weniger Gift auf den Äckern führt.
 
„Wir wollen mit den ökologischen Vorrangflächen die Biodiversität fördern und nicht blockieren. Wenn Extraprämien für ein „Greening“ der Landwirtschaft mit Agrargiften in Einklang stehen sollen, ist das eine Täuschung der Steuerzahler, denen weißgemacht wird, dass sie für eine Ökologisierung der Landwirtschaft zahlen“, kritisiert der Politiker. Statt über den Pesitizideinsatz zu streiten, sollten die Mitgliedsstaaten ihre Landwirte viel mehr ermuntern und sie darin beraten, den Leguminosenanbau ohne Pestizide hinzubekommen. „Jeder Öko-Landwirt macht ihnen vor, wie das gehen kann.“

26.11.2013

Agrarpolitik

Meine Standpunkte zum Thema Agrarpolitik

05.11.2013

Grüne Agrarminister erzielen entscheidende Verbesserungen!

 Brüssel - Zum Ergebnis der Verhandlungen zur Umsetzung der Agrarreform in Deutschland auf der Sonderkonferenz der Agrarminister in München, erklärt der Europaabgeordnete und Agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA Martin Häusling:

„Das Ergebnis kann nicht wirklich zufriedenstellen, aber nach hartem Ringen konnten die Grünen Minister das Konzept der Bundesregierung zur Umsetzung der Agrarreform in Deutschland in ein paar wenigen, aber entscheidenden Punkten verbessern.

05.11.2013

Gen-Mais 1507 - Kommission darf diesen Mais nicht zulassen

Brüssel - Der Europaabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA, Martin Häusling, warnt die EU-Kommission davor, kurz vor den Europawahlen ein Gentechnik-freundliches Zeichen zu setzen.

„Es wäre ein fatales Signal, wenn die EU-Kommission mit einer Zulassung des Gen-Mais 1507 kurz vor den Wahlen für ein neues Europäisches Parlament den Willen der Bevölkerung ignorieren würde. Es ist nach wie vor völlig klar, dass die breite Mehrheit der Europäer keine Gentechnik im Essen und auf unseren Feldern wünscht. Diesen erklärten Willen der Menschen muss die Kommission berücksichtigen. Andernfalls verspielt sie das Vertrauen.
Auch nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vor einem Monat gibt es keine Verpflichtung  für die EU, der vom US-Konzern Pioneer vor zwölf Jahren beantragten Zulassung zum Anbau des Gen-Mais 1507 zu entsprechen. Der EuGH hat lediglich eine Entscheidung verlangt, nicht aber auferlegt, wie diese nun auszusehen hat.
Eine Zulassung dieser Maisvariante ist aus meiner Sicht höchst bedenklich.

17.09.2013

12.06.13 Überblick zur neuen EU-Saatgutverordnung

Liebe Interessierte,

am 6. Mai 2013 hat die Europäische Kommission einen neuen Verordnungsvorschlag für ein europäisches Saatgutrecht vorgestellt.
Das Ziel: Die bisherige Gesetzgebung, geregelt in mehreren Verordnungen und Richtlinien, soll zusammengeführt, vereinfacht und europaweit vereinheitlicht werden.
Seit ihrer Vorstellung regt sich in Verbänden und Unternehmen, die für Saatgut-Vielfalt eintreten, massive Kritik an der Verordnung, die in vielen Punkten auch von uns Grünen geteilt wird.
Ende Juni 2013 werden im Europaparlament die Beratungen zur Saatgut-VO beginnen. Im Vorfeld dieser Beratungen und in Reaktion auf das breite Interesse von Initiativen und Bürgern am Thema haben Harald Ebner und ich einige Fakten und Bewertungen rund um die geplante Verordnung zusammen gestellt.

Überblick und Stand zur neuen EU-Saatgutverordnung

In der Hoffnung auf Euer Interesse,

Viele Grüße
Martin Häusling

13.09.2013

Grüner, gerechter, gesünder!

 130907 Personenbroschüre

„Wir haben es satt“, unter diesem Motto machen seit 2011 jährlich zehntausende Menschen in  Demonstrationen ihrem Unmut Luft. Und Sie? Was haben Sie satt? Die geplante Mega-Mastanlage um die
Ecke, die fehlende Vielfalt auf unseren Feldern oder schon heute den nächsten Lebensmittelskandal? Es gibt viele gute Gründe und wenig Zweifel am Reformbedarf unserer Agrar- und Verbraucherschutzpolitik.
Als Biobauer setze ich mich seit 2009 im Europaparlament dafür ein, dass in Europa Klasse statt Masse gefördert, Gelder fairer und an Umweltleistungen gebunden verteilt sowie Regeln einfacher, demokratischer,
aber auch wirkungsvoller gestaltet werden. Es geht um Ihr gutes Recht. Mischen Sie sich ein. Kommen Sie mit mir ins Gespräch.